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Auswahlgespräche für BWLer an der FU

Auswahlgespräche für BWLer an der FU

Nun ist es soweit: ab dem kommenden Sommersemester werden am Wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich der FU Berlin erstmals Studenten ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre aufnehmen, die aufgrund eines Auswahlgespräches einen der seit jeher begehrten Studienplätze bekommen haben.

Eine Änderung des Hochschulrahmengesetzes macht es den Hochschulen seit dem letzten Wintersemester möglich, sich 20 Prozent ihrer Studenten nach den Ergebnissen der von ihnen durchgeführten Interviews auszusuchen. Die Wirtschaftswissenschaftler machen als einziger Fachbereich der FU davon schon für das kommende Semester Gebrauch. Was seit langem immer wieder im Gespräch ist, wenn es um die Aufnahmebedingungen für zulassungsbeschränkte Studiengänge geht, soll nun in den nächsten Wochen geprobt werden. Insgesamt vergibt die Fakultät dabei 20 Studienplätze, für die sie von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) 80 Bewerbungen zugesandt bekommen wird. Viermal so viele Bewerber werden demnach in den folgenden Auswahlgesprächen um die Plätze konkurrieren. Zu den entscheidenden Vergabekriterien gehören nach Angaben der Fakultät der Durchschnitt der Abiturnote, die Motivation und Eignung für den gewählten Studiengang, aber auch eine in die ähnliche Richtung gehende Ausbildung oder Berufserfahrung. All dies wird prozentual unterschiedlich gewichtet und soll nachher ein durch Punkte errechnetes Gesamtbild des Bewerbers ergeben und so den Vergleich zu den anderen Teilnehmern vereinfachen.

Im Auswahlgespräch will man jedoch auch auf die Persönlichkeit des Bewerbers eingehen - ein Versuch, als Eignungsbasis eben nicht nur die herkömmlichen Indikatoren wie den Abiturdurchschnitt zu betrachten. So will man beispielsweise auf kommunikative Fähigkeiten achten und Fremdsprachenkenntnisse mit einbeziehen. Eine Rangfolge aller Bewerber wird schließlich die Vergabe der Studienplätze an die »ersten« zwanzig Studenten erleichtern.

Ob sich dieses Verfahren lohnt, wird die Zukunft zeigen. Auch Prof. Dr. Schreyögg , Dekan des Fachbereichs, zeigt sich verhalten positiv. Es bedeutet relativ viel Aufwand für einen relativ geringen Anteil von Studienplätzen. Inwieweit sich tatsächlich die fachliche Qualifikation eines Bewerbers in so einem Gespräch herausstellen lässt, muss die Erfahrung zeigen, die man bisher noch nicht besitzt. Ein Auswahlgespräch dieser Art kann jedoch eine Chance dafür sein, fachliches Interesse und eine gute Reifeprüfung in Einklang zu bringen, denn oftmals kommt bei ZVS-Fächern ersteres als Auswahlkriterium zu kurz. (kl)


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