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stern-Titel: Die Wahrheit über die Preise

Was wird teurer? Was wird billiger? Wer zahlt drauf? Der stern hat über fast zwei Jahre die Preisentwicklung dutzender Produkte beobachtet und präsentiert die Ergebnisse im aktuellen Heft. Edel-Shopper und Aldi-Kunden sprechen über ihre Sorgen und Erfahrungen. Warum trifft die Inflation die einen härter als die anderen?

Von Stefan Schmitz

Sensible Menschen sollten in der Nähe von Tankstellen den Blick fest aufs Pflaster heften. Die Anzeigentafel könnte ihnen den Tag verderben. Am Kühlregal des Supermarktes musste der preisbewusste Käufer im zu Ende gehenden Jahr ebenfalls ganz stark sein. Einzelne Produkte - wie Butter - verteuerten sich um 40 und mehr Prozent.

Preise entwickeln sich nicht einheitlich

Aber diese Horrorzahlen sind nur die halbe Wahrheit: Insgesamt liegt die Inflation 2007, wie das Statistische Bundesamt errechnete, bei rund drei Prozent. Das ist zwar mehr als in den Jahren zuvor, aber noch immer vergleichsweise moderat. Denn die Preise in Deutschland entwickeln sich alles andere als einheitlich: Während für Energie und Grundnahrungsmittel deutlich mehr bezahlt werden muss als zuvor, werden Computer, Unterhaltungselektronik und viele Industriegüter unaufhaltsam billiger. Für 100 Produkte zeichnet die Titelgeschichte des aktuellen stern die Trends nach und nennt konkrete Zahlen. stern.de präsentiert die zehn schlimmsten Preistreiber als Fotostrecke.

Dabei beschleicht viele Menschen das Gefühl, dass die offiziellen Zahlen nicht stimmen können. Denn drei Prozent Inflation würden schließlich bei einem 30-Cent-Brötchen nur rund einem Cent entsprechen - und jeder, der Brötchen kauft, weiß, dass der Preis in letzter Zeit zumeist um fünf und mehr Cent nach oben gegangen ist.

Weil man beim Bäcker die Geldbörse in die Hand nehmen muss, prägen sich die Preise dort besonders ein. Die Gebühren für Telefon, Handy und Internet werden dagegen abgebucht - und so fällt vielen kaum auf, dass sie deutlich gesunken sind. Der Schweizer Professor Hans Brachinger erläutert im stern- Interview sein Konzept der "gefühlten Inflation", die nach seiner Berechnungsmethode fast drei Mal so hoch liegt wie die gemessene: Nämlich bei 8,6 Prozent.

Inflationsrechner vom Statistischen Bundesamt

Wen die Inflation am Ende wie hart trifft, hängt von den individuellen Konsumgewohnheiten ab. Die offizielle Statistik berücksichtigt und gewichtet alle Ausgaben vom Tabak über die Miete bis zum Sprit. Das geht natürlich nur, wenn ziemlich pauschale Annahmen getroffen werden.

Wer wissen will, wie hoch seine persönliche Inflation ist, kann im Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes eine ganze Reihe von Durchschnittswerten durch konkrete Zahlen ersetzen. Zum Beispiel für seine Miete, seinen Benzinverbrauch und seinen Tabakkonsum. Den Rechner finden Sie unter folgendem Link - allerdings müssen Nutzer des Browsers Internet Explorer dafür mit dem Adobe SVG 3 Plugin ausgestattet sein:
www.destatis.de

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