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Kambodscha Sie fand Landminen und rettete vielen das Leben – jetzt ist die heldenhafte Ratte Magawa gestorben

Minensucher-Ratte Magawa
Minensucher-Ratte Magawa erhielt 2020 die Goldmedaille der britischen Tierrechtsorganisation People’s Dispensary for Sick Animals (PDSA)
© Picture Alliance
Mehr als hundert Sprengsätze hat die Ratte Magawa in Kambodscha aufgespürt. Dafür erhielt sie die höchste Auszeichnung, die ein Tier bekommen kann. Jetzt ist Magawa gestorben.

Landminen sind in vielen Kriegsgebieten eine große Gefahr für die Bevölkerung. In vermintem Gebiet kann ein falscher Schritt Verstümmelung oder sogar den Tod bedeuten. Nach kriegerischen Auseinandersetzungen dauert es oft lange, bis die Landschaft von Minen befreit ist. Dass das zumindest teilweise in Kambodscha gelang, dazu hat die Ratte Magawa maßgeblich beigetragen.

Das Tier wurde von der belgischen NGO Apopo dazu ausgebildet, Landminen zu erschnüffeln. Diese konnten dann von Fachleuten entschärft wurden. So hat Magawa innerhalb von fünf Jahren mehr als hundert Landminen und andere Sprengfallen entdeckt. Damit ist sie die erfolgreichste Minensucher-Ratte der Organisation und wurde für ihre Arbeit sogar ausgezeichnet. Nun ist die Riesenhamsterratte im Alter von acht Jahren gestorben, teilte Apopo mit.

Heldenhafter Einsatz in Kambodscha

Magawa sei am Wochenende "friedlich verstorben", ließ die NGO wissen, und würdigte erneut den Verdienst der Ratte: "Sein Beitrag erlaubt es Gemeinschaften, in Kambodscha zu leben, zu arbeiten und zu spielen, ohne die Angst, Gliedmaßen oder das Leben zu verlieren." Nach zwei Bürgerkriegen gilt Kambodscha als eines der am stärksten mit Landminen verseuchten Länder der Welt. Schätzungen zufolge sind dort noch zwei Millionen Sprengsätze vergraben.

Ratten eignen sich gut, um Landminen zu identifizieren, wenn sie dafür ausgebildet sind. Mit ihrem geringen Gewicht sind sie zu leicht, um die Mine selbst auszulösen. Zudem arbeiten sie ausgesprochen schnell: Magawa konnte zu seinen besten Zeiten innerhalb von nur 20 Minuten ein Gebiet von der Größe eines Tennisplatzes absuchen. 

Kambodscha: Sie fand Landminen und rettete vielen das Leben – jetzt ist die heldenhafte Ratte Magawa gestorben

Höchste Auszeichnung für Tiere

Für seine Verdienste erhielt Magawa 2020 die Goldmedaille der britischen Tierrechtsorganisation People’s Dispensary for Sick Animals (PDSA). Dabei handelt es sich um die höchste Auszeichnung, die einem Tier zuteil werden kann. Insgesamt fünf Jahre lang war die Ratte als Minensucher aktiv, im Juni vergangenen Jahres ging sie in Ruhestand. Magawa werde "ein bleibendes Erbe in den Leben, die er in Kambodscha gerettet hat, hinterlassen", teilte Apopo anlässlich des Todes des Tieres mit.

Quellen: Apopo' Hero Rats auf Facebook / BBC


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