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LG G4 im Test: Leder, Lust und scharfe Bilder

Lederrückseite und superscharfes Display: Das LG G4 ist der Angriff auf Samsung, Apple und Co. Doch kann LGs neues Premium-Smartphone mit dem ungewöhnlichen Design überzeugen? Wir haben es getestet.

Von Malte Mansholt

Die Lederrückseite des LG G4 sticht heraus

Die Lederrückseite des LG G4 sticht heraus

Seit Jahren macht LG tolle Smartphones, richtigen Erfolg haben die Südkoreaner damit aber nicht. Ob das LG G3 mit dem damals schärfsten Display der Welt oder das gebogene LG Flex: Die Geräte sind stets innovativ, leistungsstark, gut verarbeitet - und verkaufen sich eher mäßig. Mit dem LG G4 versucht der Konzern nun erneut das Blatt zu wenden. Ob das experimentierfreudige Premium-Smartphone das Zeug zum Game Changer hat, verrät Ihnen der Test.

LG G4: Knackscharfes Display

Die besondere Stärke der LG-Geräte - ob Fernseher, Smartphone oder Tablet - ist fast immer das Display. Kein Wunder: LG ist in diesem Feld einer der weltweiten Vorreiter. Auch das G4 enttäuscht nicht: Der 5,5 Zoll große Bildschirm ist hell, mit seiner Auflösung von 2560 x1440 Bildpunkten knackscharf und bietet sowohl tolle Farben als auch einen satten Kontrast. Fotos und Videos darauf zu betrachten ist tatsächlich ein Genuss, auch Spiele machen viel her. Allerdings muss man auch sagen: Die Konkurrenz hat aufgeholt, zumindest in der Premium-Klasse. Der große Vorsprung, den das G3 noch vor Samsungs Galaxy S5 und Co. hatte, ist im Display-Vergleich zwischen G4 und dem aktuellen Galaxy S6 deutlich geschrumpft.

Die Kurve des LG G4 fällt in der Alltagsnutzung nicht besonders auf

Die Kurve des LG G4 fällt in der Alltagsnutzung nicht besonders auf

LG G4: Kurven und Leder

Beim Design hebt sich LG beim G4 erfrischend ab. Während immer mehr Hersteller bei Premium-Geräten auf Metall setzen, kommt das G4 in zwei Varianten. Das etwas günstigere Modell besitzt eine Kunststoff-Rückseite, gegen einen Aufpreis gibt es mit einer Lederrückseite mal etwas ganz anderes. Die liegt sehr angenehm in der Hand, fühlt sich aber manchmal etwas rutschig an. Zur Wahl stehen eine ganze Reihe von Ledertexturen und -farben. In der Redaktion war die Meinung über die Cognac-braune Rückseite gespalten: Während einige regelrecht verzückt reagierten, hoben andere nur die Augenbraue.

Auch an anderer Stelle riskiert LG ein Abweichen von Smartphone-Normen: Das G4 ist leicht gebogen und soll sich so am Gesicht angenehmer anfühlen. Ganz so stark wie beim LG Flex fällt die Kurve nicht auf, auf den ersten Blick bemerkt man sie nicht. Einen echten Vorteil konnten wir im Test zwar nicht entdecken - stören tut die ungewöhnliche Designentscheidung aber auch nicht.

Das verspielte Design ist letztlich Geschmackssache. Während einige die Abwechslung und das markante Design schätzen werden, dürfte es andere potenzielle Käufer verschrecken. Immerhin kann man dem G4 nicht vorwerfen, austauschbar auszusehen.

LG G4: Viel Leistung, gute Ausstattung

Unter der Haube steckt die in High-End-Smartphones übliche Ausstattung: Der 64-Bit-Prozessor besitzt sechs Kerne, als Arbeitsspeicher sind drei Gigabyte verbaut. Das Gerät reagiert immer flott, auch Spiele oder viele geöffnete Apps verursachen keine Probleme.

Als Datenspeicher stehen 32 Gigabyte zur Verfügung. Anders als die Konkurrenz von Samsung, Apple und Co. hält LG bei seinem Topgerät weiter am Speicherkarten-Slot fest. Bis zu 128 Gigabyte zusätzlichen Speicher sind mit Hilfe einer microSD-Karte möglich.

