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Von wegen clevere Technik Wlan-Wasserkocher: Brite hat erst nach elf Stunden eine Tasse Tee


Das Smart Home verspricht uns eine goldene Zukunft, in der wir viel Zeit sparen. In der Praxis sieht es aber ganz anders aus: Ein Brite kämpfte elf Stunden mit seinem Wlan-Wasserkocher, bis er eine Tasse Tee in den Händen hielt.

Intelligente Kühlschränke, Waschmaschinen mit Wlan: Die Elektronikhersteller versprechen uns mit dem "Internet of Things" eine schillernde Zukunft, in der etwa das Heizungsthermostat automatisch bei geöffnetem Fenster heruntergedreht wird. Doch ganz so clever, wie es die Unternehmen versprechen, ist die Technik dann meist doch nicht. Das zeigte zuletzt der Fall von Mark Rittman, dessen Kampf mit einem smarten Wasserkocher derzeit in Großbritannien für amüsierte Schlagzeilen sorgt.

Eigentlich wollte sich Rittman morgens um 9 Uhr nur - very British - einen Tee kochen. Und weil der Datenspezialist aus dem beschaulichen Hove direkt am Ärmelkanal auch an die Zukunft des smarten Zuhauses glaubt, hatte er sich einen modernen Wifi-Wasserkocher (Smarter iKettle) für knapp 100 Pfund zugelegt. In der Theorie kann der das Wasser bequem vom Bett aus zum Kochen bringen. In der Praxis aber funktionierte: nichts.

Elf Stunden für eine Tasse Tee

Schon beim Verbinden mit dem heimischen Funknetzwerk hakte es an allen Ecken und Enden, denn der Kettle wollte sich einfach nicht mit dem Wlan und der passenden Smartphone-App verbinden. Die meisten Personen hätten vermutlich nach 15 Minuten genervt aufgegeben und einfach einen Topf auf die Herdplatte gestellt, aber nicht Rittman.

Auch nach drei Stunden hatte der Brite noch nicht das Handtuch geworfen. Sein Ziel: Den Wasserkocher mit Amazons Sprachlautsprecher Echo zu steuern. Dafür fehlt dem Gerät aber die nötige Schnittstelle, die Rittmann kurzerhand selbst entwickelte. Immer wieder entdeckte er neue Probleme, erst nach elf Stunden funktionierte alles wie gewünscht: Der iKettle konnte mit einem Sprachbefehl gestartet werden.

Von wegen Smart Home

In den sozialen Netzwerken wurde das Experiment des Bastel-Briten schnell zum Gesprächsthema, denn Rittman postete seinen Fortschritt immer wieder auf Twitter. Während einige seine Odyssee amüsiert kommentierten, legten andere ihm nahe, doch einfach einen normalen Wasserkocher zu kaufen. Für Rittman ist das keine Option, denn er will ein smartes Haus bauen. Doch es wartet noch viel Arbeit auf ihn: Während des Abendessens schalteten sich die smarten Lampen im Haus ab, weil ein Firmware-Update eingespielt wurde. Diesmal konnte er sich aber immerhin einen Beruhigungstee kochen.

Wasserkocher Test: Hier geht es zum Wasserkocher Vergleich.


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