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Studie: Die Hochschule als Heiratsmarkt

Hochschulen sind nach neuen Erkenntnissen von Forschern die Heiratsmärkte moderner Gesellschaften. Immer häufiger treffen junge Leute ihre Ehepartner an Universitäten oder Studentenlokalen.

Weiterführende Schulen und Hochschulen sind nach neuen Erkenntnissen von Forschern die Heiratsmärkte moderner Gesellschaften. Immer häufiger träfen junge Leute ihre Ehepartner in der Schule, an der Universität, in Schülerdiscos oder Studentenlokalen, geht aus einer internationalen Vergleichsstudie der Universitäten Bamberg und Bremen hervor. Schlechter ausgebildete junge Leute, die früh die Schule verließen, hätten damit zunehmend geringe Chancen auf eine Ehe mit einem hoch qualifizierten Partner.

Ein Grund für die wachsende Bedeutung des Bildungssystems für die Partnersuche ist nach Einschätzung von Professor Hans-Peter Blossfeld von der Uni Bamberg die lange Ausbildungszeit. Zudem sei der Anteil der Frauen in den höheren Schulen deutlich gewachsen. "In vielen modernen Industriestaaten ist der Anteil der Frauen unter den Studienanfängern heute in etwa genauso groß wie der der Männer", betonen die Autoren der Studie. Neben dem Bildungssystem spiele bei der Partnersuche immer auch noch der Bekanntenkreis der Eltern eine Rolle, gibt Andreas Timm von der Uni Bremen zu bedenken.

Als Folge der großen Bedeutung höherer Schulen für die Partnersuche befürchten die Forscher, die bei der Studie mit internationalen Wissenschaftlern zusammen gearbeitet haben, eine zunehmende Abschottung gut gebildeter sozialer Gruppen gegenüber solchen mit geringerer Ausbildung. Die Folge sei eine "wachsende Kumulation sozialer Ungleichheiten" und damit indirekt die Vergrößerung sozialer und ökonomischer Unterschiede. Dabei verlaufe die Entwicklung in den 13 Ländern, in denen die Wissenschaftler den Verlauf von Partnerschaften untersucht hatten, sehr ähnlich.

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