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PC aufrüsten M.2-SSD-Speicher im Vergleich: Kleine Riegel, große Geschwindigkeit

M.2-SSD: Eine weibliche Hand hält einen M.2-SSD-Riegel in der Hand.
An der rechten Seite des kleinen M.2-SSD-Riegels befindet sich der Teil für den Steckplatz am Mainboard. An der linken Einkerbung wird die M.2-SSD mit einer Schraube fixiert.
© Believe_In_Me / Getty Images
Der M.2-SSD-Speicher wird immer günstiger und lockt immer mehr Käufer. Aber lohnt das Upgrade überhaupt und was müssen Interessenten vor dem Kauf wissen? Der Vergleich schafft Klarheit.

Inhaltsverzeichnis

Vor etwa einem Jahrzehnt eroberten SSD-Speicher die Festplattenschächte etlicher Computer. Damals galt das Upgrade von der ursprünglichen HDD-Festplatte auf den flotten Flashspeicher als die Aufrüstmethode Nummer eins, um alten Computern neuen Schwung zu verleihen. Logisch, denn gerade im alltäglichen Gebrauch haben SSD-Speicher gegenüber Festplatten enorme Geschwindigkeitsvorteile. Große Dateien verschieben sich deutlich schneller, der Rechner fährt flott hoch und Ladebalken in Spielen sind fix vollgeladen. Wie eine HDD-Festplatte verbinden sich "normale" SSD-Speicher über die SATA-Schnittstelle mit dem Mainboard

Seit geraumer Zeit stehen nun M.2-SSDs hoch im Kurs. Statt über SATA verbinden sich die M.2-SSDs per M.2-Steckplatz mit dem Mainboard und haben so direkten Zugriff auf die PCIe-Lanes der Hauptplatine. Diese PCIe-Lanes sind die Autobahn des Mainboards. Vereinfacht gesagt, müssen Daten nicht mehr einen langen Umweg über Landstraßen, in diesem Fall SATA, nehmen, sondern sind direkt auf der Hochgeschwindigkeitsstraße. Das alleine ermöglicht aber noch keinen schnelleren Datentransfer. Dafür ist die Lese- und Schreibgeschwindigkeit des SSD-Speichers zuständig. Den erhöhten Datendurchsatz dürfen Sie sich wie eine mehrspurige Straße vorstellen. 

M.2-SSD: Das müssen Sie wissen

Worauf also warten? M.2-SSD kaufen und fertig! Ganz so leicht ist das leider nicht. Um herauszufinden, ob sich eine M.2-SSD für Sie lohnt und falls ja, welche, entscheiden nicht Sie, sondern Ihr Mainboard. Das muss zunächst einmal über einen M.2-Steckplatz verfügen. Ist das der Fall, müssen Sie erörtern, über welchen PCIe-Standard die Hauptplatine verfügt. Neuere Mainboards bieten bereits PCIe 4.0, die älteren noch PCIe 3.0. Logisch: Ihr Unterschied besteht darin, wie viele Daten sie maximal weiterleiten können. Um in der Analogie der Autobahn zu bleiben: PCIe 3.0 ist eine zweispurige Autobahn, PCIe 4.0 eine dreispurige. Aber: Nicht jedes Auto – in diesem Fall M.2-SSDs – sollten auf jeder Autobahn fahren.

So wie es verschiedene Generationen von PCIe gibt, gibt es auch mehrere Generationen von M.2-SSDs, die sich in ihrer Lese- und Schreibgeschwindigkeit unterscheiden. Aktuell auf dem Markt ist die dritte und vierte Generation von M.2-SSDs, wobei die vierte ihre volle Leistung nur mit PCIe 4.0 ausnutzen kann. Wenn Ihr Mainboard also noch PCIe 3.0 besitzt, funktioniert eine M.2-SSD der vierten Generation zwar darauf, aber die Autobahn bremst das Auto aus. Klingt komplizierter als es ist: 

  • Aktuell haben die meisten Mainboards entweder PCIe 3.0 oder 4.0
  • PCIe 4.0 bietet mehr Datendurchsatz als PCIe 3.0
  • Mit beiden PCIe-Standards funktionieren M.2-SSDs der dritten und vierten Generation
  • Allerdings schöpfen M.2-SSDs der vierten Generation nicht ihr volles Potenzial mit PCIe 3.0 aus

Und damit wäre es schlicht Geldverschwendung, auf einem Mainboard mit PCIe 3.0 eine M.2-SSD der vierten Generation zu verbauen.

