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Ohne Vorwarnung verbannt: WhatsApp sperrt offenbar Nutzer-Accounts wegen Gruppennamen – das sollten Sie beachten

In den USA berichten WhatsApp-Nutzer, dass sie vom Dienst dauerhaft verbannt wurden, weil sie Mitglieder in Gruppen mit für den Messenger verdächtigen Namen waren. Offenbar wurden einige von ihnen Opfer schlechter Scherze.

WhatsApp

WhatsApp sucht offenbar gezielt nach verdächtigen Gruppennamen (Symbolbild)

Picture Alliance

WhatsApp-Gruppen sind schnell eingerichtet und ein nützliches Hilfsmittel, um schnell und unkompliziert einen Kreis von Menschen zusammenzutrommeln. Sei es privat, in der Uni oder im Job (ob das immer datenschutzkonform ist, steht auf einem anderen Blatt Papier). Nicht selten, werden die Gruppen dann eine Zeit lang zweckbezogen genutzt und wandern anschließend in die virtuelle Abstellkammer, wo sie in Vergessenheit geraten. Wohl jeder WhatsApp-Nutzer dürfte auf die Art im Laufe der Zeit eine mal kleinere, mal größere Sammlung an Gruppen zusammentragen, die irgendwann nicht mehr weiter beachtet werden. Künftig sollten Nutzer jedoch genau hinschauen, in welchen Gruppen sie Mitglied sind. 

WhatsApp kann Inhalte nicht lesen – Gruppennamen schon 

Denn: In den USA wurden Nutzer nun offenbar dauerhaft von der Facebook-Tochter gesperrt, weil sie Mitglieder in Gruppen waren, deren Namen von WhatsApp als anstößig oder verdächtig angesehen wurde. Darüber berichten unter anderem das in der Regel gut über den Messenger informierte Portal "WABetafinfo" und "Forbes". Sie wurden durch Nutzerberichte, etwa bei "Reddit", auf das Thema aufmerksam. Dort berichtete ein Betroffener, er wäre Mitglied einer Gruppe seiner Universität gewesen. Ein Witzbold mit zweifelhaftem Humor hätte den Gruppentitel temporär in "Kinderpornografie" geändert. Daraufhin wären alle Mitglieder dauerhaft vom Messenger verbannt worden. Der Support hätte auf Anfrage lediglich mitgeteilt, sie hätten gegen die Regeln verstoßen. Weitere Unterstützung gebe es nicht. Damit waren die Betroffenen draußen. Andere Nutzer berichten ähnliches und sind frustriert. Obwohl sie nichts Unrechtes getan hätten, wären sie nun verbannt, so der Tenor.

Der Hintergrund: "Forbes" stellt die Vermutung auf, dass WhatsApp sich seit einiger Zeit die Gruppennamen genauer anschaut. Titel, die etwa Hinweise auf terroristische, extremistische, kinderpornografische oder andere illegale oder anstößige Inhalte geben, geraten dabei schneller ins Fadenkreuz. Anders als die verschlüsselten Nachrichten darin könne WhatsApp die Namen der Gruppen nämlich auslesen. Der Messenger wolle so einen Missbrauch seiner Dienste verhindern. Eine Stellungnahme des Unternehmens zu den Vorfällen gibt es bisher nicht.

Bösartige Absicht oder schlechter Humor?

In den Nutzungsrichtlinien schreibt WhatsApp jedoch: "Wenn du gegen unsere Bedingungen oder Richtlinien verstößt, können wir Maßnahmen bezüglich deines Accounts ergreifen, einschließlich Deaktivierung oder Aussetzung deines Accounts und wenn wir dies tun, darfst du ohne unsere Erlaubnis keinen anderen Account erstellen."

Im Absatz darunter steht unter anderem, dass eine Nutzung welche "rechtswidrig, obszön, beleidigend, bedrohend, einschüchternd, belästigend, hasserfüllt, rassistisch oder ethnisch anstößig ist, oder zu einer Verhaltensweise anstiftet oder ermuntert, die illegal oder auf sonstige Weise unangemessen wäre, einschließlich der Verherrlichung von Gewaltverbrechen" unzulässig ist. 

Bei der Kontrolle habe WhatsApp keine Möglichkeit, zwischen böser Absicht und schlechtem Humor zu unterscheiden, schreibt "Forbes". Es kann aber auch Nutzer treffen, die beruflich mit entsprechenden Themen zu tun haben: In Indien flogen laut "The Hindu" offenbar Mitarbeiter des Ministeriums für Frauen und Kindesentwicklung bei WhatsApp raus, weil sie nach einem Workshop eine Arbeitsgruppe mit dem "Child Sex Ratio Decline" gründeten.  

Nutzer sollten daher künftig noch sorgfältiger darauf achten, in welchen Gruppen sie Mitglied sind – vor allem, wenn diese groß und unübersichtlich sind und auch Fremde dabei sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man aus nicht mehr benötigten Gruppen austreten oder diese löschen. Gruppenadmins sollten die Einstellungen dahingehend anpassen, dass niemand sonst den Titel bearbeiten kann. 

Denn die Beispiele zeigen: Ein Witzbold reicht im Zweifel aus, um es allen zu vermasseln. 

Quellen: "Forbes", "WABetainfo", "Reddit", "The Hindu"

rös