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OECD-Studie: Olle Pauker

Jetzt haben wir es schriftlich: Deutsche Lehrer sind zu alt, so die Ergebnisse der neuen OECD-Studie. Gleichzeitig ist der Streit um Schulnoten wieder entfacht. Die Grünen fordern deren Abschaffung.

Die deutschen Lehrer sind nach einem OECD-Gutachten überdurchschnittlich alt. Im Jahr 2001 war rund die Hälfte der Hauptschul-, Realschul- und Gymnasiallehrer über 50 Jahre alt, heißt es in der Studie. In Grundschulen seien 45 Prozent der Lehrkräfte 50 Jahre und älter. Zugleich entbrannte der Streit über Schulnoten in Deutschland neu: Die Grünen forderten deren Abschaffung, die CDU bezeichnete Noten als sinnvoll.

Im Durchschnitt seien in den OECD-Ländern 29 Prozent der Lehrer an weiterführenden Schulen über 50. In der Studie wird die Einstellungspolitik von Lehrern in Deutschland kritisiert: Zeitweise - zum Beispiel in den 70er Jahren - seien sehr viele Lehrkräfte eingestellt worden, dann wieder sehr wenige. Grundlage dieser Entscheidung seien keine verlässlichen Daten über den tatsächlichen Bedarf gewesen, sondern Schätzungen.

Schulnote nicht aussagekräftig

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Grietje Bettin, kritisierte das Schulnoten-System als nicht zukunftsfähig. Es spiegele die Vielfalt an Qualifikationen, die in der Gesellschaft gefragt seien nicht wider. "Eine Schulnote kann die Leistung des Kindes nicht komplett erfassen...Im Fach Deutsch beispielsweise kann doch jemand trotz schwacher Rechtschreibung gute Aufsätze verfassen", wird Bettin zitiert.

Sie schlug die Vergabe so genannter Berichtszeugnisse vor. Dagegen erklärte die für Bildung zuständige CDU-Politikerin Katharina Reiche, Schulnoten seien unersetzlich: "Sie wirken durchaus motivierend und haben sich bewährt."

Die Jusos forderten unterdessen die Einheitsschule bis zur 10. Klasse. Die Einteilung in Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien müsse abgeschafft werden, sagte der stellvertretende Juso-Vorsitzende Björn Böhning in der "Berliner Zeitung". Außerdem solle kein Schüler mehr sitzen bleiben können.

AP / AP
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