DVD "Schlanke, sexy Silberscheibe"


Von der Schallplatte zur CD, von der analogen VHS-Kassette zur DVD - die Erfolgsgeschichten gleichen sich, allerdings hat die Digital Versatile Disc ungleich schneller die Wohnzimmer erobert.

Von der Schallplatte zur CD, von der analogen VHS-Kassette zur DVD - die Erfolgsgeschichten gleichen sich, allerdings hat die Digital Versatile Disc ungleich schneller die Wohnzimmer erobert. "Das digitale Zeitalter ist eingeläutet", sagt Lars Wülfken, Produktmanager für HiFi und DVD bei Panasonic. Nicht nur gehöre mit DVD-Spielern und -Rekordern schlechte Bildqualität und kompliziertes Handling endgültig zur Vergangenheit. DVDs sind das einzige echte Brückenmedium zwischen Fernseher und Computer und somit zwischen Wohnzimmer und Schreibtisch.

Absatzkurve zeigt nach oben

Die Absatzkurve der DVD-Rekorder zeigt steil nach oben. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 290.000 der digitalen Aufnahmegeräte verkauft. 2002 waren es 58.000, hat die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) erhoben. "Für das laufende Jahr erwarten wir einen Absatz von 710.000 Geräten", sagt Sprecher Roland M. Stehle. Bei den einfachen Abspielgeräten ist der Trend hingegen schon wieder rückläufig: Wurden 2002 noch 6 Millionen Player verkauft (2001: 4,9 Millionen), waren es im vergangenen Jahr nur noch 5,48 Millionen.

In Deutschland besonders günstig

"Der Markt für die Player ist schon fast gesättigt", sagt Klaus Petri von Philips. Das geht offenbar mit dem "Geiz ist geil"-Trend einher. "Deutschland ist das Land, in dem die DVD-Player am wenigsten kosten. Hier sind sie sogar günstiger zu haben als ein herkömmlicher VHS-Rekorder", sagt Oliver Trettin, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien (BVV).

Auch die DVDs sind nicht mehr teurer als die überholten Bänder: "Der Preis von Neuerscheinungen liegt ziemlich stabil bei rund 20 Euro", sagt Trettin. Alte Titel werden zudem auf DVDs gespielt und günstiger verkauft - es sei denn, es handelt sich um "Special Editions", nachbearbeitete Filme oder Mehrteiler. "Die ganz normalen Filme kosten zwischen 9,99 und 14,99 Euro, daher ist der Durchschnittspreis für eine DVD relativ niedrig."

DVD-Recorder sind Multifunktionsgeräte

Die "schlanke, sexy Silberscheibe", die in Bild- und Tonqualität überlegen ist, hat noch weitere Vorteile, die für Käufer interessant und für den Markt positiv sind. Von der Disc können Surround-Tonsignale ausgestrahlt werden, die wiederum den Absatz der 5.1-Lautsprecher-Systeme nach sich ziehen. Auch die Rekorder erobern den Markt immer weiter. "DVD-Rekorder sind Multifunktionsgeräte, mit denen nicht nur Filme angeschaut und aufgenommen sowie alte VHS- Bänder archiviert werden könnten", sagt Wülfken von Panasonic. Zudem bieten sie die Möglichkeit, Filme vom digitalen Camcorder auf eine DVD zu brennen. "Dann kann man Verwandte und Freunden die Scheibe gleich mitgeben."

Auch das leidige Thema der verschiedenen Formate steht nicht mehr im Vordergrund. Während Pioneer mit seinen Produkten das DVD-RW-Format unterstützt, setzen Philips und andere große Hersteller bei den digitalen Rekordern auf das DVD-Format mit dem Pluszeichen: DVD+R und DVD+RW - "R" steht wie bei CD-Medien für einmal beschreibbar, "RW" für mehrfach. Panasonic, die Nummer zwei auf dem deutschen Markt, hingegen favorisiert die so genannte DVD-RAM-Technik, die einer Computerfestplatte ähnlich arbeitet und sich freie Stellen auf der Disk sucht. Inzwischen stelle man mit den Geräten kompatible DVDs her, die auf allen Playern abgespielt werden können, erklärt Petri.

Verena Wolff, DPA DPA

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