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Licht und Musik Ikea "Vappeby" Outdoor-Lautsprecher mit Lampe im Test: Luke, ich bin dein Speaker

Ikea Vappeby Lautsprecher
Das Design des "Vappeby" ist eigenwillig, manchen wäre das vermutlich zu schonend formuliert. 
© PR
Pünktlich zum Frühling und gemütlichen Abendstunden auf Balkon oder Terrasse stellt Ikea mit dem "Vappeby" einen Bluetooth-Lautsprecher mit integrierter Leuchte vor. Beim Design orientiert sich Ikea am Helm der Star-Wars-Figur Darth Vader. Ob auch der Sound nicht von dieser Welt ist, zeigt der Test.

Es ist eine Schande, dass Ikea den jüngst vorgestellten Lautsprecher "Vappeby" nicht in Schwarz anbietet – denn wenn man sich schon den Helm von Star-Wars-Legende Darth Vader auf die Terrasse stellen kann, dann doch bitte in der korrekten Farbe. Leider gibt es die "Lautsprecherleuchte", wie Ikea den Bluetooth-Lautsprecher bezeichnet, nur in einem matten Blau oder Grau. Sei's drum: Tatsächlich sind sich die "Vappeby"-Designer der Ähnlichkeit zu besagtem Helm sehr bewusst, offenbar war es aber genau diese Form, die sich für die Kombination aus einer gemütlichen Leuchte, einem Lautsprecher und einem Akku geeignet hat. Und genau das hat Ikea ab sofort im Shop – und der stern im Test.

Zunächst ein paar Zahlen: Die Höhe beträgt 25 Zentimeter, die Breite 18, der Durchmesser 17. Das Gewicht liegt bei 1,4 Kilogramm. Als Leuchtmittel setzt Ikea auf einen LED-Ring mit 1,5 Watt, der kleine Lautsprecher leistet zehn Watt, die Nenn-Impedanz beträgt acht Ohm. Die Kapazität des Akkus gibt Ikea mit 3300 Milliamperestunden an. Damit soll "Vappeby" auf rund zwölf Stunden Laufleistung kommen. Im Test bei höchster Lichteinstellung und niedriger bis mittlerer Lautstärke schaltete das Gerät nach guten acht Stunden erst das Licht aus, nach knappen zehn Stunden endete auch die Musikwiedergabe – der Betrieb ist jedoch auch bei angeschlossenem Ladegerät möglich, hier würde im Zweifel sogar eine Powerbank ausreichen, um bei entspanntem Licht weiterhin Musik zu hören.

Wenig Zubehör, einfacher Aufbau

Da es sich bei der "Lautsprecherleuchte" um ein Gerät für den Außeneinsatz handelt, ist sie nach der Schutzart IP65 zertifiziert. Das bedeutet die Lampe ist gegen Staub geschützt und verträgt Spritzwasser von allen Seiten, somit also auch Regen. Sie besteht vollständig aus Kunststoff und Polycarbonat. Das ist einfach zu reinigen, wirkt aber etwas billig. Die Zeit wird zeigen, ob die Sonne das Produkt ausbleicht, oder ob es seine Farbe behält.

"Vappeby" wird mit wenig Zubehör geliefert. Lediglich ein USB-C-Kabel liegt dem Lautsprecher bei, das Ladegerät hat man wohl dem Preis zuliebe weggelassen. Im Karton findet sich außerdem der lose Bügel für den Lampenschirm, vier Schrauben und ein Innensechskantschlüssel. Der Zusammenbau ist innerhalb einer Minute erledigt, danach kann es mit der Einrichtung des Lautsprechers losgehen. Die Verbindung zur Bluetooth-Quelle funktioniert wie bei jedem anderen Funklautsprecher auch, ein langes Drücken der entsprechenden Taste macht das Gerät für andere sichtbar, das Koppeln dauert wenige Sekunden.

Das Gerät ist denkbar einfach aufgebaut, Musikwiedergabe und Licht werden unabhängig voneinander gesteuert. Für das Licht befindet sich auf der Rückseite der Lampe ein Knopf, der schaltet den LED-Ring auf volle Leuchtkraft, halbe Leuchtkraft oder aus. An der Vorderseite sind zwei weitere Knöpfe und ein Drehregler positioniert. Der Bluetooth-Knopf dient nur dem Koppeln neuer Geräte, die Ein-Aus-Taste übernimmt zusätzlich zu ihrem eigentlichen Job außerdem den Zugriff auf "Spotify Tap", dazu im Folgenden mehr. Ein Regler in der Mitte steuert die Lautstärke und wird für das Anhalten oder Fortsetzen der Musik gedrückt. Außer dem USB-C-Anschluss gibt es keine weiteren Ein- oder Ausgänge, ein Anschluss für ein Klinkenkabel fehlt.

