"Zune" Microsoft zeigt iPod-Konkurrenten


Microsoft hat seinen Musikplayer "Zune" vorgestellt, der dem iPod Marktanteile abjagen soll. Wichtigster Unterschied zum Apple-Gerät: Zunes können drahtlos Kontakt miteinander aufnehmen. Viele Fragen sind aber noch offen.

Microsoft hat Einzelheiten zu seinem MP3-Player Zune vorgestellt, mit dem der Windows-Hersteller den erfolgreichen iPod von Marktführer Apple angreifen will. Das Gerät wird mit einer 30 GigaByte fassenden Festplatte und einem Farbbildschirm mit einer Diagonale von drei Zoll (7,6 cm) ausgerüstet sein, wie das Unternehmen mitteilte. Der Player in den Farben schwarz, weiß und braun solle zum Weihnachtsgeschäft in den USA in den Handel kommen. Ein genauer Starttermin und der Preis sollen allerdings erst später bekanntgegeben werden. Ein Verkaufsstart in Europa ist derzeit nicht in Sicht. Man werde sich bei dem digitalen Musikspieler zunächst auf die USA konzentrieren, sagte der für Design und Entwicklung zuständige Microsoft-Vize-Präsident J Allard. "Wir werden klein anfangen und von dort aus wachsen", sagte er. Auch in Asien werde der von Toshiba hergestellte Player noch nicht zu kaufen sein.

Drahtlos Player verbinden

Microsoft will dabei Kunden mit Funktionen anlocken, die es beim iPod nicht gibt. So können Zune-Nutzer untereinander über die drahtlose Wi-Fi-Verbindung Songs oder Bilder austauschen. Allerdings könnten auf diese Weise erhaltene Musikstücke nur drei Mal innerhalb von drei Tagen abgespielt werden, hieß es. Außerdem könnten manche Songs auf Wunsch der Künstler für den Tausch gesperrt werden, wie Microsoft-Manager Scott Erickson dem US-Branchendienst Cnet sagte. Als weitere neue Funktion ist im Zune ein Radio integriert. Die Apple-Geräte haben zudem einen etwas kleineren Bildschirm mit einer Diagonale von 2,5 Zoll (6,3 cm). Der Zune wirkt dafür auf den von Microsoft vorgestellten Fotos etwas dicker als die iPods.

Der Zune kann zwar wie die großen iPod-Modelle auch Videos abspielen, Microsoft wird aber zumindest vorerst keine Filme oder TV-Sendungen für den Player anbieten. Auch auf einem Media-Center-PC selbst angefertigte Aufzeichnungen würden zunächst nicht auf den Zune übertragbar sein, sagte Erickson.

Langer Atem benötigt

Apple bietet bereits seit einiger Zeit Downloads von TV-Sendungen und Videos in seinem iTunes Store an und hatte erst am Dienstag auch den Verkauf von Spielfilmen eingeführt. Zugleich wurde ein neuer iPod mit 80 GB Fassungsvermögen für 349 Dollar vorgestellt und der Preis für einen iPod mit 30-GB-Festplatte auf 249 von zuvor 299 Dollar gesenkt. Medienberichten zufolge peilte Microsoft für den Zune auch einen Preis von 299 Dollar an. Der Windows-Riese hatte bereits eingeräumt, dass man sich auf einen langen Atem und Investitionen von mehreren hundert Millionen Dollar einstelle, um mit Apple zu konkurrieren.

Wie Apple will auch Microsoft einen eigenen Online-Shop für den Zune eröffnen. Neben dem Einzelkauf von Songs oder Alben sei auch ein Abo-Modell geplant, bei dem für eine Pauschal-Gebühr unbegrenzt viel Musik geladen werden kann. Auch dazu sollen Details erst später folgen. Um iPod-Nutzern den Umstieg auf Zune zu erleichtern, sollen auch Titel, die mit Apples iTunes-Software von CD auf den Computer gezogen wurden, für den Microsoft-Player zugänglich sein - nicht aber im iTunes Store gekaufte Musik. Der Zune soll auch gleich mit vorinstallierter Musik verkauft werden. Das Gerät wird für Microsoft vom japanischen Elektronik-Konzern Toshiba produziert.

DPA/Reuters DPA Reuters

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