Übrigens: Saturn hat natürlich M.2-SSDs im Angebot. Mit den passenden Saturn-Gutscheinen können Sie noch mehr sparen. 

M.2-SSDs im Vergleich

Falls Ihr Mainboard zwei M.2-SSD-Slots bietet, sollte die SSD mit dem Betriebssystem immer in den oberen Slot gesteckt werden. Das ist in der Regel derjenige mit mehr Datendurchsatz, weil er eine direkte Verbindung zum Prozessor hat und nicht erst über den Chipsatz der Hauptplatine geleitet wird. Übrigens: Im Vergleich zu SATA-SSDs brauchen M.2-SSDs nicht zwingend einen eigenen DRAM-Cache, weil der M.2-Speicher den Arbeitsspeicher (RAM) des Computers mühelos mitbenutzt. Wenn Sie eine SATA-SSD kaufen, müssen Sie aber darauf achten, dass diese DRAM-Cache hat.

512 GB PCIe 3.0: Patriot Viper VPR100 RGB 512 GB

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  • Schreiben: 2.100 MB/s

Wenigstens 512 Gigabyte sollten es sein, wenn Sie Windows von einer M.2-SSD starten und noch zwei bis drei Games auf dem Speicher platzieren wollen. Der Patriot Viper VPR100 RPG richtet sich dabei vornehmlich an Zocker. Grund dafür ist weniger die Hardware als das Design: Kleine RGB-Leuchten sorgen für die farbliche Untermalung des Speichers. Und das ist in Gehäusen mit Plexiglasscheibe ein echter Hingucker. Natürlich funktioniert der Riegel auch mit PCIe 4.0 – allerdings reicht auch schon PCIe 3.0, um seine volle Leistung abzurufen. 

M.2-SSD 500 GB PCIe 4.0: Samsung 980 PRO 500 GB

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  • Schreiben: 5.000 MB/s

Etwas kleiner, aber dafür flotter unterwegs ist der Riegel Samsung 980 PRO. Er bietet zwölf Gigabyte weniger Speicher, aber dafür eine laut Hersteller mehr als doppelt so schnelle Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Das allerdings nur, wenn Ihr Mainboard über PCIe 4.0 verfügt. Wer möchte, installiert sich die "Magician-Software" von Samsung dazu. Laut Hersteller optimiert sie die Leistungsfähigkeit der M.2-SSD und hält sie softwareseitig auf aktuellem Stand. 

1 Terabyte PCIe 3.0: Samsung 970 EVO Plus 1 TB

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  • Lesen: 3.500 MB/s 
  • Schreiben: 3.300 MB/s

Komfortabler sind Sie mit einem Terabyte Speicherplatz ausgerüstet. Neben einigen Games finden auch massig Fotos und Videos auf dem Speicher Platz. Ein solider M.2-SSD-Riegel für PCIe 3.0 ist der Samsung 970 Evo Plus. Laut Hersteller ist die "Evo-Plus"-Version bis zu 53 Prozent schneller als der Speicherriegel ohne Plus-Zusatz.

1 Terabyte PCIe 4.0: Samsung 980 PRO 1 TB

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  • Schreiben: 5.000 MB/s

Eigentümer eines PCIe-4.0-Mainboards dürfen auch zum Samsung 980 Pro in der Version mit einem Terabyte Speicherplatz greifen. Die M.2-SSD ist einen Funken schneller als ihr nur halb so großes Konterfei, kostet aber auch gut 50 Euro mehr als PCIe-3.0-M.2-SSDs mit gleich viel Speicherplatz. 

