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Roboter-Hund Spot Robocop in NRW: Erstes Bundesland testet Polizei-Roboter - und weiß selbst nicht genau wozu

Herbert Reul (CDU) schaut sich den Polizeiroboter an
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) begutachtet den Roboter Hund "Spot" von Boston Dynamics.
© Rolf Vennenbernd / DPA
Im Duisburger Innovation Lab testet die Polizei, welche Hilfsmittel die Arbeit der Beamten künftig unterstützen könnten. Mit dabei: Ein hundeähnlicher Roboter aus den USA, über dessen Sinn und Zweck man sich bisher nicht im Klaren ist.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat seit gestern ein Labor zur Erforschung zukunftsträchtiger Technologien. Die behördliche 500-Quadratmeter-Spielwiese dient laut Pressemitteilung als Test-Zentrum für Ideen, wie man die Arbeit der Beamten leichter und sicherer machen könnte. Besondere Aufmerksamkeit erregte bei der Eröffnungsfeier der Hunde-Roboter Spot der amerikanischen Firma Boston Dynamics. Gekleidet in feinstes Polizei-Blau, stahl er den anderen Ausstellungsstücken die Show. Nur wozu die Polizei einen solchen Roboter benötigen könnte, wurde nicht beantwortet.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte, man teste in Duisburg "in welchen Bereichen der Roboter uns in der Zukunft nutzen könnte." Weiter heißt es: "Niemand sagt, den brauchen wir jetzt akut." Bei Spot handelt es sich um einen hundeähnlichen Laufroboter, den der Hersteller für 74.500 US-Dollar (umgerechnet rund 66.000 Euro) verkauft. Er wiegt etwa 35 Kilogramm und ist ausgestattet mit Kameras und Sensoren.

Was genau der Roboter die Behörde gekostet hat, konnte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW dem stern nicht nennen, es fehle derzeit noch Ausrüstung und damit auch der finale Preis.

Für gefährliche Einsätze gerüstet

Spot ist durch seine unterhaltsamen Videos weltweit bekannt. Die meist recht lustigen Videos des Herstellers zeigen, zu was der Robo-Hund fähig ist. Und das ist erstaunlich: Durch seine Bauart ist er in der Lage, bei Wind und Wetter auch unwegsames Gelände zu durchqueren und je nach Ausstattung auch Dinge zu greifen. Der Roboter folgt dabei entweder einer Programmierung oder dem Knopfdruck einer Fernbedienung.

Für die Arbeit bei der Polizei würde das beispielsweise bedeuten, dass man Spot als Kundschafter an Orten einsetzen könnte, die für Menschen entweder zu gefährlich oder unzugänglich sind. Für Rettungseinsätze ist das natürlich ein echter Mehrwert, für Ermittlungen der Polizei hingegen beinahe gruselig.

Die Polizei in NRW ist nicht die erste Einheit, die sich für den Einsatz von Spot interessiert. So setzte bereits die französische Armee den Hund ein (hier erfahren Sie mehr), die Polizei in Massachusetts nutzt ihn (hier erfahren Sie mehr) und das NYPD hat Erfahrungen mit Spot gesammelt.

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Erste Nachbauten mit Bewaffnung erhältlich

In New York führte der Einsatz des Roboters allerdings zu so viel Kritik, dass man dort den Vertrag mit dem Hersteller kündigte und den Roboter aus dem Dienst entließ. Die Sorgen der Menschen sind nicht unbegründet – denn erste Nachbauten des Roboters von anderen Herstellern gibt es auf Wunsch mit einem Gewehr auf dem Rücken, welches über eine effektive Reichweite von 1,2 Kilometern verfügt (hier erfahren Sie mehr).


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