VG-Wort Pixel

Kettenbrief Morddrohung per Whatsapp: Was steckt hinter den gruseligen Sprachnachrichten?

Whatsapp Sprachnachricht Mord Drohung
Manche Kettenbriefe bei Whatsapp sind wirklich gruselig - Angst muss man aber keine vor ihnen haben
© SIphotography/Getty Images
Gleich zwei aktuelle Whatsapp-Kettenbriefe drehen sich um gruselige Sprachnachrichten - und drohen sogar mit Mord. Was ist dran?

Seit einigen Jahren gehen beim Messenger Whatsapp immer wieder Kettenbriefe um. Die können völlig unterschiedliche Motive haben. Während die Abzock-Nachrichten nicht unterschätzt werden sollten, sind viele Nachrichten mit Quatsch-Inhalten oder emotionalem Kitsch vollkommen harmlos. Zwei aktuelle Nachrichten machen aber vielen Nutzern Angst.

Im Gegensatz zu tatsächlich gefährlichen Nachrichten, die Smartphone-Schädlinge unterjubeln oder in Abzockfallen locken, verbergen sich hinter den aktuellen Nachrichten keine konkreten Gefahren, berichtet das Portal "Mimikama.at". Vollends harmlos sind sie aber nicht.

+++ Wurden Sie schon per Whatsapp abgezockt oder haben sich einen Trojaner eingefangen? Erhalten Sie regelmäßig absurde Kettenbriefe? Schicken Sie uns Ihre Erfahrungen an achtungkunde@stern.de +++ 

Whatsapp-Kettenbrief

Spiel mit der Angst

Die erste ist noch recht schnell als Unsinn zu erkennen. "Wenn ihr eine Audio mit weiblicher Roboter stimme bekommt bitte sofort löschen es könnte sein das es sich hier um hacker handelt schick das unbedingt weiter! Lg das Whats app Team" heißt es in der Nachricht. Ein klarer Fake.

Von den Unmengen an Rechtschreibfehlern mal abgesehen verschickt das Whatsapp-Team nie solche Nachrichten. Wollten die Betreiber des Messengers tatsächlich warnen, wären sie kaum auf einen Kettenbrief als Verbreitungsmethode angewiesen - sondern könnten alle Nutzer gleich selbst anschreiben. Da die Nachricht bei "Mimikama" landete, scheinen trotzdem genügend Nutzer auf sie hereingefallen zu sein. 

Morddrohung mit Computerstimme

Die zweite Nachricht ist schon verstörender. In einer Sprachnachricht droht ein vermeintlich 9-Jähriger, der sich Nico nennt, per Computerstimme mit Mord - es sei denn, der Empfänger leitet die Nachricht an mehrere Freunde weiter. Für Erwachsene mag das klar als schlechter Scherz zu erkennen sein. Vielen Kindern und Jugendlichen scheint die Nachricht aber ausreichend Angst zu machen, um sie tatsächlich zu teilen: Der Kettenbrief taucht seit 2013 immer wieder auf.

Letztes Jahr warnte die Polizei Oberhausen vor der Nachricht, nachdem Kinder einer dortigen Grundschule verängstigt ihre Eltern eingeschaltet hatten. Wir berichteten. Die Polizei rät, die Kinder über die Hintergründe aufzuklären und die Nachricht zu löschen. Eine Anzeige ist nach Angaben des LKA Niedersachsens, das 2013 erstmals vor der Nachricht warnte, aber nicht nötig. Wichtig sei vielmehr, sie nicht weiter zu verbreiten. Nur so kann man die Kettenbriefe stoppen.

mma

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker