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Kamera schafft eine Billion Bilder pro Sekunde: Videos in Lichtgeschwindigkeit

US-Wissenschaftler haben eine Kamera entwickelt, die eine Billion Bilder in der Sekunde erfassen kann. Sie ist schnell genug, um sogar die Ausbreitung von Licht aufzunehmen.

Von Christoph Fröhlich

Es gibt nichts im Universum, was diese Kamera nicht aufzeichnen kann – davon sind die Wissenschaftler des US-Forschungsinstituts MIT überzeugt. Das Gerät kann eine Billion Bilder pro Sekunde aufnehmen, das ist eine Zahl mit zwölf Nullen. Genug, um sogar sich ausbreitendes Licht sichtbar zu machen. "Eine Pistolenkugel ist schnell. Doch Photonen sind eine Million Mal schneller", erklärt Ramesh Raskar, Mitentwickler der Kamera und Professor der renommierten Forschungseinrichtung in Cambridge, Massachusetts.

Extrem aufwendiges Verfahren

Auf ihrer Homepage erklären die Wissenschaftler, wie die ultraschnelle Kamera funktioniert: Die Hochgeschwindigkeitsapparatur besitzt als Blende einen schmalen Schlitz, durch den Lichtpartikel in das Innere der Kamera gelangen. Hierbei wirken sie auf ein zeitabhängiges, elektrisches Feld, das die eintreffenden Teilchen unterschiedlich stark ablenkt. Auf diese Weise entsteht ein zweidimensionales Bild aus einer zeitlichen und einer räumlichen Ebene.

Bis das fertige Video entsteht, müssen die Forscher das Verfahren mehrfach wiederholen und den drehbaren Spiegel neu justieren, um zeilenweise das gewünschte Bild sichtbar zu machen. Zudem darf die Belichtung nicht verändert werden. Es dauerte rund eine Stunde, bis die Aufnahme einer Colaflasche abgeschlossen war: Sie zeigt, wie in nur einer Nanosekunde Licht durch eine 1-Liter-Flasche wandert.

Die vom MIT entwickelte Hochleistungskamera ist nicht billig: Rund 250.000 US-Dollar kostet das Gerät. Damit sollen sich verschiedene Materialien und die Ausbreitung von Blitzlichtern besser analysieren lassen, so die Wissenschaftler.

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