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Hintergrund: Bildungsstandards

Die Kultusministerkonferenz hat beschlossen, nationale Bildungsstandards einzuführen. Schüler aller Schularten sollen das gleiche Basiswissen erlernen.

Als Antwort auf das schlechte Abschneiden deutscher Schüler in internationalen Leistungstests hat die Kultusministerkonferenz (KMK) im Mai 2002 die Einführung nationaler Bildungsstandards beschlossen. Sie sollen grundlegendes Wissen und Fähigkeiten beschreiben, die alle deutschen Schulen ihren Schülerinnen und Schülern am Ende eines bestimmten Bildungsabschnittes vermittelt haben müssen.

Mit den Standards soll die Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen im föderalen System erhöht werden. Sie beschreiben schulartübergreifend, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Jahrgangsstufen in zentralen Bereichen erworben haben sollen, ohne den Weg dorthin vorzugeben. Die Einhaltung der Standards soll von einer unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtung überwacht werden. Auch länderübergreifende Vergleichstests sind vorgesehen.

Ab Sommer 2004 Praxis

Am 4. Dezember will die KMK die Standards für den Mittleren Schulabschluss in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache verabschieden. Standards für den Hauptschulabschluss, die 4. Jahrgangsstufe der Grundschule und weitere Fächer für den Mittleren Schulabschluss sollen im Frühjahr 2004 folgen. Im Sommer 2004 sollen sie in die Praxis umgesetzt werden.

In den im Juni 2003 veröffentlichten ersten Entwürfen der KMK werden jeweils drei Leistungsniveaus definiert: ein Mindeststandard, der Basiswissen und -fähigkeiten beinhaltet, ein Regelstandard, der die Fähigkeit zur Verknüpfung des Gelernten mit neuen Sachverhalten und Problemen zu neuen Lösungen bescheinigt, und ein Höchststandard für solche Schülerinnen und Schüler, die in der Lage sind, komplexe Sachverhalte selbstständig zu bewerten und mit dem Gelernten in Beziehung zu setzen.

Weniger Bildungsföderalismus

Für das Bundesbildungsministerium hat das Deutsche Institut für internationale pädagogische Forschung (DIPF) eine Expertise "Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards" angefertigt. Damit hat Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn ihre Absicht betont, trotz des Bildungsföderalismus’ die Bundesebene verstärkt ins Spiel zu bringen.

Diese Expertise schlägt ein Kompetenzmodell vor, das die Kernideen der Fächer und die Entwicklungslinien zeigt, in denen sich Fähigkeiten, Wissen und Handlungsfähigkeit der Lernenden entfalten. Diese sollen in Niveaustufen festgehalten werden. Bildungsstandards sollten demnach nicht aus einer Auflistung von Inhalten und detaillierten Lernzielen bestehen, sondern kumulativ angelegt sein, also beschreiben, was am Ende eines Ausbildungsabschnitts "übrig bleibt".

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