Der Akku bleibt ebenfalls austauchbar, auch das ist nicht mehr selbstverständlich. Im Alltag hielt der Akku sehr gut durch, nach einem Tag mit normaler Nutzung war stets eine gute halbe Ladung übrig. Es bleiben also Reserven für Vielnutzer. Für einen zweiten Tag reichte es aber nicht mehr. Bei geringer Nutzung könnte aber sogar das drin sein.

Auch sonst kann sich die Ausstattung des G4 sehen lassen: Schnelles Internet per LTE, kabelloses Laden nach dem Qi-Standard, WLAN, NFC und GPS sind selbstverständlich alle an Bord. Sogar ein FM-Radio hat LG dem G4 spendiert. Als Antenne dient das Kopfhörerkabel

Die Kamera ist eine der besonderen Stärken des LG G4

Die Kamera ist eine der besonderen Stärken des LG G4

LG G4: Herausragende Kamera

Bei der Kamera nimmt LG den Mund mächtig voll: Durch seinen besonders lichtempfindlichen Sensor soll die Kamera des G4 40 Prozent mehr Licht aufnehmen als die Konkurrenz. Zudem hilft ein dreifacher optischer Bildstabilisator dabei, Wackler auszugleichen. In der Praxis kann das G4 überzeugen. Zwar sind die Bilder nicht um Welten besser, als die der größten Konkurrenten iPhone 6 und Galaxy S6, sie müssen sich aber auch nicht hinter ihnen verstecken.

Die Kamera bietet hochaufgelöste Fotos, die auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch sehr detailliert ausfallen. Auch die Farben überzeugen in der Regel, können aber manchmal etwas zu knallig ausfallen. Lediglich die Video-Aufnahme schwächelt etwas: Bei schnellen Fokuswechseln wabert das Bild sichtbar. Trotzdem: Das LG G4 besitzt eine der besten Smartphone-Kameras auf dem Markt, die auch noch sehr schnell auslöst. Ein klarer Pluspunkt.

LG G4: Schlichte Software

Beim Betriebssystem setzt LG auf Android 5.1 Lollipop, legt aber eine eigene Benutzeroberfläche darüber. Die ist allerdings weniger aufdringlich, als es bei älteren Android-Versionen noch üblich war. LG hat vor allem die Menüs und die Schnellstartleiste angepasst. Leider ist die Bedienung dadurch manchmal etwas komplizierter als beim puren Android. Gut: Beim ersten Einrichten bietet LG eine ganze Reihe von Assistenten an, die bei Bedarf durch die verschiedenen Funktionen des Gerätes führen.

Bei der vorinstallierten Software hält sich LG angenehm zurück, lediglich eine eigene Fitness-App und einige Zusatz-Programme sind an Bord. So kann das G4 etwa mittels Smartsettings automatisch Einstellungen vornehmen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Beispielsweise schaltet es dann das Wlan nur ein, wenn man zuhause ist - und spart so unterwegs Akkulaufzeit.

LG G4: Fazit

Mit dem G4 ist LG ein richtig runder Nachfolger seines ohnehin schon guten LG G3 gelungen. Die Kamera ist eine der besten auf dem Markt, es besitzt ein herausragendes Display. Auch Akkulaufzeit und Geschwindigkeit überzeugen ebenso wie die mitgelieferte Software. Das besondere Design ist sicher Geschmackssache, beweist aber immerhin Mut zum Anderssein und wird seine Freunde finden. Wer Wert auf wechselbare Akkus und Speichererweiterung per microSD-Karte legt, darf sich ebenfalls freuen.

Ingesamt kann man dem LG G4 eine klare Kaufempfehlung aussprechen - solange das Design gefällt. Wer lieber auf Metall und Glas setzt, sollte sich stattdessen das Samsung Galaxy S6 oder S6 Edge ansehen. Wer etwas Geld sparen möchte und mit einer nicht ganz so guten Kamera leben kann, greift zum Huawei P8 - das gibt es bereits für etwa 450 Euro.

Das LG G4 ist bereits in Deutschland erhältlich und kostet ab 600 Euro.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.