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Dubai Airshow Su-75 Checkmate: Putins neuer Stealth Luftüberlegenheitsjäger geht auf Verkaufstour

Auf der Messe ist ein Mock-up zu sehen, doch an den ersten Prototypen wird bereits gebaut.
Auf der Messe ist ein Mock-up zu sehen, doch an den ersten Prototypen wird bereits gebaut.
© Giuseppe Cacae / AFP
Auf der Dubai Airshow soll die Su-75 Kunden gewinnen. Die Suchoi ist ein unsichtbarer Angriffsjäger und wird zu einem Kampfpreis angeboten. Für den Messerummel wurde ein spezielles Parfüm kreiert.

Erst vor Kurzem hat Russland erstmals ein Modell seines einmotorigen Stealth-Fighters vorgestellt. Nun wurde die Suchoi Su-75 Checkmate auf der Dubai-Airshow mit großer Show präsentiert. Bei dem gezeigten Jet handelt es sich um ein Modell und nicht um eine flugfähige Maschine. In einer eigenen Halle wird die Suchoi Su-75 mit der gleichen aufwendigen Lichtshow präsentiert wie bei der Vorstellung bei Moskau. Kleines Extra: Als Give-away gibt es nun sogar ein spezielles Parfüm.

Die Checkmate ist vor allem für den Export gedacht. Da die USA unter Trump ihre Zurückhaltung beim Verkauf der F-35 aufgegeben haben, haben es die russischen Kampfjets der vierten Generation im internationalen Markt schwer. Die Su-75 Checkmate soll die Lücke schließen und eine preiswerte, kampfstarke Alternative zum US-Jet bieten.

Die MiG-21 der Zukunft

Die Su-75 ist nun als leichter einmotoriger, einsitziger Kampfjet konzipiert. Sie ist vor allem als Angriffs- und Luftüberlegenheitsfighter gedacht. Ihre Rolle entspräche der MiG-21 in den 1960er-Jahren. Sie soll nicht das technisch Mögliche realisieren, sondern zu einem Preis-Leistungs-Sieger werden. Ein Flugzeug, das sehr viel Kampfkraft bei geringen Anschaffungs- und Betriebskosten verspricht.

Tatsächlich wäre die Su-75 ein Gamechanger, außer der älteren F-22 Raptor der USA gäbe es kein adäquates Pendant. Mutterkonzern Rostec verspricht Stealth-Eigenschaften, nimmt aber offenkundig eine andere Abwägung vor wie bei der F-35. Es gibt so viel Stealth wie möglich, solange die herausragenden Flugeigenschaften nicht beeinträchtigt werden. Wie schwer die Su-75 vom Radar zu erfassen sein wird, ist kaum zu sagen. Die äußere Form gibt einen Eindruck des Radarschattens, aber die Leistungsfähigkeit der ebenso wichtigen Beschichtung kann so kaum beurteilt werden.

Die Su-75 wird eines der Izdeliye 30-Triebwerke benutzen, die für die Su-57 vorgesehen sind. Die Su-75 soll sechs Ziele simultan bekämpfen können und das ganze Arsenal der Su-57 aufnehmen können. Dazu gehören weitreichende Luft-Luft-Raketen aber auch Hyper-Schall-Antischiffsraketen. Die Piloten werden von künstlicher Intelligenz unterstützt. Zukünftig wird der Hersteller auch eine pilotenlose Version des Flugzeugs vorstellen. Mit dem leichten Kampflugzeug hat Rostec wieder einen echten Luftüberlegenheitsjäger im Programm. Hinzu kommt die Fähigkeit als Flotten- bzw. Carrierzerstörer durch den Einsatz der kaum abzuwehrenden Hyperschallwaffen.

Rasante Geschwindigkeit

Spannend ist auch das Entwicklungstempo der Maschine. Vor etwa einem halben Jahr wurde sie erstmals gezeigt. Es gab keine Vorankündigungen, die Su-75 erschien aus dem Nichts. Inzwischen wurde mit dem Bau der ersten Prototypen begonnen, so Juri Slyusar, Generaldirektor von United Aircraft Corporation (UAC). Er sagte bei der Präsentation in Dubai: "Ich möchte anmerken, dass das Werk in Komsomolsk mit dem Bau einiger Prototypen für die erste Serie begonnen hat."

Der Jungfernflug der Prototypen ist bereits für 2023 geplant. Nur zwei Jahre nach dem ersten Lebenszeichen der Maschine. Anders als bei der Su-57 wird an den Prototypen nicht mehr herumexperimentiert. Nach einer vergleichsweise kurzen Erprobung soll es in die Serienfertigung gehen. Die ersten Auslieferungen sollen schon im Jahr 2026 beginnen.fünf Jahre nach der Präsentation. Wie rasant das Entwicklungstempo ist, zeigt der Vergleich mit dem europäischen Projekt des Future-Combat Air System (FCAS) von Airbus. Hier fand die Präsentation 2019 statt, erste Flugzeuge werden ab 2040 ausgeliefert. Deutliche Verzögerungen sind wahrscheinlich. Das schnelle Tempo wird erklärlich, wenn man bedenkt, dass der einmotorige Su-75 auf dem größeren Su-57 aufbaut, es handelt sich quasi um eine Variante eines existierenden Jets.

Interesse auch in Russland 

Russland will den Jet der fünften Generation zu den Preisen der vierten Generation exportieren. Die Checkmate wird ab 25 bis 30 Millionen US-Dollar angeboten. Eine vergleichbare F-35 kostet derzeit 90 Millionen. Modifikationen für den Kunden sind in diesen Preisen nicht enthalten. Die F-35 ist für ein sehr breites Aufgabenspektrum gedacht, darunter leiden ihre Fähigkeiten im Luftkampf. Vor allem aber ist die F-35 ein "Computer, der nebenbei auch fliegen kann". Doch gerade die Fähigkeiten des vernetzten Kampfgeschehens werden bei der F-35 immer noch nicht beherrscht. Es ist durchaus denkbar, dass die Su-75 mit ihrem schlanken Einsatzspektrum weit schneller voll einsatzfähig sein kann als die anspruchsvolle US-Maschine.

Obwohl die Su-75 primär für den Export gedacht ist, berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS, dass auch die russischen Streitkräfte an dem Flugzeug interessiert sind. Der CEO des Rüstungsunternehmens Rostec, Sergey Chemezov, sagte: "Natürlich wollen natürlich welche haben. Wir haben kürzlich mit dem Verteidigungsminister besprochen, dass die Streitkräfte ihre Anforderungen an die Konfiguration des Jets darlegen müssen." Neben den Vereinigten Emiraten wird auch die Türkei als Käufer umworben.

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