Bedienfeld des Ikea Vappeby
Zwei Knöpfe, ein Drehregler – mehr gibt es auf der Vorderseite des "Vappeby" nicht.
© stern / Christian Hensen

Licht perfekt, Ton in Ordnung

Was das Licht angeht, trifft Ikea genau den richtigen Farbton für gemütliche Abende im Freien. Die maximale Helligkeit beträgt 20 Lumen, die Lichtfarbe 2700 Kelvin. Damit leuchtet "Vappeby" in einer schönen, durchschnittlich warmweißen Farbe. Das aber hoffentlich möglichst lange, denn das Leuchtmittel ist nicht wechselbar, darf laut Ikea "nur vom Hersteller, einer Servicewerkstatt oder einer Fachkraft" ausgetauscht werden. Gleiches gilt für den Akku, auch dieser ist fest verbaut und nicht zum einfachen Wechsel gedacht.

Der kleine Lautsprecher in der Lampe leistet gute Arbeit für den Preis. Er sitzt im Schirm und strahlt nach unten auf einen Kegel ab, sodass der Sound in alle Richtungen gleichmäßig verteilt wird. Natürlich handelt es sich bei "Vappeby" nicht um ein Klangwunder, aber für die musikalische Untermalung zum Sonnenuntergang oder auch die Grillparty mit Freunden reicht es. Die maximale Lautstärke kann sich durchaus hören lassen, Höhen werden korrekt wiedergegeben, es knarzt und krächzt nicht. Der Bass ist, wie von einem so kleinen Treiber zu erwarten ist, relativ schwach. Mit Dubstep kommt "Vappeby" also weniger gut zurecht, als zum Beispiel mit Lo-Fi-Beats oder auch Podcasts. Anders, als bei Ikeas beliebter Symfonisk-Lautsprecherreihe, hat Sonos bei diesem Gerät übrigens nicht mitgewirkt.

Ikea Vappeby von innen
Im Innern des "Vappeby" befindet sich ein LED-Leuchtring und der Lautsprecher. Der Akku sitzt im Fuß. Bei keinem Bauteil ist ein Wechsel vorgesehen, beim Leuchtmittel verwundert das etwas.
© stern / Christian Hensen

Als nützliche Funktion hat sich "Spotify Tap" erwiesen. Der Ikea-Lautsprecher ist nach Angaben des Herstellers "der erste Lautsprecher auf dem Markt" mit diesem Feature, tatsächlich beherrschen das sonst nur In-Ears wie Sonys Linkbuds, Samsungs Galaxy Buds oder ein Bügelkopfhörer von Bose. Drückt man die Ein-Aus-Taste nur ganz kurz, setzt der Lautsprecher entweder da an, wo zuletzt gestoppt wurde, oder wechselt auf ein anderes Lied, welches den Vorlieben des Hörers oder der Hörerin entspricht, aber nicht zwangsläufig in einer bestehenden Wiedergabeliste gespeichert sein muss.

Fazit und Preis: Ikea Vappeby

Die "Lautsprecherleuchte" von Ikea kostet 49,99 Euro. Dafür bekommt man eine Tischlampe und einen Bluetooth-Lautsprecher, geschützt durch einen Darth-Vader-Helm. Der Sound geht in Ordnung, das Licht ist für den gedachten Einsatzzweck perfekt geeignet. Die Akkulaufzeit ist ausreichend lang, lässt sich dank USB-C-Anschluss durch eine beliebige mobile Stromquelle auch unterwegs verlängern. 

Die Haptik ist in Ordnung, mutet aber nicht luxuriös an. Das fehlende Ladegerät ist ärgerlich, ein passendes Exemplar von Ikea kostet aktuell rund 7 Euro. Auch der fehlende Kabelanschluss für einen externen Zuspieler fiel auf, ist aber bei einem Bluetooth-Lautsprecher zu verkraften.

Unterseite des Ikea Vappeby
Auf der Unterseite befindet sich der (geschützte) USB-C-Anschluss, über dem Kabelkanal ist die Taste für das Licht.
© stern / Christian Hensen

Die größten Nachteile zeigt "Vappeby" in puncto Nachhaltigkeit. Weder der Akku, noch das Leuchtmittel sind wechselbar. Die Kosten für die angesprochene Reparatur "durch eine Fachkraft" dürfte den Wert des Lautsprechers übersteigen, sodass man nur hoffen kann, dass das Gerät ein paar Sommernächte durchhält.

Das Konzept des kabellosen Outdoor-Lautsprechers mit eingebauter Lampe ist bislang unter namhaften Herstellern noch eine Seltenheit. Alternativen wären daher zum Beispiel der Flinq Bali XL mit Weinflaschenkühler (129,95 Euro), der Schwaiger RGB-Lautsprecher (59,99 Euro) oder die Leuchte "Lucy" von Luminsky (56,99 Euro). Keinen dieser Lautsprecher hatte der stern bisher im Test.

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