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J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: "Ich muss meinem Partner jedes Wort aus der Nase ziehen"

Janina ist frustriert. Für sie sind Gespräche das A und O in einer Beziehung. Sie will sich intensiv austauschen, herumblödeln und alles besprechen. Ihr Freund hingegen redet wenig. Wie kann Janina trotzdem mit ihm eine Basis finden?

Schweigender Partner: Julia Peirano hilft bei Beziehungsproblemen.

Sie will reden, er ist schweigsam - wie kann man dieses Beziehungsproblem lösen?

Liebe Frau Peirano,

ich schreibe Ihnen, weil es in meiner Partnerschaft sehr kriselt. Ich lebe seit fünf Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir haben eine dreijährige Tochter, ein absolutes Wunschkind. Das tägliche Leben klappt auch gut: Geld, Aufgabenteilung, Erziehung usw. Aber innerlich leben wir auf zwei verschiedenen Planeten. Ich bin jemand, der sehr viel redet und sich gerne über alles austauschen möchte. Ich liebe es, Witze zu machen, die sich gegenseitig steigern, ich spinne gerne auch mal einfach herum, liebe Wortspiele und lebendige Erzählungen. Ich tausche mich gerne mit Leuten aus und finde es bereichernd, andere Meinungen zu hören. Mein Freund ist das genaue Gegenteil. Mit ihm kann man über praktische Dinge sprechen, aber dann immer "zielführend" (Das ist jetzt sein Ausdruck dafür). Hat man alles geplant und erledigt, ist wieder Schweigen im Walde. Wenn ich ihn frage, wie es bei der Arbeit war, sagt er: "Wie immer." Viel mehr erzählt er nicht über sich. Ich versuche zwar, ihm etwas aus der Nase zu ziehen, aber das klappt nicht wirklich. Ich warte immer ab, ob noch was kommt, aber es kommt nichts.


Mich strengt das wirklich an! Mir fehlt es sehr, dass er so wenig von sich erzählt. Mein Freund hat übrigens keinen einzigen Freund, redet kaum mit anderen Leuten – das finde ich irgendwie arm. Ich habe ihm schon häufiger gesagt, dass ich mich nicht wohl fühle deswegen, und das bedrückt ihn auch. Aber ich befürchte, dass er sich nicht ändern wird und ich weiß nicht, ob ich auf Dauer so leben kann. Sie werden sicher eine Paartherapie vorschlagen, und das habe ich schon angesprochen, aber dafür kann ich ihn nicht gewinnen.

Was schlagen Sie vor?
Verzweifelt, Ihre Janina H.

Liebe Janina H.,

Sie und Ihr Freund sind anscheinend sehr unterschiedlich, was die Kommunikation betrifft. Sie sind eine große Rednerin, er ist ein großer Schweiger. Es ist in Partnerschaften oft eine Herausforderung, damit zu leben, dass der Partner ganz anders ist als man selbst. Ich habe noch nie erlebt, dass Paare sich darüber beschweren, dass Sie die gleichen Interessen oder Gewohnheiten haben oder die Welt ähnlich bewerten. Für solche Paare ist es erheblich leichter. Sie haben sich einen Partner ausgesucht, der ganz anders ist, und mittlerweile strengt es Sie an und frustriert Sie, dass er so wenig erzählt. Vielleicht haben Sie auch den Eindruck, ihn nicht wirklich zu kennen, weil Sie über Worte – Ihr eigenes Ausdrucksmittel – nicht erfahren, was in ihm vor sich geht. Womit beschäftigt er sich innerlich? Warum erzählt er es Ihnen nicht?
Für Sie persönlich wäre es ein untrügliches Zeichen, dass die Beziehung nicht stimmt, wenn Sie mit einer nahen Person nicht reden. Es ist wichtig, dass Sie immer wieder innerlich wiederholen, dass das bei Ihrem Freund etwas ganz anderes ist. So wie Sie es beschreiben, hat seine Einsilbigkeit nichts mit Ihnen zu tun. Er will Sie nicht damit kränken oder bestrafen, dass er so wenig von sich offenbart. Sondern er gibt so wenig preis, weil das seine Art ist. Er hat grundsätzlich nicht das Bedürfnis, von sich zu erzählen oder sich auszutauschen - weder mit Ihnen noch mit anderen Menschen.

