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Gesundheitsreform: Augen auf bei der Kassen-Wahl

Wenn die Gesundheitsreform kommt, soll sie den Patienten auch billigere Pillen bescheren. Wie das genau funktionieren soll, erklärt Hermann Hofmann vom Verband der Generika-Hersteller im Gespräch mit stern.de.

Von Karin Spitra und Jens Lubbadeh

Wenn nach heillosem politischen Gezerre die nächste Gesundheitsreform kommt, heißt das für die Krankenkassen vor allem: mehr Wettbewerb. Ein Mittel, diesen anzukurbeln ist die kommende Höchstpreis-Regelung. Diese soll bewirken, dass die Krankenkassen für patentgeschützte Medikamente nur noch einen maximalen Betrag erstatten - so soll für Medikamente könftig ein fairer Preis gefunden werden. Damit will der Gesetzgeber die so genannten Scheininnovationen in den Griff bekommen. Das sind neu patentierte Weiterentwicklungen bereits bestehender Medikamente ohne therapeutischen Zusatznutzen, die zumeist teurer sind und die Krankenkassen finanziell belasten.

Kassen sollen Medikamentenpreise direkt verhandeln

Eine weitere Maßnahme ist, dass man die bisher fixen Handelsspannen für Medikamente bei den Apotheken flexibel gestalten will - der Herstellerabgabepreis soll jedoch einheitlich gelten. Anders bei den Krankenkassen: Diese dürfen - und sollen - mit den einzelnen Medikamentenherstellern eigene Rabatt-Lösungen finden.

Also: Krankenkassen schließen Verträge mit Herstellern und handeln so bessere Konditionen aus. Die Kassen können dann bei diesen Medikamenten auf eine Zuzahlungen seitens der Versicherten verzichten. Nach dem Willen des Gesetzgebers könnten durch eigene Preisverträge auch das Potenzial der Nachahmerprodukte besser ausgeschöpft werden.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Denn noch beklagt der Verband Pro Generika dass das Potenzial der Nachahmerprodukte (Generika) noch nicht voll ausgeschöpft ist. Immer noch werden teure Medikamente verschrieben, wo genauso gut ein billigeres, aber gleich wirksames Generikum genommen werden könnte. "Dieses Potenzial weiter zu nutzen, ist nicht Aufgabe der Politik, sondern der Kassen," sagte der Erste Geschäftsführer des Branchenverbandes Pro Generika, Hermann Hofmann.

Der harte Wettbewerb unter den Generika-Herstellern hat laut Hofmann auch sein Gutes: Er führt zu einer stärkeren Selbstkontrolle seiner Branche, die zuletzt durch die unlauteren Rabattgeschäfte seines Mitglieds Ratiopharm (stern berichtete) in die Schlagzeilen geraten war. "In der Regel funktioniert die Selbstkontrolle gut, ich gehe davon aus, dass die Verbote von Naturalrabatten auch eingehalten werden. Man kontrolliert sich gegenseitig und informiert sich, was der Mitbewerber am Markt so macht." Hofmann begrüßte auch die Bemühungen der Pharma-Industrie, durch die Einführung von Kodices bestimmte Standards einzuhalten.

Was bedeutet die kommende Höchstpreisregelung bei Arzneimitteln für den Patienten?

Mit dieser Regelung sind zwei Dinge gemeint: Zum einen eine Form der Preisvereinbarung zwischen dem Arzneimittelhersteller und den Krankenkassen; zum anderen sollen Apotheker den bisher einheitlichen Apothekenverkaufspreis von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln variieren können. Im ersten Fall betrifft es den Versicherten, also den Patienten, nur mittelbar, im zweiten Fall direkt: Da kann er sparen, wenn es in verschiedenen Apotheken unterschiedliche Preise und Zuzahlungen für dasselbe Produkt gibt.

Wie frei sind Apotheker in Zukunft bei der Preisgestaltung?

Grundsätzlich macht der Apotheker nicht die Preise. Der Preis eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels setzt sich zusammen aus dem Herstellerabgabepreis, dem Großhandelszuschlag, der Apothekerspanne und der Mehrwertsteuer.

Die Apothekerspanne, also das Honorar des Apothekers, ist für verschreibungspflichtige Medikamente gesetzlich festgeschrieben und liegt bei 8,10 Euro. Davon zahlen die Apotheker aber schon einmal zwei Euro als Rabatt an die Krankenkassen. Von den restlichen 6,10 Euro sollen sie jetzt ihren Kunden noch etwas abgeben können.

Wenn die Apotheker wollen, können sie also in einen Preiswettbewerb eintreten. Ob das sinnvoll ist, darüber kann man streiten.

Werden Generika noch billiger werden?

