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Bayern: Zeugnisse werden informativer

Soziale Kompetenzen sind gefragt: Deshalb geben künftig Lehrer in Bayern ihren Schüler nicht nur Noten, sondern auch Beurteilungen über deren Wohl- und Missverhalten.

Die Grundschulzeugnisse im Freistaat sollen von nächstem Schuljahr an ausführlicher und informativer für die Eltern werden. Lerneifer und Betragen werden künftig mit Hilfe so genannter Beobachtungsbögen genau beurteilt. In allen vier Jahrgangsstufen wird es diese Aussagen zu Sozial-, Lern und Arbeitsverhalten geben, wie aus einem am Donnerstag im Landtag vorgelegten Bericht des Kultusministeriums hervorgeht. Außerdem werden die traditionellen Zensuren in der zweiten Klasse wieder eingeführt. Ziel sei eine verbesserte individuelle Förderung der Kinder.

Wohl- oder Missverhalten

Auf dem zweiseitigen Beobachtungsbogen sollen die Lehrer ihre Eindrücke von Wohl- oder Missverhalten der Kinder mit Hilfe von insgesamt 23 Einzelpunkten zu Papier bringen - angefangen von "Hilfsbereitschaft" und "Toleranz" über "Einfühlungsvermögen", "Zuhören" und "Konfliktlösung" bis hin zu "Neugier" und "Anstrengungsbereitschaft". Ursprünglich hätten es sogar vier Seiten sein sollen. "Wir haben den Beobachtungsbogen ganz stark heruntergebrochen", sagte die Vertreterin des Kultusministeriums.

Trotz der Kürzungen stößt die detaillierte Beobachtung bei manchen Abgeordneten auf Kritik. "Das ist ein riesiger Bürokratismus", sagte Berthold Rüth (CSU). Insgesamt sei das Echo der Eltern aber positiv. Auch SPD und Grüne lobten, dass die individuelle Förderung größeres Gewicht erhalten soll. Manche Eltern seien aber besorgt, dass die Wiedereinführung der Zensuren in der zweiten Klasse den Leistungsdruck erhöhen könne, sagte Simone Tolle (Grüne).

Zunächst werden im kommenden Schuljahr die Schüler der ersten und zweiten Klasse die neuen Zeugnisse erhalten, von 2005/06 an auch die Schüler der 3. und 4. Klasse.

DPA / DPA
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