Nervige Ex: Was tun, wenn die Ex-Freundin nicht loslassen kann?

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Ich scheue mich davor, über die Ursachen zu spekulieren, denn damit würden wir andeuten, dass sein Verhalten erklärungsbedürftig – und sozusagen nicht "normal" ist. Ich befürchte, dass es die Fronten zwischen Ihnen noch weiter verhärten würde, wenn Sie Ihren Freund als "merkwürdig" oder "arm" ansehen und verlangen, dass er sein Verhalten ändert – und an Ihres anpasst. Wahrscheinlich wird er sich nicht umkrempeln, genau so wenig, wie Sie plötzlich zur Schweigerin werden. Auch wenn es noch so schwer ist, sich zu beherrschen: Ablehnung in Form von Kritik, Ungeduld, Unzufriedenheit oder Ärger ist kränkend. Ich vermute, dass Ihr Freund das spürt und seinerseits sich noch mehr verschließt. Er ist ja niemand, der Konflikte in offenen Gesprächen klärt, sondern er ist jemand, der Dinge mit sich selbst abmacht oder sie nicht wahrnimmt. Ich würde eher dazu raten, dass Sie versuchen, liebevoll eine Brücke von Ihrem "Planeten" zu seinem "Planeten" zu bauen. Das hieße, dass Sie versuchen, Ihren Freund so anzunehmen und zu lieben, wie er ist. Das ist jetzt viel leichter gesagt als getan, und ich bereite Sie darauf vor, dass es wahrscheinlich harte Arbeit wird -gerade weil er so anders ist als Sie.


Ein paar Anregungen:

- Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie sich an die Zeit erinnern, als Sie sich kennen gelernt haben. Da war er doch bestimmt auch schweigsam. Was hat Ihnen so an ihm gefallen, dass Sie sich entschieden haben, ihm zusammen zu leben und mit ihm ein Kind zu bekommen?

- Können Sie auch ein paar Vorteile an seiner wortkargen Art sehen? Ist er zum Beispiel ein guter Zuhörer? Durchdenkt er Sachen gründlich und handelt sicher? Erledigt er ohne große Worte, was gerade anliegt?

- Versuchen Sie doch mal, auf seine "Sprache" zu achten. Wie drückt er sich aus? Vielleicht zeigt er seine Zuneigung, indem er Sie in den Arm nimmt, eine unbequeme Aufgabe erledigt oder Ihnen Freiraum gibt? Es wäre sicher gut, wenn Sie diese Dinge beachten und ihm Wertschätzung zeigen, wenn Ihnen etwas Positives an ihm auffällt.
- Ganz praktisch: Vielleicht können Sie mit Ihrem Freund bewusst Dinge unternehmen, bei denen man nicht viel reden muss. Ein paar Beispiele: Gemütlich im Bett liegen und Musik hören. Zusammen kochen. Tanzen. Renovieren. Schach/Backgammon o.ä. spielen. Sport treiben (schwimmen, reiten, Fahrrad fahren, segeln). Versuchen Sie bewusst, über praktische Dinge zu reden (und seine Sprache zu sprechen). 


- Vielleicht können Sie sich in manchen schönen Augenblicken ganz bewusst an der Stille erfreuen und die Umgebung genießen, ohne dabei über den Alltag zu sprechen. Mittlerweile interessiert sich die Psychologie oder Gesundheitsforschung sehr für das Thema Achtsamkeit: Das ist die Kunst, ganz im Moment zu sein und möglichst wenig zu denken. Vielleicht können Sie Ihren Freund ja als "Achtsamkeitslehrer" begreifen und die Zeit mit ihm nutzen, um den Moment auf andere Art als über das Reden zu genießen. Es gibt ja noch das bewusste Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen. Falls Sie mal etwas über das Thema Achtsamkeit lesen möchten, ist das Buch: "Leben im Jetzt" von Eckhart Tolle.

- Und ein letzter wichtiger Tipp: Natürlich ist es für Sie als extrovertierter Mensch wichtig, Ihr Redebedürfnis zu stillen und sich auszutauschen. Da wäre es sicher gut, regelmäßig Freundinnen zu treffen. Außerdem wird Ihre Tochter immer älter und Sie können sich bald mit ihr unterhalten, das federt sicher einiges ab.

Herzliche Grüße Julia Peirano

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.