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Das neue Riesen-Smartphone im Test: Samsung Galaxy S6 Edge Plus: Das Gleiche in groß

Mit dem Galaxy S6 Edge schuf Samsung das hübscheste Smartphone des Jahres. Nun gibt es das zusätzlich noch als Riesenmodell. Aber ist größer auch besser? Wir haben es ausprobiert.

Von Malte Mansholt

Das Galaxy S6 Edge Plus vor einer hellen Steinwand

Das Display des Galaxy S6 Edge Plus bietet tolle Farben und starke Kontraste.

Als Samsung im März sein diesjähriges Spitzensmartphone Galaxy S6 vorstellte, stand die Technik-Welt Kopf. Nicht nur hatte Samsung mit dem toll verarbeiteten Gehäuse aus Metall und Glas sein bislang edelstes Smartphone geschaffen. Der koreanische Konzern hatte ihm sogar eine noch schickere Variante zur Seite gestellt: Das Galaxy S6 Edge ist mit seinem um die Ecken geschwungenen Display das hübscheste Smartphone des Jahres und ein beeindruckendes Beispiel für Ingenieurskunst. Jetzt wird das Designerstück mit dem Galaxy S6 Edge Plus noch einmal eine Nummer größer. Ob das aber auch einen Mehrwert bringt, verrät der Test.

Wie schon bei der kleinen Variante ist das Galaxy S6 Edge Plus ein echter Augen- und Handschmeichler. Wem auch immer man Samsungs Design-Meisterstück in die Hand drückt, die Reaktion ist stets ausgesprochen positiv und variiert nur zwischen angetanem Nicken und verzücktem Quietschen. Die Verarbeitung ist außerordentlich gut, lediglich Apple kann sich im Smartphone-Bereich mit den aktuellen Galaxys messen. Die abgerundete Kante schmeichelt den darüber streichenden Fingern, der edle Metallrahmen und die Glasrückseite geben dem edlen Riesen ein echtes Premium-Gefühl.

Das Galaxy S6 Edge Plus liegt auf einer Steinkante

Der abgerundete Displaykante ("Edge") verleiht dem Galaxy S6 Edge Plus seinen Namen.

Alte Probleme, neue Stärken

Bereits beim Galaxy S6 Edge störten die leicht herausragende Kamera sowie die stark fingerabdruckempfindliche Rückseite. Beides hat sich beim Galaxy S6 Edge Plus nicht geändert. Stattdessen ist sogar eine weitere Schwäche hinzugekommen: Die Glasrückseite löste beim kleinen Modell zwar durchaus Angst vor Stürzen aus. Dass sie etwas rutschig ist, fiel im Alltag aber kaum störend auf. Schließlich ist das Gehäuse um den 5,1 Zoll großen Bildschirm klein genug, um es ganz zu umgreifen.

Bei der Plus-Variante ist das anders. Mit 5,7 Zoll ist die Bildschirmdiagonale ein gutes Stück größer. Dadurch wird die Bedienung mit einer Hand selbst mit großen Pranken schnell fummelig - und die rutschige Rückseite zur Gefahr. Man muss das große Gerät locker auf den Fingern liegen lassen, um dem Daumen ausreichend Bewegungsspielraum zu geben. Echter Halt fehlt. Im Alltag kommt eine solche Situation zwar nicht ständig vor, schließlich werden die meisten Nutzer das Gerät mit zwei Händen bedienen. Ist man aber mal auf eine einzelne Hand angewiesen, steigt das Sturz-Risiko gleich deutlich. Der riesige Bildschirm wird dann ganz schnell zum Nachteil.

Die mit Fingerabdrücken beschmierte Rückseite des Galaxy S6 Edge Plus

Durch das Glas auf der Rückseite ist das Galaxy S6 Edge Plus leider extrem anfällig für Fingerabdrücke.

Das Display als Hingucker

Dabei ist er sonst eine der ganz großen Stärken des Galaxy S6 Edge Plus. Wie auch bei den kleinen Modellen ist das Display ein echtes Highlight. Es ist sehr hell, bietet tolle Farben, ein sattes Schwarz und ist mit 2560 x 1440 Bildpunkten extrem hoch aufgelöst. Die zusätzliche Bildfläche macht beim Surfen, in sozialen Netzwerken, beim Fotos knipsen und vor allem beim Spielen wirklich Spaß und bietet einen ganz klaren Mehrwert. Und das, obwohl schon die kleinen Galaxys-S6-Modelle eines der besten Displays auf dem Markt besitzen.

