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A350: Airbus plant Rumpf aus Kunststoffplatten

Airbus wechselt das Konzept für das Langstreckenflugzeug A350-XWB. Der Hersteller will nun doch ein Passagierflugzeug mit einem Rumpf aus Kompositverbundmaterial anstelle von Metall bauen.

Von Gerhard Hegmann

Airbus-Verkaufsvorstand John Leahy kündigte an, dass für das geplante neue Langstreckenflugzeug A350-XWB ein besonders reparaturfreundlicher Kunststoffrumpf aus mehreren Segmenten entwickelt werden soll. Airbus erwarte sich davon erhebliche Vorteile verglichen mit einem Rumpf aus einem Stück. Auf diese Technik setzt der US-Konzern Boeing bei seinem neuen Langstreckenmodell 787. Laut Leahy gibt es bei den Fluggesellschaften große Bedenken zur Reparaturmöglichkeit des 787-Rumpfes.

Die Ankündigung Leahys bedeutet eine weitere Strategieänderung bei dem Langstreckenmodell A350. Zuerst wollte Airbus das Modell auf der Basis der bestehenden Baureihe A330 anbieten und erntete heftige Kritik bei den Kunden, die ein komplett neues Modell forderten. Im Sommer stellte Airbus dann ein Modell mit einem besonders weiten Rumpf aus Metall vor. Die Entwicklungskosten werden auf über 10 Mrd. Dollar veranschlagt. Mit dem Modell, das etwa 2013 auf den Markt kommen könnte, will Airbus Kunden von Boeing abwerben.

Die Vorteile

Boeing setzt auf Kunststoff, weil das Flugzeug leichter wird und Kraftstoff spart. Zudem erlaube der Plastikrumpf einen höheren Innendruck, was für die Passagiere angenehm sei. Boeing musste jüngst aber einräumen, dass es bei der 787-Entwicklung noch Probleme mit dem Gewicht des Flugzeugs gebe. Zudem wurden die Entwicklungskosten erhöht.

Der Verwaltungsrat der Airbus-Mutter EADS will das A350-XWB-Projekt nur freigeben, wenn die Finanzierung sicher ist. Voraussetzung dafür ist die Kostensenkung im gesamten Konzern. Um Kosten zu senken, ändert Airbus seine Strukturen um. So würden die Immobilien in Deutschland jetzt in einer neuen Grundstücksgesellschaft gebündelt, bestätigte Airbus. Dadurch sollen sie optimaler bewirtschaftet werden.

FTD