Bildpräsentation Dia-Show digital

Um Freunden oder Verwandten seine Digitalfotos zu zeigen, muss man sie nicht ausdrucken: Mit der richtigen Software lassen sich spannende Fotoabende zusammenstellen.

Ein abgedunkelter Raum, Leinwandgeruch, Gebläsegeräusch und die Schatten der Flusen, die auf der Linse kleben. Nicht alle Fotos sind scharf, aber das macht nichts. Die Familie ist versammelt, es gibt Schnittchen, Bier und Limonade. Bei jedem Weiterschalten klackert es, und immer klemmen ein paar Dias. Manchmal brennt die Birne durch.

Der gute, alte Diaabend: Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie drohte er schon auszusterben. Es gibt nun mal keine digitalen Diafilme, die man entwickeln und rahmen kann - und Dateien lassen sich nicht ohne weiteres an die Wand projizieren. Dass man digitale Bilder trotzdem gemeinsam und gemütlich genießen kann, verdanken wir neuer Technik und immer besserer Software. Wer sich einen teuren Digital-Projektor mit Speicherkarten-Steckplatz nicht leisten will, präsentiert seine Fotos auf einem Bildschirm: entweder auf der Fernsehmattscheibe oder auf dem PC-Monitor.

Zur Not hilft das Betriebssystem

Ganz einfach geht das mit den aktuellen Versionen der Betriebssysteme Windows, Mac OS und Linux. Mit der Maus ein paar Bilder auswählen, auf "Diashow" klicken - schon werden die Fotos nacheinander auf dem Bildschirm gezeigt, ohne störende Fensterrahmen, dafür aber auch relativ langweilig: immer im gleichen Rhythmus, ohne Effekte und ohne Ton.

Auch die meisten Bildbearbeitungs- und Albumprogramme können einfache Diashows erstellen. Doch leisten sie längst nicht alles, was man aus einer digitalen Bildabfolge herausholen kann. Gute Fotoshows sind mit Musik untermalt, haben Untertitel, wechseln die Fotos mit Überblendeffekten, präsentieren einzelne Bilder mit Schwenks und Kamerafahrten - es ist fast schon ein eigenes Kunstgenre, das sich da herausbildet, eine Mischung aus Powerpoint-Präsentation, Musikvideo und Kurzfilm.

Anfänger bekommen Software-Hilfe

Das hört sich schwierig an, ist aber dank ausgeklügelter Software auch für Anfänger zu schaffen - wenngleich eine halbe bis eineinhalb Stunden Vorarbeit pro Vorführabend erforderlich sind. Die Bilder müssen ausgewählt und in die richtige Reihenfolge gebracht, Effekte und Musik ausgewählt und Untertitel getextet werden. Sogar Kommentare per Mikrofon lassen sich aufnehmen und den Bildern zuordnen.

Die größten Spielereien sind bei den Überblendungseffekten möglich. Hier kann der Gastgeber entscheiden, ob die Bilder in Form von vielen kleinen Kacheln über den Monitor fliegen, ob das folgende Bild das letzte einfach zur Seite schiebt oder ob das Einblenden wie das Umblättern von Buchseiten aussehen soll.

Für Einsteiger

Wie viele solcher Stilmittel zur Verfügung stehen, variiert je nach Programm. An Einsteiger und Ungeduldige richtet sich das einfache "Davideo 4", das nur über wenige Effekte verfügt, dafür aber mit einem übersichtlichen und leicht verständlichen Menü daherkommt. Wer sich "Davideo 4" kauft, sollte vor dem Erstgebrauch allerdings zunächst aus dem Internet eine Programmaktualisierung herunterladen (www.gdata.de) und installieren, um vorhandene Fehler zu beheben.

Für Fortgeschrittene

Mehr experimentieren lässt sich mit der umfangreicheren Software "Diashow XP" - auch wenn die Benutzeroberfläche allzu steril wirkt. Ein schönes Rundumpaket für den durchschnittlichen PC-Nutzer bieten die "TV Photoshow" mit einer guten Auswahl an Spielereien und die "Fotobrennerei", die sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene eignet. Die umfangreichsten Möglichkeiten bietet das Programm "Fotos auf CD & DVD" von Magix, von dem in Kürze die neue Version 4.0 erscheint. Da es trotz seiner vielen Gestaltungsmöglichkeiten übersichtlich ist, macht es anspruchsvollen Diafreunden den meisten Spaß.

Wohin mit der Show?

Aber wie kommen die Bilder vom Rechner auf den TV-Bildschirm? Am besten auf CD. Voraussetzung dafür ist natürlich ein PC mit einem Brenner und ein DVD-Player, in dem man die Diashow-CDs abspielt wie einen Spielfilm. Das hat den Vorteil, dass die Vorführung im Wohnzimmer stattfinden kann. Das Verdunkeln des Raums entfällt ebenso wie das ständige Weiterschalten von Bild zu Bild. Denn schon beim Erstellen der Diashow legt der Gastgeber fest, wie lange jedes Foto eingeblendet wird. Gebrannte CDs haben außerdem den Vorteil, dass man sie preiswert und leicht kopieren und am Ende des Abends den Gästen mitgeben kann.

Außerdem bieten manche Programme die Möglichkeit, die Fotoshow ins Internet hochzuladen - was bei längeren Shows wegen der hohen Datenmenge aber nur mit dem Hochgeschwindigkeitszugang DSL sinnvoll ist. Außerdem benötigt man viel Speicherplatz auf einem Webserver. Den immerhin stellen einige der aktuellen Diashow-Programme wie "Fotos auf CD & DVD" für registrierte Nutzer kostenlos bereit.

Nina Ernst print

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