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J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: "Wie werde ich meine Ex-Freundin endlich los?"

Markus hat sich im Mai getrennt - doch seine Ex lässt ihn nicht in Ruhe. Sie steht abends vor seinem Fitness-Studio, schreibt ihm angetrunken Nachrichten und will nicht akzeptieren, dass es vorbei ist. Wie kann er ihr aber eben genau das begreiflich machen?

Die Ex-Freundin lässt Markus nicht in Ruhe. Wie wird er sie los?

Die Ex-Freundin lässt Markus nicht in Ruhe. Wie wird er sie los?

Sehr geehrte Frau Peirano,

ich habe mich im Mai von meiner Ex-Freundin getrennt. Wir waren ein Jahr zusammen und sie dachte, dass ich der Mann ihres Lebens bin. Ich habe mich dann von ihr getrennt, weil sie sehr eifersüchtig war. Sie akzeptiert das aber nicht und meldet sich immer mal wieder per Email, auf Xing, . Ich habe den Verdacht, dass sie manchmal angetrunken ist, wenn sie schreibt. Zweimal hat sie „zufällig“ an meinem Trainingsabend vor meinem Fitness-Center gestanden. Mir hat ein Freund gesagt, dass sie manchmal durch meine Straße fährt. Immer wenn ich denke, dass sie es endlich kapiert hat, kommt wieder eine EMail. Das bringt mich durcheinander. Einmal habe ich ihr leider geantwortet, darauf wurde sie wieder aktiver. Wie kann ich ihr klarmachen, dass es vorbei ist?

Markus F.

Lieber Markus F.,

Wenn Sie irgendwo in sich noch dunkle Ecken haben, die entweder nicht mit ihr abgeschlossen haben, sich noch rächen wollen oder es insgeheim ganz schmeichelhaft finden, dass Sie Ihrer Ex-Freundin so wichtig sind, sollten Sie diese Ecken erst einmal beleuchten. Oft ist das der Fall, und das ist natürlich die Ursache dafür, dass der Kontakt nie abreisst. Bei Ihnen klingt das allerdings eher nicht so. Wenn Sie sich also ganz sicher sind, dass Sie keinen Kontakt mehr wollen, ist das Vorgehen recht einfach.

Schreiben Sie Ihrer Ex-Freundin bei der nächsten Kontaktaufnahme umgehend eine kurze Email mit dem ungefähren Wortlaut: „Liebe xy, ich habe mich im Mai von Dir getrennt, weil … (Nennen Sie an dieser Stelle in einem kurzen Satz den Trennungsgrund ,z.B. wir passen nicht zusammen, du hast mich betrogen, wir haben ständig gestritten, die Gefühle waren nicht so tief. Gehen Sie aber bitte nicht ins Detail, denn Sie haben ihr das ja schon damals erklärt).
Ich möchte keinen Kontakt mehr mit dir. Du respektierst das leider nicht. Deshalb werde ich Dir in Zukunft immer, wenn Du mir schreibst oder ich auf der Straße abpasst, diese Email schicken. Das wird meine einzige Reaktion sein. Viele Grüße, Markus“

Warum ist es so wichtig, dass Sie reagieren? Bei Menschen, aber auch bei Tieren, wurde intensiv untersucht, wie sie etwas lernen oder wieder verlernen. Verhaltensforscher haben mit Tauben experimentiert und ihnen immer dann Futter gegeben, wenn sie auf eine bestimmte Taste pickten. Die Tauben lernten schnell, diese Taste immer wieder zu drücken. Wenn man ihnen das abgewöhnen wollte, ging es am schnellsten, wenn man den Tauben nie wieder Futter gab, wenn sie auf diese Taste pickten. Das verstanden sie schnell. Gab man ihnen allerdings ab und zu Futter, wenn sie doch auf diese Taste pickten, versuchten die Tauben ihr Glück ewig weiter.


Bei Menschen sieht man diese Phänomene bei Überraschungseiern (eigentlich weiß man, dass nur billiges Plastik drin ist, aber da man ab und zu einen Schlumpf findet, kauft man sie doch immer wieder). Oder auch beim Glücksspiel suchen viele ihr Glück, obwohl sie oft verlieren. Und Ihre Freundin wird ab und zu „belohnt“, wenn sie sich bei Ihnen meldet. Zudem kann sie ewig spekulieren, ob Sie ihre Email gelesen haben, was Sie fühlen, ob Sie sich noch melden werden etc. Diese Grübeleien geben ihr etwas Aufregung und „Drama“. Wenn Sie allerdings immer gleich kurz nach dem Kontakt dieselbe EMail schicken, sobald sie sie kontaktiert hat, geht der Reiz verloren. Denn egal was sie macht, führt es zur gleichen, klaren Reaktion von Ihnen. Wenn Sie ihr jedoch ab und zu antworten, es ab und zu ignorieren und dann mal wütend, mal freundlich schreiben, kann Ihre Freundin ewig versuchen, Ihnen eine Reaktion zu entlocken. Es ist an Ihnen, da Klarheit zu schaffen.

Herzliche Grüße, Julia Peirano

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