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Ehrendoktorwürde: Kein "Dr.h.c." für den Kreml-Chef

Studentenproteste können doch etwas bewirken: Die geplante Verleihung der Ehrendoktorwürde der Hamburger Uni an Russlands Staatschef Wladimir Putin wurde jetzt abgesagt. Zu groß war der Druck von Studierenden und Professoren.

Die Universität Hamburg hat die geplante Verleihung der Ehrendoktorwürde an den russischen Präsidenten Wladimir Putin abgesagt. Die notwendigen Vorbereitungen könnten bis zum geplanten Termin am 10. September nicht mehr abgeschlossen werden, teilte die Universität jetzt mit. Der Initiator einer Petition gegen die Putin-Ehrung, der Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften, Michael Th. Greven, äußerte Zweifel an der offiziellen Begründung.

Ursprünglich sollte Putin bei einem Deutschlandbesuch im September die Ehrung erhalten, der Beschluss in der Universität dazu war laut Sprecher vor Monaten getroffen worden. Allerdings hatte es in den letzten Wochen harte Kritik an der Entscheidung gegeben. Ob die Verleihung zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden könne, sagte die Universität nicht.

Hamburger Studenten und Professoren gegen "Ehrendoktor" Putin

Nach den Professoren hatten auch die Studenten der Universität Hamburg Front gegen die geplante Verleihung der Ehrendoktorwürde an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gemacht. In einer Umfrage im Internet-Portal des Fachbereichs Wirtschaft sprachen sich 55 Prozent von 1387 Studenten dieser Fakultät gegen die Ehrung aus, nur 19 Prozent befürworteten den "Dr.h.c." für den Kreml-Chef. Die Umfrage unter den insgesamt knapp 4300 Studenten des Fachbereichs galt als nicht repräsentativ.

Schon Anfang des Sommers hatte Greven eine Petition gegen die Ehrung Putins verfasst. "Bis heute sind 67 Unterschriften (von Professoren) zusammengekommen", sagte Greven am Dienstag. Putin habe "keine herausragende wissenschaftliche Leistung" erbracht, die eine Verleihung der Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften rechtfertigen würde. In dem Schreiben wird unter anderem der "in völkerrechtswidriger Weise geführte Tschetschenien-Krieg" sowie die Unterdrückung und Schikanierung von unabhängigen Medien und zivilgesellschaftlichen Organisationen angeprangert.

DPA/AP / AP / DPA

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