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Kinderarzt auf Twitter: "Papa muss sich keine Sorgen machen" – was sterbende Kinder am Leben lieben

Wenn der Tod immer näher kommt, wird klar, was im Leben wirklich zählt. Das geht auch Kindern so. Ein Kinderarzt hat aufgeschrieben, was er von seinen kleinen, schwerkranken Patienten gelernt hat.

Schwerkrankes Kind mit Kuscheltier und Krankenschwester

Kinder haben einen Blick aufs Leben, der Erwachsenen oft fehlt. Das gilt besonders für schwerkranke Kinder.

Getty Images

Im Alltag rauscht das Leben oft zu schnell an uns vorbei. Zu viele Dinge nehmen wir als selbstverständlich hin. Erst wenn wir uns unserer Endlichkeit bewusst werden, gewinnen wir oft einen neuen Blick auf die Dinge. Wenn der Tod zu einer realistischen, manchmal sogar unausweichlichen Option wird, dann wird Menschen klar, was im Leben wirklich zählt.

Das geht auch Kindern so. Oft realisieren sie selbst gar nicht, wie krank sie eigentlich sind und können sich auch unter dem Tod nicht wirklich etwas vorstellen. Doch gerade das ist vielleicht ihr großer Vorteil – sie haben einen unverstellten Blick auf das Leben, seine großen und kleinen Freuden und auch sein Ende.

Was Kinder uns über das Leben beibringen können

Alastair McAlpine hat viele Kinder auf ihrem letzten Weg begleitet. Der Kinderarzt aus Kapstadt in Südafrika behandelt unheilbar kranke Kinder zwischen vier und neun Jahren. Ihre Schicksale haben ihn berührt, und von ihnen hat er viel für sein eigenes Leben gelernt: "Kinder können so weise sein." Auf Twitter veröffentlichte er nun, was Kinder ihm darüber beigebracht haben, was wirklich Bedeutung hat.

Zunächst einmal: Keines der Kinder wünschte sich, in seinem Leben mehr Zeit mit Fernsehen oder auf Facebook verbracht zu haben. Stattdessen hätten für viele ihre Haustiere eine große Bedeutung: "Ich war am glücklichsten, als ich am Strand auf Jake geritten bin", habe eines der Kinder erzählt. Viele hätten sich außerdem um ihre Eltern gesorgt: "Ich hoffe, Mama geht es gut. Sie sieht traurig aus."

Am wichtigsten ist Zeit mit der Familie

Natürlich liebten alle Kinder Eis. Aber auch Geschichten kommen bei ihnen sehr gut an, vor allem solche, die ihnen in ihrer Situation Kraft geben: "Harry Potter hat mich mutig gemacht." "Lest euren Kindern vor! Sie lieben es", fordert McAlpine die Eltern auf. Viele der Kinder wünschten sich im Nachhinein, dass sie sich weniger Sorgen darum gemacht hätten, was andere über sie denken – ein Punkt, an dem sich auch viele Erwachsene ein Vorbild nehmen können. "Meine echten Freunde haben sich nicht darum gekümmert, dass meine Haare ausgefallen sind", erzählte ein Kind. Eigentlich wollen auch todkranke Kinder einfach nur normal behandelt werden.

Die Eigenschaft, die Kindern am stärksten im Gedächtnis bleibe, sei Freundlichkeit, berichtet McAlpine aus seinen Erfahrungen. Die liebe Oma, die nette Krankenschwester oder der Freund, der das Pausenbrot in der Schule teilt. Gleich dahinter kommen Menschen, die sie zum Lachen bringen: Clowns, Zauberer oder einfach wenn der Junge im Nachbarbett pupst. "Lachen lindert den Schmerz", weiß der Arzt.

Auch ihre Spielzeuge lenken die Kinder ab – bei den Jungs vor allem Batman. Nichts aber ist Kindern wichtiger als die Zeit mit ihrer Familie. "Niemand liebt mich so wie Mama", zitiert er ein Kind. Jedes der Kinder habe es geliebt, Zeit mit seinen Eltern und Geschwistern zu verbringen.

"Esst Eis!"

"Das ist das Beste an meinem Job: Ich darf diese außergewöhnlichen Kinder und ihre Familien treffen", sagte McAlpine der "BBC". Er wolle ihnen einen "würdevollen und schmerzfreien Tod" ermöglichen: "Wenn ich ihr Leben ein bisschen weniger schlimm machen kann, ist es das wert. Das treibt mich an." 

Was also zählt wirklich im Leben? Alastair McAlpine bringt seine Erkenntnisse auf ein paar knackige Sätze, die wohl für jeden Menschen auf der Welt gelten: "Seid nett. Lest mehr Bücher. Verbringt Zeit mit eurer Familie. Macht Witze. Geht an den Strand. Umarmt euren Hund. Sagt euren liebsten Menschen, dass ihr sie liebt." Achja, und eine Sache wäre da noch: "Esst Eis."

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