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Deutsche Telekom: Jetzt T-Aktie kaufen?

Seit zehn Jahren ist die Deutsche Telekom an der Börse. Viele haben Geld verloren. Doch es gibt gute Gründe, noch einmal einzusteigen.

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) beschäftigt sich mit der Börsenkultur im Lande: Wer kauft eigentlich Aktien? Und nach welchem psychologischen Muster investieren Anleger? Eine Geschichte erzählen die Frankfurter Aktienexperten immer wieder gern: Im März 2000, als die Aktie der Deutschen Telekom ihren historischen Höchststand erreichte und der Neue Markt fiebrige Erwartungen weckte, rief ein Privatinvestor an und beschwerte sich bitterlich, er sei an der Börse schon wieder leer ausgegangen - zuletzt bei der "Inferno-Emission".

Im Sog der Volks-Aktie

Es dauerte eine Weile, bis man beim DAI wusste, was der Mann meinte: Er hatte versucht, beim überzeichneten Debüt der Computerchipfirma Infineon zum Zuge zu kommen. Nicht nur der Name des Unternehmens war ihm fremd geblieben, sondern auch der Sinn einer Emission: Dass eine Aktie fortan gehandelt wird und er jederzeit Papiere kaufen konnte, wenn er das Unternehmen wertschätzte, wusste der Anrufer nicht.

Mal ehrlich, sind nicht viele von uns Inferno-Investoren gewesen? Planlos, hilflos, Geld los? Zehn Jahre ist es am 18. November her, dass aus einem Volk eingeschworener Bundesschatzbrief-Anleger plötzlich Spekulanten wurden: Damals ging die Telekom an die Börse, für Millionen war dies die Initialzündung für das Wagnis Aktie. Rund 1,9 Millionen Privatanleger stiegen zu 14,57 Euro ein. Im Juni 1999 ging die zweite Tranche für 39,50 Euro an die Anleger. Wer damals kaufte, konnte Gewinne machen. Drei Millionen Privatanleger erwarben die T-Aktie allerdings erst beim dritten Telekom-Börsengang im Juni 2000 - zu immerhin 66,50 Euro. Seitdem machten die Spätzeichner mit der Aktie große Verluste. Viele halten das Papier noch immer im Depot. Nach dem Motto: Ausstieg verpasst. Jetzt ist ohnehin alles zu spät.

Anleger haben nichts gelernt

Heute besitzen fast zehn Millionen Menschen in Deutschland Aktien oder Fondsanteile - doppelt so viele wie vor dem Börsenstart der Telekom. Doch haben die Anleger aus dem Absturz des Neuen Marktes und dem Niedergang der T-Aktie gelernt? Eher nicht. "Die Deutschen neigen zum Aktienkauf, wenn die Kurse hoch sind, und sie verkaufen, wenn der Kurs im Keller hängt", sagt FranzJosef Leven vom DAI. "Das ist unsinnig." Was heißt das nun für die T-Aktie: kaufen - halten - oder verkaufen?

Im Unternehmen kriselt es. Alles spricht dafür, dass der Konzern sich in den kommenden Jahren wandelt, wahrscheinlich expandiert. Die skeptische Hälfte der Bankanalysten glaubt inzwischen, dass die T-Aktie noch weniger wert ist als heute - 13,40 Euro. Der Grund: Im Festnetz verliert die Telekom massenhaft Kundschaft. Das Handy-Geschäft boomt nur noch im Ausland. Bei schnellen Internetanschlüssen punktet die Konkurrenz.

Optimisten glauben an Unterbewertung

Die Optimisten allerdings, allen voran die Bank Sal. Oppenheim, halten die T-Aktie für unterbewertet. Hier die Gründe: In Europa steht die Telefonbranche vor neuen Fusionen. Die Telekom könnte auf der Gewinnerseite stehen. Auch in Übersee gibt es Chancen: Die Telecom Italia wird möglicherweise ihren Mobilfunk in Brasilien verkaufen. Die Deutschen würden hier gern einsteigen. Gleichzeitig baut der Konzern im Inland massiv Stellen ab: 32.000 Mitarbeiter sollen bis 2008 das Unternehmen verlassen. Und auch danach soll der Jobabbau weitergehen - schlecht für die Telekom-Mitarbeiter, gut für die Aktionäre.

Sogar in der Frage, wer die Deutsche Telekom in Zukunft leitet, steckt Potenzial für steigende Kurse: Vorstandschef Kai-Uwe Ricke gilt als Auslaufmodell. Der 45-Jährige hat in den vergangenen Jahren den Konzern saniert. Diese Phase ist vorbei. Das Talent, nun auf Wachstum und neue Strategien umzustellen, wird Ricke von wichtigen Investoren und auch beim Großaktionär Staat nicht zugetraut. Über Noch-T-Chef Ricke sagt ein Analyst: "Ich sehe niemanden am Kapitalmarkt, der noch hinter ihm steht."

Heute gibt's eine sichere Dividende

Fazit für Kleinanleger: Wer heute die T-Aktie kauft, pokert mit überschaubarem Risiko. Das Papier verspricht zudem eine sichere Dividende. Und wer sich außerdem mit einer "Stop Loss"-Order absichert - also einem automatischen Verkauf, falls das Papier etwa unter zehn Euro fällt - der vermeidet die Fehler der ersten Anleger-Generationen.

Johannes Röhrig / print

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.