Kompaktkameras Der weite Blick ins gute Bild


Das Wettrüsten mit Megapixeln tritt bei Kompaktkameras in den Hintergrund. Jetzt zählt die Brennweite: Zoom-Objektive mit starkem Weitwinkel setzen sich schon bei Einsteigermodellen durch - damit mehr aufs Foto passt.
Von Horst Gottfried

Nie geht die Kathedrale ganz aufs Bild. Das Strandpanorama lässt sich nicht in voller Pracht erfassen. Und die Reisegruppe muss sich ganz eng zusammendrängen, damit alle aufs Foto passen. Für diese Probleme gibt es eine Lösung - und die neuesten Digitalkameras auf der Kölner Photokina haben sie: mehr Weitwinkel.

Bei den Kompaktkameras entsprach die untere Grenze bisher einer Brennweite von 35 Millimetern. Jetzt kommen jede Menge Modelle auf den Markt, deren Zoom bis 28 Millimeter runtergeht. Damit lässt sich schon eine Menge mehr aufs Bild kriegen.

In der Einsteigerklasse ist ein typischer Vertreter die Fuji Finepix J150W mit 5-fach-Zoom von 28 bis 140 Millimeter. Sie ist schon für rund 180 Euro zu haben. Ihre Automatik erkennt Gesichter im Bildfeld, um Scharfstellung und Belichtung darauf abzustimmen. Die Fuji steht auch für den aktuellen Trend zu größeren LC-Displays. Der Monitor mit 76 Millimeter oder drei Zoll Diagonale bietet ein fast 50 Prozent größeres Bild als die bislang üblichen mit 63 Millimetern (2,5 Zoll).

Teurere Modelle für höhere Ansprüche

Teurere Weitwinkel-Kameras bringen weitere Talente mit, die der Käufer je nach seinen Ansprüchen auswählen sollte. So ist die Pentax Optio W60 für zirka 250 Euro (10 Megapixel, 28 bis 140 Millimeter Zoom) auf den Einsatz in Sand, Wasser und Schnee optimiert. Sie verträgt sogar bis zu vier Meter Tauchtiefe.

Zu den Kompaktkameras mit der derzeit höchsten Auflösung gehört die Samsung NV100HD für rund 350 Euro: 14 Megapixel - was aber nicht automatisch zu besseren Bildern führt. Das Schneider-Kreuznach-Objektiv zoomt von 28 bis 102 Millimeter. Pfiffig: Eine Papierkorbfunktion erlaubt es, versehentlich gelöschte Dateien zurückzuholen.

Den Wechsel zwischen einem 26-Millimeter-Weitwinkel und einem starken Tele beherrscht die Olympus SP-565UZ. Der 20-fache Zoom verlängert die Brennweite auf den Rekordwert von 520 Millimetern. Damit bei so einem Tele weniger verwackelt, ist ein optischer Bildstabilisator eingebaut. Eine Super-Makro-Funktion kommt schon mit kleinsten Motiven ab einem Zentimeter Entfernung zurecht. Trotz des Riesenzooms ist die SP-565UZ mit rund 400 Gramm Gewicht noch relativ handlich. Die zahlreichen manuellen Einstellmöglichkeiten dürften ehrgeizige Fotografen ansprechen.

Das gilt noch mehr für die beiden kompakten Super-Weitwinkel-Kameras der Luxusklasse um die 500 Euro. Kaum größer als eine Zigarettenschachtel und nur gut 200 Gramm schwer sind die Modelle Ricoh GX200 und Panasonic Lumix LX3. Ihr Weitwinkel geht bis auf 24 Millimeter und lässt sich mit Vorsatzlinsen aus dem Zubehörprogramm sogar auf 19 (Ricoh) beziehungsweise 18 (Lumix) Millimeter verkürzen.

Früher war bei solchen Werten kaum zu vermeiden, dass die Objektive nicht mehr sauber zeichneten und gerade Linien gekrümmt abbildeten. Doch heute reden wir von Digitalkameras: Der Computer der Ricoh GX200 korrigiert solche Bildfehler auf Wunsch automatisch. Sie piept sogar, wenn die Kamera exakt waagerecht ausgerichtet ist. Damit gehören schiefe Meereshorizonte der Vergangenheit an.

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