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Fotoprojekt "Inside Out": Transgender-Kids leben ihr wahres Ich

Die niederländische Fotografin Sarah Wong dokumentierte die Entwicklung von Kindern, die sich in ihren Körpern nicht wohlfühlten. Wie wichtig ihre Bilder für die Kinder waren, hat sie erst später begriffen.

Von Susanne Baller

Das Leben und die Erfahrungen einer ganz besonderen Gruppe von Kindern hat die niederländische Fotografin Sarah Wong dokumentiert. Sie begleitete sie innerhalb einer neuen Therapie an der Freien Universität Amsterdam, die von der Gründerin der ersten Klinik für Kinder und Erwachsene mit "Geschlechtsverstimmung" eingerichtet wurde. Die jungen Teilnehmer fühlten sich bereits von klein auf im falschen Körper.

Jedes Mädchen, das in den Bildern zu sehen ist, kam als Junge auf die Welt, jeder Junge als Mädchen.

Mit der therapeutischen Unterstützung an der Uni konnten sie zu dem werden, was sie sein wollten - ihr wahres Ich. Gemeinsam mit der Journalistin Ellen de Visser hat Wong die Geschichten und Portraits, die sie seit 2003 sammelt, 2011 in einem Buch veröffentlicht. "Trotz der unvorstellbaren Probleme, denen sie seit einem ganz jungen Alter ausgesetzt waren, sehen wir Spaß, Vertrauen, starke Kinder, engagierte Familien und stolze Eltern und Großeltern, die mit der Situation sehr offen umgehen", berichtet sie darin. 

Etwa 20 Prozent der Kinder aus der Therapiegruppe nahmen Hormonblocker, die verhinderten, dass sie in die Pubertät kamen und ihnen somit Zeit gaben, bis sie reif genug für die Entscheidung waren, wie sie weiterhin leben wollten. Sobald sie 16 Jahre alt sind, können sie entsprechende Hormone nehmen, die das gewünschte Geschlecht ausbilden. Ab dem 18. Lebensjahr dürfen sie sich operieren lassen. Die Aufnahmen machte Wong bei den Kindern zu Hause, in der Schule oder beim Ballettunterricht - immer an Orten, wo sie sich besonders wohlfühlten.

"Zunächst habe ich nicht verstanden, warum die Bilder für die Kinder so wichtig sind", sagt Sarah Wong, "dann begriff ich: Sie zeigen die Person, die sie wirklich zu sein fühlen."

Um die Privatsphäre der Kinder zu schützen, werden ihre Namen nicht genannt.

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