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Auto-Industrie: Abwrackprämie bleibt unverändert - bis Mai

Wer noch in den Genuss der kompletten Abwrackprämie von 2500 Euro gelangen will, muss sich möglicherweise sputen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, wird der Bonus zunächst nur bis zum 31. Mai in voller Höhe ausgezahlt. Die Regelung für die Zeit nach diesem Stichtag ist offen.

Die staatliche Abwrackprämie für Altautos wird mindestens bis Ende Mai in unveränderter Höhe gezahlt. Das verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Für alle Anträge bis zum 31. Mai gelte aus Gründen des Vertrauensschutzes die bisherige Prämie von 2500 Euro. Die Regelung für die Zeit nach diesem Stichtag ist allerdings offen. Dies solle bis kommende Woche geklärt werden, hieß es.

Zuletzt gab es Spekulationen darüber, dass die Prämie wegen des enormen Ansturms ab einem bestimmten Zeitpunkt gesenkt werden könnte. Hintergrund sind die möglichen Zusatzkosten in Milliardenhöhe. Bisher waren 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. Am vergangenen Montag gab es nach offiziellen Regierungsangaben noch keine Hinweise auf eine Änderung der Modalitäten. Im Wirtschafts- und Finanzministerium hieß es jedoch, dass die weitere Finanzierung der Prämie noch festgelegt werden müsse.

Unterdessen sind die Auswirkungen der Abwrackprämie auf dem Automobilmarkt deutlich zu spüren. Laut einem Bericht des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hat der Pkw-Inlandsmarkt im März sprunghaft zugelegt. Mit 401.000 Neuzulassungen stieg der Inlandsabsatz um satte 40 Prozent auf das höchste Volumen seit dem Wiedervereinigungsboom 1992. Dabei wurde das gute Ergebnis aus dem Februar um 44 Prozent übertroffen.

In Brandenburg und Sachsen war die Kauflust besonders hoch. Dort stiegen die Zuwachsraten um mehr als 50 Prozent. Insgesamt wuchs der deutsche Pkw-Markt im ersten Quartal um 18 Prozent auf über 868.000 Fahrzeuge. Der VDA korrigierte angesichts der guten Zahlen seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben und erwartet nun einen Inlandsabsatz deutlich über dem Vorjahresniveau von 3,09 Millionen Autos.

Die Auftragseingänge für deutsche Hersteller aus dem Inland stiegen im März ebenfalls kräftig um 75 Prozent. Im ersten Quartal lag der Zuwachs bei 43 Prozent. VDA-Präsident Matthias Wissmann erklärte: "Die Sorge der Verbraucher über ein frühes Ende der Umweltprämie hat im März offenbar zu einem Ansturm der Käufer geführt. Mit der beabsichtigten Verlängerung bis zum Jahresende ist allerdings in den kommenden Monaten mit einer Entspannung zu rechnen".

Keine Stabilisierung im Ausland

Düster ist weiter das Exportgeschäft mit einem Rückgang von 25 Prozent im März. Wissmann betonte denn auch, dass "die derzeitigen positiven Marktergebnisse in Deutschland nicht über den Ernst der Lage hinwegtäuschen dürfen".

Für die deutschen Autobauer, die 2008 rund 11 Millionen Pkw weltweit produziert hatten, ist die Entwicklung auf den Auslandsmärkten von entscheidender Bedeutung. Dort werden mehr als vier Fünftel aller deutschen Fahrzeuge abgesetzt. Auf den meisten dieser Märkte seien noch keine Anzeichen für eine durchgreifende Stabilisierung zu erkennen, so Wissmann. Die Exporte brachen im März um 25 Prozent ein. Im ersten Quartal wurden 713.700 Pkw ausgeführt, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 38 Prozent.

Kleine Modelle bevorzugt

Die Autokäufer in Deutschland entschieden sich laut des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) überdurchschnittlich häufig für kleinere und damit auch emissionsarme Modelle. "Die Entscheidung der Aufstockung der Mittel für die Umweltprämie kam gerade noch rechtzeitig", sagte VDIK-Präsident Volker Lange.

AP/mre / AP

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