Netflix hat die Wall Street mit seiner Gewinnprognose enttäuscht. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als neun Prozent. Der Streaming-Riese sagte für das laufende Quartal einen operativen Gewinn von 78 US-Cent je Aktie voraus, während Analysten im Schnitt mit einer Prognose von 84 Cent gerechnet hatten. Anleger reagierten empfindlich. Denn sie waren von höheren Gewinnen nach der Aufgabe von Netflix im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers ausgegangen.
Im vergangenen Quartal steigerte Netflix den Umsatz im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Unterm Strich stieg der Gewinn um fast 83 Prozent auf 5,28 Milliarden Dollar. Pro Aktie gerechnet verdiente Netflix 1,23 Dollar - und übertraf damit deutlich die durchschnittliche Analystenprognose von 76 Cent pro Aktie.
Langjähriger Chef verlässt Verwaltungsrat
Bei der Vorlage der Quartalszahlen gab Netflix auch bekannt, dass der Mitgründer und langjährige Chef Reed Hastings den Verwaltungsrat verlassen wird. Der 65-Jährige werde sich bei Ablauf seines Mandats im Juni nicht mehr zur Wiederwahl stellen, hieß es.
Netflix hatte im vergangenen Jahr die Übernahme des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Brothers vereinbart. Doch dann preschte der Rivale Paramount mit einem hohen Angebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery vor - und Netflix gab auf, statt mit einem höheren Preis zu kontern.