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Spendenaktion Er ist der beste Freund ihres autistischen Sohnes: Mutter sammelt 35.000 Dollar für Schulhausmeister

Der kleine Amos und sein Freund, der Schulhausmeister Mr. Brown
Der kleine Amos und sein Freund, der Schulhausmeister Mr. Brown
© Screenshot Facebook / Tales of an educated Debutante
Mr. Brown ist Hausmeister einer Grundschule – und sorgt dafür, dass alle Kinder sich wohlfühlen und gern zur Schule kommen. Er begrüßt jeden und hat immer ein offenes Ohr. Dafür wurde er jetzt auf besondere Weise belohnt.

Seit 15 Jahren arbeitet er schon als Hausmeister an einer Grundschule in North Carolina, und in all den Jahren haben unzählige Kinder, Eltern und Lehrer Raymond Brown als warmherzigen, immer freundlichen Menschen kennengelernt, dem sein Job wirklich am Herzen liegt. Sein größter Fan ist aber wohl der siebenjährige Amos.

Amos ist das jüngste von vier Kindern, und Autist. Seine Mutter Adrian Wood war zuerst sehr nervös, als er in die Schule kam. "Drei normale Kinder in die Schule zu schicken, das war zwar ein wenig traurig, aber man freute sich mit ihnen. Mit Amos mussten wir einen völlig anderen Weg gehen. Er kam mit drei Jahren in die Vorschule, da trug er noch Windeln und sprach kein Wort", berichtet sie auf ihrer Facebookseite. Wood sorgte sich, dass es für den Jungen schwer werden würde, sich in die Klasse einzufügen und Freunde zu finden. "Amos ist kein unkomplizierter Freund. Er fordert mehr ein, als er gibt – das ist für andere Kinder schwer zu verstehen."

Amos begann, sich in der Schule wohlzufühlen

Doch nach einer Weile kam es ganz anders, als die Mutter befürchtet hatte: Amos ging gern zur Schule, kam prima mit den anderen Kindern zurecht und war richtig beliebt. Und Adrian Wood ist sich sicher: Das hat vor allem mit dem Einsatz eines Mannes zu tun. Raymond Brown. Der ist ein echter Held für die Schulkinder, begrüßt jeden freundlich, macht Witze und hört ihnen zu. Jeder möchte mit Mr. Brown befreundet sein. Doch der wählte seinen besten Kumpel weise: Amos. "Nachdem Mr. Brown angefangen hat, ihm immer 'Hallo' zu sagen und ihn 'Famous Amos' (der berühmte Amos) zu nennen, fing Amos an, 'Hey Brown' zu sagen, wenn er ihm begegnet ist. Da sagte er ansonsten noch nicht einmal 'Papa', darum war das wirklich besonders", erinnert sich seine Mutter.

Die Freundschaft mit dem Hausmeister hatte auch Auswirkungen auf Amos' Umfeld. Adrian Wood erklärt auf Facebook: "Da gibt es diesen Mann, den alle lieben, und der versteht sich plötzlich bestens mit diesem kleinen Jungen. Die Kids sahen, dass er gemocht wurde und begannen plötzlich, sich darum zu streiten, wer Amos auf dem Weg ins Klassenzimmer an der Hand halten durfte. Es bedeutet ihm so viel, von den anderen Kindern an der Schule akzeptiert zu werden, und Mr. Brown hatte damit eine Menge zu tun!"

Die Eltern nahmen die Sache selbst in die Hand

Weil Mr. Brown nicht nur im Fall von Amos dafür sorgte, dass alle Grundschüler gern in die Schule gehen, meldeten die Eltern ihn bei einem Wettbewerb an, bei dem die "Schulhelden von North Carolina" gesucht wurden. Dem Gewinner winkte ein Geldpreis von 10.000 Euro. Doch – die Jury wählte jemand anderen aus. Nicht nur Adrian Wood war erschüttert, dass Mr. Brown leer ausgehen sollte. Auf ihrer Facebookseite schrieb sie: "Ich habe geweint, und ich weine normalerweise nie über so etwas wie einen Wettbewerb. Aber das war nicht meiner, es war Mr. Browns!" Da entschieden sie und die anderen Eltern, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie begannen, Geld zu sammeln – und zahlreiche Menschen, die Wood in den sozialen Medien folgten und die Geschichte von Amos und Mr. Brown kannten, spendeten ebenfalls großzügig.

Schließlich hatten sie nicht nur 10.000, sondern ganze 35.000 Dollar beisammen. Wood zog Mr. Browns Frau ins Vertrauen, und die beiden verabredeten, den Scheck bei einem Fototermin zu überreichen, den das Paar anlässlich seines 38. Hochzeitstages geplant hatte. Raymond Brown kam im schicken Smoking zum Treffpunkt, an dem die Fotos gemacht werden sollten – und war völlig perplex, als er dort viele der Eltern und Kinder seiner Grundschule sah, die ihm zujubelten. Als das Geld übergeben wurde, von dem er zuvor nichts geahnt hatte, war er dann völlig sprachlos.

Der Hausmeister war völlig überrascht

"Ich war völlig unvorbereitet", wird Brown später vom US-Newsportal "Today" zitiert. "All diese Menschen zu sehen, die jubelten und mir zuriefen: 'Mr. Brown, herzlichen Glückwunsch!' Das war wunderschön und es ist schwer zu beschreiben. Diese Gemeinde liebt ihren Mr. Brown!" Er selbst hat gar keine großen Pläne mit dem Geld – er wünscht sich bloß schon lange einen gebrauchten Truck, den er sich jetzt leisten kann. Außerdem möchte er gern mit seiner Frau einige weiter entfernt wohnende Verwandte besuchen, die sie schon lange nicht mehr gesehen haben. Seine Frau allerdings hat sehr konkrete Pläne: Endlich die Veranda renovieren.

Quellen:   Facebook"Today.com"

wt

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