Die geschwungenen Kanten des Displays bleiben allerdings Spielerei. Sie fühlen sich in der Benutzung sehr angenehm an, einen richtigen Nutzen haben sie aber nicht. Dass die Inhalte sich um die Kante "biegen", wenn man sie darüber schiebt, sieht in erster Linie nett aus. Die Favoritenleiste, die sich vom linken Rand auf den Bildschirm schieben lässt, wirkt vor allem so, als hätte Samsung seiner "Edge" verzweifelt auch eine nützliche Funktion verpassen wollen.

Starke Technik

Technisch unterscheiden sich das große und das kleine Galaxy S6 Edge nur in Details voneinander. Beide besitzen denselben blitzschnellen Prozessor. Wie das kleine war auch das Edge Plus im Alltag nicht an seine Grenzen zu bringen. Ob beim Spielen, Arbeiten oder Aufnahmen von hochauflösenden Videos: Stets reagierte das Gerät flink und ohne Schwierigkeiten. Stottern oder Ruckler waren nicht zu bemerken.

Auch den weiteren Trumpf des Galaxy S6 hat Samsung verbaut: die herausragend gute Kamera. Sie ist weiterhin eine der besten Kameras der Smartphone-Welt. Zumindest bis Apple sein iPhone 6s  vorstellt, muss sich das S6 Edge Plus in Bezug auf Fotos und Videos hinter keinem anderen Smartphone verstecken. Ob bei Tageslicht oder im Halbdunkel: Die Aufnahmen sind immer scharf, die Kontraste stark und die Farben strahlend. Durch die leichte Nachbearbeitung sind die Bilder zwar manchmal etwas greller als die Realität, das fällt allerdings nur im direkten Vergleich auf.

Die Rückseite des Galaxy S6 Edge Plus

Die Glasrückseite des Galaxy S6 Edge Plus macht die einhändige Bedienung zu einer rutschigen Angelegenheit.

Endlich mehr Akku

In einem Punkt hat Samsung sein neues Highend-Smartphone gegenüber dem kleinen Edge-Modell ganz klar verbessert: Der eher mittelmässige Akku ist dank des größeren Gehäuses etwas gewachsen - und das merkt man deutlich. Während den kleineren S6-Modellen abends häufig die Puste ausgeht, hat das Edge Plus meistens noch Reserven. Auch wenn es nur in Ausnahmen für einen zweiten Tag reichte, ist das bereits ein gewaltiger Fortschritt. Durch die Schnelllade-Technologie Quickcharge ist das Edge Plus trotzdem in kurzer Zeit voll geladen. Hier ist größer wirklich besser.

Wie beim kleinen Egde auch lassen sich weder der Akku austauschen, noch eine Speicherkarte einbauen. Will ein Nutzer mehr Speicher, muss er sich die größere - und vor allem teurere - Speichervariante zulegen. Wer sich aus diesen Gründen gegen das kleine Modell entschied, wird mit dem Edge Plus also auch nicht glücklich.

Fazit: Ein wirklich großes Smartphone

Mit dem Galaxy S6 Edge Plus hat Samsung sein Vorzeigestück S6 Edge einfach noch mal in groß herausgebracht. Mit allen Ecken und Kanten. Das Edge Plus ist wie sein kleiner Bruder hervorragend verarbeitet, toll gestaltet und rasend schnell. Zudem besitzt es eine der besten Smartphone-Kameras auf dem Markt. Leider hat Samsung aber auch die Kritikpunkte mit übernommen. Das Edge Plus ist ein Fingerabdruck-Magnet, die rutschige Rückseite wird dank der unhandlichen Größe zu einem echten Problem. Immerhin lässt das größere Gehäuse mehr Platz für einen größeren Akku - und bessert so eines der größten Mankos der kleinen S6-Modelle aus.

Wer ein Smartphone mit riesigem Display, tollem Design und hervorragender Kamera sucht, ist mit dem S6 Edge Plus bestens bedient. Für die meisten Nutzer dürfte es allerdings etwas zu groß ausfallen. Als kleinere Alternative sind natürlich Galaxy S6 und S6 Edge zu nennen. Wenn die Glasrückseite abschreckt oder nicht auf Wechsel-Akku und microSIM verzichtet werden kann, lohnt sich ein Blick auf das LG G4. Oder man wartet auf das bald erscheinende Huawei Mate S.

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