Roboter Lebenshelfer ohne Leben


In Japan sind wegweisende Roboter ausgezeichnet worden. Unter den Preisträgern: ein Arm, der Menschen füttert, und eine künstliche Robbe. In England spekulieren Zukunftsforscher, dass Roboter irgendwann Bürgerrechte beanspruchen könnten.

Ein Fütterroboter und ein flauschiger künstlicher Seehund sind in Japan mit dem zum ersten verliehenen "Robot Award" ausgezeichnet worden. Beide Maschinen werden bei der Pflege alter oder behinderter Menschen eingesetzt. Der Robot Award wird ausgerichtet von der japanischen Regierung, um Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Robotertechnik zu fördern.

Der Fütterroboter MySpoon erhielt den Preis in der Kategorie Service. Es handelt sich um einen elektrisch betriebenen mechanischen Arm, der aus einem Gefäß Essen auf einen Löffel nehmen und einer hilfsbedürftigen Person anreichen kann. Damit es nicht zu Zwangsernährung kommt, lässt sich die Bewegung mit einem kleinen Steuerknüppel beeinflussen, außerdem rastet der Arm an einer vorgegeben Stelle ein und hält still, so dass der Benutzer den Löffel in den Mund nehmen kann. Das Gerät ist nicht nur in Japan erhältlich, sondern auch in Europa. Es kostet 2.600 Euro.

Für therapeutische Zwecke wird die künstliche Robbe Paro eingesetzt. In Altenheimen ersetzt sie Bewohnern das Haustier, das sie nicht mehr versorgen könnten. 800 Stück des High-Tech-Seehundes sind laut dem Preisverleihungskomitee auch in japanischen Kindergärten zu finden, außerdem unterstützt Paro die Therapie autistischer oder anderweitig behinderter Kinder.

Bürgerrechte für Roboter?

Die britische Regierung hat von Zukunftsforschern Studien über die Entwicklung der kommenden 50 Jahre erstellen lassen. Eine der Prognosen lautet, wie BBC News berichtet: Roboter könnten eines Tages so hoch entwickelt sein, dass sie dieselben Rechte wie Menschen beanspruchen. In dem Bericht heißt es laut BBC, "monumentale Veränderungen" seien zu erwarten, wenn Roboter sich reproduzieren, selbst verbessern und künstliche Intelligenz entwickeln könnten.

Über den Sinn dieser Berichte sagte Sir David King, der wissenschaftliche Chefberater der britischen Regierung: "Es ist nicht unsere Aufgabe, die Zukunft vorherzusagen. Aber wir müssen die größte Bandbreite an verschiedenen Möglichkeiten erforschen, damit die Regierung auf Themen, die langfristig wichtig werden können, vorbereitet ist."

Ralf Sander mit Material von AP

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