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BOCHUM: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Kapituliert die »Bochumer Elite« vor dem eigenen Idealismus?

Kapituliert die »Bochumer Elite« vor dem eigenen Idealismus?

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wann immer ein Hauch von Ungerechtigkeit aus Richtung Kultusministerium über die Ruhr-Universität zu wehen droht, lässt die Reaktion der Bochumer Studierenden nicht lange auf sich warten.

Studentenvertretungen und ihre Print-Organe rufen zum öffentlichen Widerstand auf, organisieren Demos, Streiks und manchmal sogar Protestfahrten zum Düsseldorfer Landtag. Gefolgt von tapferen Kämpen ihrer studentischen Gefolgschaft schwenken sie Plakate und verteilen eifrig Flugblätter, in denen sie Unwissenden die drohende Katastrophe schwarz auf weiß - oder besser gesagt schwarz und weiß - vor Augen führen. Und fortan nimmt ein neuer Kampf für studentische Gleichheit und soziale Gerechtigkeit an der Ruhr-Uni seinen Lauf.

Bildungsdefizite und falsches Bewusstsein: Eine sorgenvolle Zukunft

Bei einem derart heroischen Einsatz für das studentische Wohl ist es natürlich verständlich, dass die Veröffentlichung der PISA-Studie keinen Einzug in den Uni-Alltag findet. Schließlich lieferten Schüler und nicht Studenten die Basisdaten für eben jene Untersuchung. Und so war aus Studentenkreisen letztlich zu vernehmen, dass der 25. Platz im internationalen Vergleich nur das verdeutlicht, was sowieso jeder weiß: Das deutsche Bildungssystem ist katastrophal.

Eine derartige Einschätzung mutet allerdings seltsam an. Anscheinend hat noch niemand gemerkt, dass sich die heutige Studentengeneration aus ehemaligen Schülern rekrutiert und somit selbst zu den Betroffenen zählt. Der Anspruch, die Freiheit und Chancengleichheit in der deutschen Bildungslandschaft zu erhalten, ist richtig. Doch die Wirklichkeit konkretisiert diesen Anspruch im Zeitalter der Globalisierung auf den internationalen Wettbewerb der Bildungssysteme und ihrer Wertigkeit.

Das Recht auf Bildung kann letztlich nur der wahrnehmen, dem diese Bildung auch gewährleistet wird. Das vordergründige Defizit bundesdeutscher Lehre besteht in qualitativer und nicht in quantitativer Hinsicht. Eine Studentengeneration, die den Begriff »geistige Elite« aus idealistischen Gründen als Schimpfwort brandmarkt, transportiert diese bestehenden Defizite jedoch sorglos in die Zukunft und blockiert somit eine dringend notwendige Bewusstseinsänderung.

Vom erweiterten Infinitiv zum erweiterten Horizont

So bleibt vorerst nur der zwiespältige Eindruck eines ironischen Plakates inmitten des Bochumer Campus, das dem hiesigen Kultusminister gewidmet ist: »Niemand hat die Absicht eine Studiengebühr zu erheben.« Welch wahrhafte Ironie! Denn auch in der neuen Rechtschreibung wird der erweiterte Infinitiv noch durch ein Komma getrennt. Einsicht kann manchmal schmerzhaft sein, doch führt bekanntlich nur dieselbe auf den Weg der Besserung. (sh)

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Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.