Energie Strompreise werden weiter steigen


Die Stromkonzerne erzielen Rekordgewinne, aber die Kunden profitieren davon nicht. Im Gegenteil: Strom, Erdöl und Gas werden noch teurer, prognostiziert der Vorstandschef der RWE, Harry Roels.

"Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Strompreise auf Dauer sinken werden. Wer das behauptet, ist unehrlich", sagte Harry Roels, Vorstandschef des Energiekonzerns RWE, der "Bild"-Zeitung. "Wie auch beim Erdöl oder Gas werden auch die Strompreise langfristig weiter steigen", sagte er voraus.

Die beste Empfehlung an die Stromkunden sei, beim Verbrauch zu sparen. Nach seiner Einschätzung gebe es für jeden Haushalt ein Einsparpotenzial von rund zehn Prozent der Stromrechnung. Der RWE-Konzern überlege, auf seine Stromrechnung künftig Spartipps zu drucken.

"Wir investieren kräftig in Deutschland"

Roels verteidigte, dass sein Konzern trotz Rekordgewinnen die Strompreise nicht senke. Ohne Gewinne könne ein Unternehmen nicht investieren. Und das tue RWE umfassend. "Wir investieren kräftig in den kommenden Jahren, allein zwölf Milliarden Euro in Deutschland", erklärte er.

"Deutschland geht einen Sonderweg"

Im Zusammenhang mit der neu aufgeflackerten Diskussion um den Atomausstieg sagte Roels, längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke würden "volkswirtschaftlich Sinn machen". Sie könnten den Strompreisanstieg dämpfen. Schließlich koste es einen zweistelligen Milliardenbetrag, die Kernkraft durch andere Energien zu ersetzen.

Roels wörtlich: "Zumindest sollten wir ohne Scheuklappen darüber reden. Wir bekämen mehr Zeit, um den Übergang von Kernkraft auf andere Energien zu überbrücken." Er kritisierte: "Deutschland hat noch kein klares Energiekonzept, durch welche Energieträger die Atomkraftwerke ersetzt werden sollen. Da ist auch die Politik jetzt gefordert."

Mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernkraft gehe Deutschland einen Sonderweg gegenüber dem Rest der Welt. Um Deutschland herum würden die Laufzeiten für Kernkraftwerke verlängert und weltweit neue Anlagen gebaut. Das sei angesichts der Abhängigkeit vom Erdöl und Gas absolut nachvollziehbar.

Reuters/DPA DPA Reuters

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