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Wasseraufbereitung in Australien: Meerwasser stillt Durst in Down Under

Seit zehn Jahren herrscht in Australien eine extreme Dürre. Der Kontinent leidet unter akutem Wassermangel. Um die Versorgung ihrer Bewohner weiterhin sichern zu können, setzen fünf Großstädte auf die energieintensive Entsalzung von Meerwasser.

Auf den Klippen von Port Stanvac an der südaustralischen Küste weht eine steife Brise. Ein Frachtkahn liegt vor der Küste, mit riesigen Felsbrocken an Bord. Oben an Land herrscht emsiges Treiben: Hier entsteht eine Anlage zur Meerwasserentsalzung, die den chronischen Wassermangel in Australiens fünftgrößter Stadt Adelaide mit rund einer Million Einwohnern beheben soll. "Der Lagertank ist fertig, die Pumpstation ist fertig", sagt Mauro Farinola vom staatlichen Wasserversorger SA Water. "Wir hoffen, im Dezember das erste Glas Wasser kredenzen zu können."

Nicht nur Adelaide, auch die anderen Großstädte Sydney, Melbourne, Brisbane und Perth mit zusammen zwölf Millionen Einwohnern - mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung - setzen auf das Meer zum Durst stillen. Eine zehnjährige Dürre hat die Behörden das Fürchten gelehrt. In diesem Jahr regnete es zwar wieder, aber sie wollen sich angesichts des Klimawandels nicht mehr auf das Wohlwollen eines Wettergottes verlassen.

"Größtes Investitionsprojekt aller Zeiten"

Wenn die Anlagen alle fertig sind, soll ein Drittel des Trinkwassers der größten Städte aus Meerwasser gewonnen werden. Perth in West-Australien machte 2006 den Anfang. Brisbane und Sydney folgten. In zwei Jahren dürften sechs Entsalzungsanlagen zur Trinkwasserversorgung in Betrieb sein. Die Kosten sind enorm. "In Südaustralien ist diese Anlage das größte Investitionsprojekt aller Zeiten", sagt Farinola. 1,8 Milliarden australische Dollar sind veranschlagt - 1,2 Milliarden Euro. Alle Entsalzungsanlagen zusammen kosten mehr als neun Milliarden Euro.

Die Aufbereitung von Meeres- zu Trinkwasser ist unter Umweltschützern heftig umstritten. "Strom aus der Flasche" nennt das Mark Parnell, ein grüner Abgeordneter im Parlament von Südaustralien, weil der Prozess Unmengen Energie verbraucht. Die Anlage in Adelaide dürfte auf 4,5 Kilowattstunden pro 1000 Liter kommen, sagt Farinola. Der Strom ist nötig, um das Wasser im sogenannten Umkehrosmose- Verfahren unter Hochdruck durch halbdurchlässige Membranen zu pressen. Rückstände, Viren und Salz bleiben zurück, übrig bleibt Trinkwasser.

Farinola zeigt weit aufs Meer hinaus. "1500 Meter vor der Küste sind die Ansauganlagen. Das Wasser gelangt durch einen Tunnel unter dem Meeresboden in die Anlage." Der Durchlauf dauert nur eine halbe Stunde, dann ist das Trinkwasser fertig. Der Rest, Wasser mit einem doppelt so hohem Salzgehalt wie vorher, wird zurück 1000 Meter vor der Küste zurück ins Meer gepumpt. Der Frachtkahn auf dem Wasser deponiert gerade Felsbrocken, die die ein, zwei Meter hohen Anlagen am Meeresboden vor Strömungen schützen sollen.

Umweltschützer: Entsalzung trägt zum Klimawandel bei

Auf Verlangen der Regulierungsbehörde muss die Anlage für Adelaide ihren Strombedarf mit erneuerbaren Energien decken. "Wir sind 100-prozentig grün", sagt Projektleiter Milind Kumar. Eine Milchmädchenrechnung, meint Stuart White vom "Institut für eine nachhaltige Zukunft" an der Technischen Universität Sydney. Die Anlage ist nämlich an das ganz normale vor allem durch Kohlekraftwerke gespeiste Stromnetz angeschlossen. Die Wasserwerke finanzieren zwar im Umfang ihres Verbrauchs Strom aus erneuerbaren Energien. Doch könnten damit ohne Entsalzungsanlage zehntausende Haushalte versorgt werden, sagt White.

"Die Ironie ist doch, dass diese Anlagen zum Klimawandel beitragen, der die Niederschläge in Australien weiter reduziert - und dass sie damit das Problem verschärfen, das ihren Bau in den Augen der Politiker überhaupt erst nötig gemacht hat", meint James Hitchcock von der Umweltschutzorganisation "Friends of the Earth". Australien hat zwar viel Potenzial für Wind- und Geothermischer Energie, produziert seine Energie aber zu 80 Prozent mit Kohle. Weil es billiger ist.

White und Umweltschutzorganisationen sind überzeugt, dass ein umweltfreundliches Aufbereiten von Regen- und Abwasser einen Großteil des Wasserbedarfs decken würde. Zusätzlich müssten die Australier zum Wassersparen erzogen werden. "Entsalzung ist und bleibt die einzige Klima unabhängige Lösung", sagt Kumar. Den Preis zahlen die Verbraucher. In Adelaide soll sich der Wasserpreis innerhalb von fünf Jahren verdoppeln.

DPA / DPA
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.