In den vergangenen Monaten haben wir bei Generika drastische Preissenkungen erlebt. Allein zwischen März und Juli sind die Preise um 20 Prozent gefallen. Wir haben heute das niedrigste Generika-Preisniveau unter den wichtigen europäischen Märkten. Für die Hersteller sehe ich keine großen Spielräume mehr, um die Preise noch weiter zu senken.

Wir haben das Problem, dass sich die Generika-Preise aufgrund der Arzneimittelpreisverordnung auf dem Weg von der Produktionsanlage in die Apotheke im Schnitt verdoppeln, ohne dass der Hersteller davon profitiert. Das hat mit der fixen Apothekerspanne von 8,10 Euro zutun, die die preiswerten Arzneimittel teurer gemacht und die sehr teuren wesentlich günstiger.

Ändern sich die Vertriebswege grundlegend, werden Medikamente zukünftig nur noch über das Internet abgegeben?

Nein, das glaube ich nicht. Das Internet wird hier überschätzt, und die Rolle der klassischen Apotheke wird deutlich unterschätzt. Doch selbst die Apothekerverbände rechnen längerfristig mit der Einführung von Apotheken-Ketten. Erfahrungen aus dem Ausland lassen jedoch vermuten, dass dies nicht zwingend zu Preissenkungen führen wird.

Die Generikapreise wurden um 20 Prozent gesenkt - bedeutet das nicht, dass sie all die Jahre viel zu hoch waren?

Preise werden nicht gesenkt, weil sie vorher angeblich zu hoch waren, sondern weil sich Rahmenbedingungen gravierend ändern. In diesem Fall war im Wesentlichen das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) Auslöser, das am 1. Mai in Kraft getreten ist. In diesem Umfeld haben die Unternehmen Preise gesenkt in der Hoffnung, dies durch eine Mengenausweitung kompensieren zu können. Davon spüren wir allerdings nichts. Wir verzeichnen kaum einen Anstieg der Generika-Verordnungen.

Wie hoch sind eigentlich die Gewinnspannen, wenn die Kassen mit den Herstellern die Medikamente noch billiger machen können?

Warten wir doch mal ab, ob das überhaupt geht. Wie gesagt, die Spielräume sind ganz eng. Für Rabattverträge zwischen Herstellern und Krankenkassen sehe ich überhaupt nur eine Chance, wenn die Kassen garantieren, Umsatz und Absatz der Hersteller zu steigern. Das nutzt auch den Kassen, denn wenn mehr qualitativ gleichwertige, aber deutlich preisgünstigere Medikamente verschrieben werden, können sie ihre Ausgaben senken.

Außerdem haben wir im internationalen Vergleich zwar eine zufrieden stellende Generika-Quote, aber sie stagniert seit Jahren. Wir schaffen es kaum über die 75-Prozent-Marke, Fachleute glauben aber an eine Steigerung auf über 85 Prozent. Durch Rabattverträge mit den Kassen könnte da Bewegung reinkommen: Dann würden die Kassen dafür sorgen, dass der Generikaanteil steigt.

Einzelne Krankenkassen sollen in Zukunft mit den Herstellern Preisverträge aushandeln. Heißt das: Wenn ich bei der falschen Krankenkasse bin, habe ich Pech gehabt und zahle mehr für meine Pillen?

Die Regelung gilt ja ausschließlich für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die bezahlt der gesetzlich Versicherte nicht in der Apotheke, sondern die werden von den Kassen erstattet. Allerdings kann sich die Zuzahlung verringern oder ganz wegfallen, wenn ein Vertrag besteht. Da könnte der Patient dann tatsächlich sparen. Oder eben nicht, wenn er in einer Kasse ist, die keinen Vertrag hat.

Kann es in Zukunft passieren, dass zwei Kunden in der Apotheke stehen, dasselbe Präparat kaufen und unterschiedliche Preise zahlen?

Die Zuzahlung könnte verschieden sein, das kann passieren.

Können die Patienten damit rechnen, dass die Preise weiter fallen?

Die Generika-Preise sinken kontinuierlich. Leider merkt der Patient davon wenig. Deshalb fordern wir schon lange, dass die Zuzahlungsregelung konsequent auf eine 10-prozentige Lösung umgestellt wird. Das Dilemma ist: 90 Prozent aller Generika sind günstiger als 50 Euro. Bisher zahlen Sie aber mindestens fünf Euro zu, auch wenn ein Präparat vielleicht nur 10 Euro kostet. Da wären wir dafür, dass man dann auch nur einen Euro zuzahlen muss. Das wäre ein Anreiz, dass der Patient beim Arzt mehr darauf drängt, ein Generikum verschrieben zu bekommen. Und es wäre auch für den Arzt einfacher, den Patienten von den Vorteilen gleichwertiger Generika zu überzeugen.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(