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HAMBURG: Geheimtipp St. Pauli-Archiv

Sammelsurium an Information rund um das Hamburger Viertel

Sammelsurium an Information rund um das Hamburger Viertel

Markus war ratlos. Grund seiner Verzweiflung: Eine Hausarbeit zum Thema »Stadtplanung in Hamburg am Beispiel St. Paulis«. Kinderspiel, dachte er sich, war doch der Kiez von zahlreichen nächtlichen Ausflügen bekannt wie seine Westentasche. Erst langsam realisierte Markus, dass hinter dem Namen St. Pauli mehr als nur die Reeperbahn steckte.

Guter Rat war nun teuer. Wie sollte er bloß an Informationen zur stadtplanerischen Gestaltung des Viertels gelangen? Fachbereichsbibliotheken und Staatsbibliothek waren bereits relativ ergebnislos durchforstet und in den öffentlichen Bücherhallen Hilfe zu finden, wagte er nicht einmal zu hoffen.

Eine Schatzkammer

»Unsere Besucher sind überwiegend Studenten, die Informationen über Themen wie die Geschichte oder Architektur St. Paulis suchen. Es kommen aber auch viele Einwohner: Solche, die neu hinzugezogen sind, genauso wie jene, die früher einmal hier gewohnt haben«, berichtet Vorstandsmitglied Martin Spruijt. Viele würden die Unkompliziertheit des Archivs schätzen, pflichtet ihm auch Archivmitarbeiterin Gunhild Ohl-Hinz bei. Das Material sei einfach zugänglich, greifbar, überschaubar.

Auch Markus ist zufrieden. Gleich mehrere Bücher hat er auftun können. Von einem Schatzkammer spricht er gar, als er über das Archiv erzählt: »Viele sind sich gar nicht bewusst, was für eine unschätzbare Informationsquelle da im Verborgenen schlummert.«

Auch böse Zungen, die den Geschichtswerklern jahrelang mangelnde Wissenschaftlichkeit sowie Unseriosität vorwarfen und sie sogar als »Barfuss-Historiker« diffamierten, sind inzwischen verstummt. Zu Recht: Schließlich sind fast alle Mitarbeiter des von der Kulturbehörde der Stadt getragenen Archivs studierte Geschichtswissenschaftler und Historiker. (cp)

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