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Gebrüder Grimm: Warnung für Helikopter-Eltern: Welche Botschaft steckt in dem Märchen Dornröschen?

Eine zu sehr behütete Königstochter, ein Fluch und ein hundertjähriger Schlaf hinter einer Dornenhecke: Das Märchen Dornröschen ist ein Klassiker. Doch was steckt hinter der beliebten Geschichte?

Dornröschen von Walt Disney

Mit der Verfilmung von Walt Disney wurde "Dornröschen" zum Märchenklassiker

Picture Alliance

Hätten sie doch nur 13 goldene Teller gehabt: Ein König und seine Königin wollten die Geburt ihrer sehnlichst erwarteten Tochter feiern und luden auch die Feen ein. Doch es gab nur zwölf goldene Teller im Haus, also gab es für eine der weisen Frauen eben keine Einladung. Die war "recht zornig" und erschien trotzdem. "Weil ihr mich nicht gebeten,  so sage ich euch, daß eure Tochter in ihrem funfzehnten Jahre an einer Spindel sich stechen und todt hinfallen wird.“ 

Das Märchen Dornröschen der Gebrüder Grimm, erstmals 1812 veröffentlicht, startet mit einem todbringenden Fluch. Der wird zwar noch abgemildert, statt dem Tod soll nur ein hundertjähriger Schlaf über das Mädchen kommen. Doch dieser Fluch der bösen Fee bestimmt das Leben eines kleinen Mädchens. 

Dornröschen, das wohlbehütete Kind

"Das Eigentümliche dieser Geschichte ist, dass es eine Vorgeschichte vor die Geschichte des Dornröschens stellt", sagt der Psychoanalytiker Eugen Drewermann zu Radio Bremen. Da sei zum einen die Königin, die sich ein Kind wünscht – und so noch vor der Geburt Dornröschens dafür sorgt, dass das Kind eine Last zu tragen hat. Denn Dornröschen ist sehnlichst gewünscht, fast schon zu viel. Zum anderen sei da der König, der mit seinen goldenen Tellern auch Macht und Besitz zur Schau stellt. Warum genügt nicht normales Geschirr, fragt sich Drewermann. Und so ergibt sich: "Das Kind wird selber für die Eltern zum Schmuckstück", [...] "eingebunden in ein Erwartungsschema, aus dem sie nicht herausfallen darf." Dornröschen ist verdammt zur absoluten Perfektion. Zwischen dem Wohlwollen in der Beziehung zwischen Eltern und Kind gebe es auch eine Angst, so Drewermann. 

Und diese Angst benennen die Gebrüder Grimm. In der letzten Ausgabe des Märchens von 1857 heißt es: "Der König, der sein liebes Kind vor dem Unglück gern bewahren wollte, ließ den Befehl ausgehen, daß alle Spindeln im ganzen Königreiche sollten verbrannt werden." Der Vater will sein Kind schützen, vollkommen nachvollziehbar. "Ihr Vater hat sie von allen möglicherweise leid- und schmerzvollen Erfahrungen ferngehalten", so der Psychotherapeut Mathias Jung im BR. Dieses überbehütete Kind sei nicht auf das Erwachsenwerden vorbereitet. "Es ist eine Fürsorge, die wir heute im Übermaß kennen", schlägt Drewermann den Bogen zu den umstrittenen Helikoptereltern. Statt die inneren Fähigkeiten zu stärken, sich gegen Gefahren zu wehren, werden äußere Gefahrenquellen ausgeschaltet. So gut das eben geht. "Hier spielen die eigenen Ängste der Eltern eine Rolle, die zwar versuchen, ihr Kind zu schützen, es dadurch aber gerade ins Verderben stürzen. Denn das Mädchen lernt nicht, mit bedrohlichen Situationen im Leben umzugehen", so Drewermann.

Erwachende Sexualität

Doch noch ein weiteres Manko resultiert aus der Überangst der Eltern: Denn Dornröschen sei auch auf das Hereinbrechen der Sexualität nicht vorbereitet, so Jung. Und noch schlimmer: Laut dem US-Kinderpsychologen Bruno Bettelheim könnten Eltern das sexuelle Erwachen der Kinder nicht aufhalten. "Spätestens mit dem Eintritt in die erwachende Weiblichkeit, mit 15 Jahren", liegt eine schwere Hypothek" auf den Kindern, so Drewermann. 

Ein angedeutet sexuelles Dilemma? Bei den Gebrüder Grimm? Tatsächlich haben die Märchenbrüder die Geschichten im Laufe der Zeit entschärft. "Die Aufklärer des 18. Jahrhunderts wollten den Kindern nicht vorgaukeln, dass es Zauberei und Magie gibt. Außerdem waren Märchen eigentlich Liebes-, Heirats- und oft sehr drastische erotische Geschichten", sagte der Germanist Hans-Heino Ewers zur "Welt". 

Der Schlaf als Prozess des Reifens

Bei Dornröschen sind die Andeutungen deutlich erhalten geblieben: Das Mädchen sticht sich und beginnt zu bluten - in einem Alter, in dem damals die Menstruation einsetzt und fällt dann in einen hundertjährigen Schlaf, verborgen hinter einer hohen Dornenhecke. Übertragen verfällt Dornröschen in eine Starre, isoliert von der Welt - denn ihre Neugierde brachte sie erst zu dem kleinen Turmzimmer, in dem die Spindel steht. Sie hinterging das Gebot des Vaters, war ungehorsam. Und enttäuschte ihn somit. Das Resultat: Dornröschen schläft, laut Drewermann "ein Leben, das verträumt wird", ein Verschlafen des eigenen Lebens, "das nie in die eigene Realität kommt." Der hundertjährige Schlaf friert die Jugend ein, "man erlebt nichts mehr", so Drewermann. Und drum herum wird eine Hecke gezogen, die Abschottung nach außen. "Aber als Dornröschen schließlich zur körperlichen und emotionalen Reife gelangt und bereit für die Liebe und damit auch für die Sexualität und Ehe ist, weicht die scheinbar undurchdringliche Dornenhecke von selbst zurück", so Bettelheim. 

Hier kommt der Prinz ins Spiel. Er kann durch die Hecke hindurchgehen, er wird nicht zerkratzt. Die Zeit ist reif, die 100 Jahre vorbei. Und so wandelt der junge Mann durch das schlafende Schloss und schaut sich um. Er bestaunt die leblose Welt des Dornröschens - bis er sie wachküsst. 

Dornröschen scheint in dem ganzen Märchen wahnsinnig passiv zu sein: Sie wird verflucht, sie schläft, sie lässt sich wachküssen. Experten werten dies nicht als Zufall: Das Mädchen wartet, beschleunigt den eigenen Reifeprozess nicht, sondern erträgt diese Zeit - bis ihre Zeit gekommen ist.  "Märchen lehren uns, an die Liebe zu glauben", so Drewermann. "Aber man muss schon Glück haben, um dieses Glück der Liebe dann auch wirklich zu erfahren." 

Kinder, die ihren Highschool-Abschluss geschafft haben
kg

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(