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Übung Zapad 21 Putins Roboter kämpfen in einer Panzerschlacht

Die Roboter lauern in eingegrabenen Stellungen.
Die Roboter lauern in eingegrabenen Stellungen.
© Rus Mil / PR
Erstmals wurden in Russland Roboter bei der Simulation eines Bewegungsgefechts verbundener Waffen eingesetzt. Das zeigt, welche Aufgabe die autonomen Kampffahrzeuge in Zukunft übernehmen können.

In Deutschland ist die Beschaffung bewaffneter fliegender Drohnen ein Thema. Russland hat inzwischen zum ersten Mal unbemannte Bodenfahrzeuge zusammen mit regulären Verbänden in der Großübung Zapad 21 auf dem Truppenübungsplatz Mulino eingesetzt. Roboterpanzer gelten als weit anspruchsvoller als fliegende Systeme, weil Bewegung und Orientierung im Gelände schwieriger sind.

Die Roboterpanzer der Typen Uran-9 und Nerekhta arbeiten dabei zusammen mit menschlichen Verbänden. Im Vergleich zu früheren Übungen war das Szenario weit anspruchsvoller.

Komplexe Aufgabe in einem dynamischen Szenario

Bisherige Übungen und Werbevideos zeigen Roboter in Russland, aber auch im Westen, im Einsatz mit einer kleinen Gruppe von Infanteristen, die mit dem Roboter eine überschaubare Aufgabe meistern sollen. Der Einsatz in so einem großen Verband wie bei Übungen auf dem Truppenübungsplatz ist weit anspruchsvoller. In Mulino wurden die Bodentruppen von Kampfhubschraubern und Jets unterstützt. Hier wurde eine Großkampflage simuliert wie in den Zeiten des Kalten Krieges. Die Roboter gehörten bei der Übung zu den Verteidigern und griffen die Truppen des Angreifers auf einer Entfernung von 3000 bis 5000 Metern an. Dabei setzten sie Ataka-Raketenwerfer, Raketen-Aerosolgeschosse, ihre 30-mm-Maschinenkanonen und Maschinengewehre ein. Die Feuerkraft der Roboter eliminierte Einheiten des Feindes und deckte dabei die Bewegungen der Infanterie.

Russland hat Roboterpanzer bereits in Syrien eingesetzt, aber nicht im groß angelegten Bewegungsgefecht verbundener Waffengattungen. In Syrien soll es zudem massive Probleme bei der Funkverbindung der teilautonomen Systeme gegeben haben, sobald sie im urbanen Gelände eingesetzt wurden. Auch waren die Roboter selbst nicht schlau genug, um Entscheidungen unter den komplexen Bedingungen eines Gefechts treffen zu können. Dafür müssen die Roboter über eine leistungsfähige KI verfügen.

Teilautonome Bodensysteme

Wie hoch der Grad der Autonomie bei den russischen Robotern tatsächlich ist, ist unbekannt. Derzeit werden sie aber teilweise ferngesteuert. Die Reichweite soll 20 Kilometer betragen, beim Einsatz eines Mastes oder dem Ausnutzen einer Anhöhe soll sie weit größer sein. Erst vor wenigen Tagen berichteten russische Medien, dass ein Versuchsfahrzeug komplett autonom eine Route von 100 Kilometern bewegt und dabei einen Drohnenschwarm koordiniert hat.

Ähnlich wie auch das "Mission Master"-System von Rheinmetall können die Bodenfahrzeuge mit verschiedenen Modulen für spezifische Aufgaben ausgestattet werden. Sie können etwa hauptsächlich zur Feuerunterstützung oder zur Aufklärung und Koordinierung eingesetzt werden, als Minenräumer oder Munitionstransporter. Eine typische Anwendung wäre auch der Transport von Verwundeten. Die Roboterpanzer wurden als "Schwert und Schild" der Infanterie eingesetzt, eine Aufgabe, für die dann keine Kampfpanzer mehr eingesetzt werden müssten.

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Unterstützungspanzer

Anders als die Truppen des Westens baut Russland derzeit spezielle Infanterieunterstützungspanzer – Spitzname "Terminator". Bei ihnen wird ein spezieller Turm ohne große Kampfwagenkanone aufgesetzt. Diese Panzer dienen nicht primär der Bekämpfung von Kampfpanzern, sie sind mit Maschinenkanonen, Raketen und Granatwerfern ausgestattet, die eine sehr hohe Feuerkraft gegen gegnerische Infanterie entfesseln. Diese Aufgabe könnte in Russland nun an die weit kleineren Roboterpanzer übergehen.

Quelle: Military Leak, Tass, Konflikte&Sicherheit


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