2 Terabyte PCIe 3.0: Seagate BarraCuda Q5 2 TB

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  • Lesen: 2.400 MB/s 
  • Schreiben: 1.800 MB/s

Massig Speicher, aber etwas langsamere Lese- und Schreibgeschwindigkeiten bietet der Riegel Seagate BarraCuda Q5. Satte zwei Terabyte Daten finden auf ihm Platz, dafür ist er der lahmste SSD-Riegel im Vergleich. Wenn möglich, eignet sich der Riegel deshalb eher als Zweitspeicher. Trotzdem liest und schreibt die M.2-SSD natürlich mehr als doppelt so schnell wie SATA-Speicher. 

2 Terabyte PCIe 4.0: Samsung 980 PRO 2 TB PCIe

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  • Lesen: 7.000 MB/s
  • Schreiben: 5.100 MB/s

Absolut keine Kompromisse gehen Käufer mit dem SSD-Speicher Samsung 980 Pro mit zwei Terabyte Speicherplatz ein. Der SSD-Riegel ist noch einmal 100 Megabyte schneller beim Schreiben als die Version mit einem Terabyte Speicherplatz. Allerdings wird das im alltäglichen Gebrauch niemandem auffallen.

Lohnt das Upgrade auf M.2-SSDs? 

Die allermeisten Nutzer wissen bereits eine SATA-SSD in ihrem Computer verbaut. Die Frage ist nun, ob sich ein Upgrade auf eine M.2 lohnt. Immerhin muss das Betriebssystem neu aufgesetzt werden, wenn Windows von dem neuen Speicher hochfahren soll. Eines vorab: Ja, der M.2-Speicher ist schneller als eine SATA-SSD. Die Frage ist allerdings, ob das im alltäglichen Gebrauch spürbar ist, wenn der Computer fünf oder zehn Sekunden schneller hochfährt. Den allermeisten Menschen dürfte das nicht auffallen. Gleiches gilt beim Zocken.

Ob der Ladebalken nach zehn oder 14 Sekunden vollgeladen ist, interessiert die meisten Gamer dann doch herzlich wenig.  Ein echtes Interesse an der M.2-SSD haben dagegen Videografen. Die arbeiten meist mit riesigen Videodateien, wenn das Rohmaterial in 4K aufgenommen wurde. Und hier schlägt die Schnelligkeit dann doch ins Gewicht, wenn Dateien in verschiedenen Ordnern kategorisiert werden. Das war es dann aber auch. Allen anderen schadet eine M.2-SSD natürlich nicht. Aber kaufentscheidender für eine M.2-SSD dürfte der platzsparende und einfache Einbau sein.

Dann allerdings auch fast nur, wenn Sie den Rechner neu zusammenstellen, weil der M.2-Steckplatz am Mainboard in der Regel unter dem ersten PCIe-Steckplatz liegt. In dem befindet sich meist die Grafikkarte, die erst mal ausgebaut werden muss, wenn Sie einen Computer mit M.2-SSD nachrüsten wollen. Und zu guter Letzt benötigen Sie für den Einbau der M.2-SSD einen sehr feinen Kreuzschraubenzieher.

Kurzes Rechenbeispiel: Fährt der Rechner mit M.2-SSD dann gar zehn Sekunden schneller hoch, sparen Sie in einem Jahr bei täglicher Nutzung insgesamt eine Stunde Zeit (365 * 10 = 3650 / 60 = 60,83). Den Kohl fett macht das nicht – vor allem, wenn Sie die Zeit für Einbau und Neuaufsetzen des Systems gegenrechnen. M.2-SSDs ergeben also (noch) meist nur Sinn, wenn Sie ein Computer neu zusammenbauen und ein sehr gutes Angebot lockt.

Quelle:  pcgameshardware.de

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