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Kleidung Mädchenjeans brauchen größere Hosentaschen – fordert eine Erstklässlerin per Brief

Kleine Hosentasche


Sehen Sie im Video: Dafür ist die kleine Tasche an der Jeanshose wirklich gedacht.




Sie ist an fast jeder Jeans: eine Tasche rechts vorne. Dabei ist sie zu klein für die meisten Dinge. Hinein passt höchstens Kleingeld, eine Fahrkarte oder ein Kondom. Oft wird vermutet, dass die Tasche für ein Benzinfeuerzeug gedacht ist. Doch das alles ist nicht der ursprüngliche Zweck der kleinen Tasche gewesen. Auf der  Website der Jeansmarke „Levi’s findet sich des Rätsels Lösung: Die kleine Jeanstasche war für eine Taschenuhr gedacht. Normalerweise trug man die Uhr an einer Kette in der Westentasche. Arbeiter trugen aber im 19. Jahrhundert keine Westen, daher kam man auf die Lösung mit der kleinen Tasche. Die Idee war so gut, die meisten Jeans-Hersteller so eine Tasche an ihre Hosen nähten. Obwohl sie oft als „fünfte Tasche“ bezeichnet wird, stimmt die Bezeichnung so nicht. Denn „Levi’s“ führte als letzte Tasche an ihren Jeans 1901 die linke Hosentasche ein. Da heute aber kaum noch jemand eine Taschenuhr trägt, nutzen auch die wenigsten diese Jeanstasche. Aber vielleicht kommen Taschenuhren ja wieder in Mode. Und dann schlägt die Stunde der kleinen, unbeachteten Tasche rechts vorne an fast jeder Jeans.EndFragment 
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Kamryn Gardner möchte ihre Hände warmhalten und in die vorderen Hosentaschen ihrer Jeans stecken. Doch da gibt es ein Problem: Die Taschen ihrer Hose sind nur aufgenäht. Das stört sie. Deshalb schreibt sie einen Brief an den Hersteller und fordert: Vordertaschen auch bei Mädchenhosen.

Frauen und Mädchen kennen das Problem. Morgens die neue Hose angezogen und unterwegs stellt man fest: Die Hosentaschen sind zugenäht. Meist sind vor allem die vorderen Hosentaschen von diesem Phänomen betroffen und oft trennt nicht nur eine Naht Hand und Hosentasche – es existiert gar keine. Was fürs Auge aussieht wie eine Tasche, ist tatsächlich fake – eine einfache Naht zur Deko.

Dieses Problem, das Männerhosen in der Regel nicht betrifft, provoziert bei Kamryn Gardner besonders großen Unmut. Wie ihre Mutter Kim Gardner der "Washington Post" berichtet, äußerte die Siebenjährige immer wieder ihre Frustration über die zugenähten Hosentaschen ihrer "Old Navy"-Jeans. Doch dann bringt die 36-jährige Mutter ihre Tochter auf eine geniale Idee. 

Ein Brief an die Kleidungsfirma

Kamryns Eltern schlagen der Erstklässlerin vor, einen Brief an die Kleidungsfirma "Old Navy" zu schreiben, in dem sie ihr Problem beschreibt. Die Mutter, die selbst als Lehrerin an Kamryns Schule arbeitet, wusste, dass sie gerade in der Schule gelernt hatte, wie man überzeugende Briefe schreibt und vor allem, wie man seine Forderung auf den Punkt bringt.

Die Schülerin ist begeistert von der Idee. Auf Papier mit Hilfslinien schreibt sie ihr Anliegen in wenigen Sätzen auf: "Liebes Old Navy-Team, ich mag es nicht, dass die Vordertaschen der Mädchenhosen unecht sind. Ich möchte Vordertaschen, weil ich meine Hände hineinstecken möchte. Ich würde auch gerne Dinge dort hineintun." Zum Abschluss ihres kleinen Briefes schreibt die Schülerin: "Würden Sie in Betracht ziehen, Mädchenjeans mit Vordertaschen zu machen, die nicht unecht sind", und bedankt sich für das Lesen ihrer Anfrage. 

Eine unerwartete Antwort

"Ehrlich gesagt dachten wir, damit wäre das Thema erledigt", gibt Kamryns Vater Brandon Gardner gegenüber der "Washington Post" zu. Er erklärt: "Wir wollen einfach, dass unsere Kinder lernen, ihre eigene Stimme zu nutzen und Probleme zu lösen", und fügt hinzu, "wir hätten nicht gedacht, dass wir von Old Navy hören würden und wenn, dann höchstens in Form einer einfachen E-Mail."

Doch es sollte anders kommen: Als die Familie nach ihrem Frühlingstrip aus New Mexico zurückkam, fand sie ein Paket vor der Tür. Adressiert an Kamryn. In dem Päckchen befanden sich zwei Paar Old Navy-Shorts und zwei Paar Jeanshosen für Mädchen: mit richtigen Vordertaschen. Dazu ein handgeschriebener Brief von Julie Wood aus dem "Old Navy"-Kinder-Team. 

Die Mitarbeiterin des Kleidungsunternehmens bedankte sich in ihrem Brief bei Kamryn, ihr Feedback sei eine große Hilfe beim Entwickeln neuer Produkte. Gegenüber der "Washington Post" erklärte die Sprecherin von "Old Navy" Sandy Goldberg, dass, obwohl die Firma bereits Mädchenjeans mit Taschen im Sortiment hätte, das Feedback total wichtig für das Produktentwicklungsteam sei und sehr geschätzt werde. In zukünftige Produkte fließe Kamryns Anmerkung auf jeden Fall mit ein. 

"Zeig-und-Erzähl-Tag"

Kamryn war begeistert! Mit einer Antwort hatte auch die siebenjährige Schülerin nicht gerechnet. Am "Zeig-und-Erzähl-Tag" ihrer Klasse beschloss sie den Brief und ihre neuen Hosen mit in die Schule zu nehmen. Gegenüber der "Washington Post" sagte sie dazu: "Die Mädchen aus meiner Klasse haben sich total darüber gefreut. Sie mögen auch gerne Taschen an ihren Hosen."

Auch ihre Lehrerin war begeistert, sie hätte nichts anderes von Kamryn erwartet. Kurzerhand wurden die Briefe auf dem Facebookaccount der Schule veröffentlicht, um auch andere daran teilhaben zu lassen. Der Post ging viral und die Nutzerinnen teilten ihre Begeisterung unter dem Beitrag.

Quelle: "Washington-Post"


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