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Umfrage: Besser betreut im Ausland

Eine Umfrage des DAAD sollte die deutschen Unis nachdenklich machen: Ihre Studenten fühlen sich an ausländischen Hochschulen besser betreut als zu Hause. Wer fürs Studium hierher kommt, hat es dagegen schwer.

Deutsche Studenten fühlen sich an ausländischen Hochschulen besser betreut als in Deutschland. Wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) am Mittwoch in Bonn mitteilte, ist dies das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 2000 seiner Stipendiaten gewesen.

Danach hätten 68 Prozent der Befragten die soziale, 74 Prozent die fachliche Betreuung und 63 Prozent die didaktische Kompetenz im Ausland als gut beurteilt. Die deutschen Hochschulen hätten nur etwa halb so viel Zuspruch erhalten. Insgesamt waren 96 Prozent aller Befragten mit ihrem Aufenthalt im Ausland zufrieden.

In der deutschen Hochschullandschaft herrscht in Sachen Gastfreundschaft dagegen deutlicher Nachholbedarf. Zwar ist es erklärtes Ziel von Bildungsministerin Edelgard Bulmahn, mehr junge Leute aus dem Ausland zum Studieren nach Deutschland zu locken. Der Anteil der ausländischen Studenten soll in den nächsten Jahren von derzeit acht auf zehn Prozent gesteigert werden.

Zentrale Anlaufstelle soll aussieben

Um den Weg leichter und schneller zu machen, wurde Anfang November mit "ASSIST" eine eine zentrale Anlaufstelle für Studienbewerber aus dem Ausland eingerichtet. Die ausländischen Interessenten können ihre Bewerbungen künftig direkt an ASSIST richten.

ASSIST prüft dann zunächst, ob die formalen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt und die eingereichten Dokumente glaubwürdig sind. Die Stelle soll die überlasteten Zulassungsstellen der Hochschulen von Routinearbeiten entlasten, Missbrauch verhindern und Kapazitäten für eine qualitätsorientierte Auswahl ausländischer Studierender freisetzen. Denn im Wettbewerb um die "besten Köpfe" möchte man natürlich gerne die qualifiziertesten Bewerber, die unproblematischsten Studenten.

Im Hochschulalltag haben es ausländische Studenten schwer

Doch in Zeiten des Sparzwanges an den Hochschulen bleiben insbesondere Studenten aus dem Ausland an ihrem Uni-Ort auf der Strecke: zu wenig Wohnheimplätze, zu wenig Sprachkurse, zu wenig Betreuung - ein Gebiet also, auf dem sich deutsche Studenten im Ausland besonders gut aufgehoben fühlen. Insbesondere die Wohnheimsituation bereitet Sorge, denn wer sich sowohl im Hinblick auf Sprache als auch auf Lebensumstände noch unsicher ist, wagt sich kaum auf den privaten Wohungsmarkt.

"Wir müssen da noch was tun", forderte der Präsident der Rektorenkonferenz, Klaus Landfried. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerkes (DSW) fehlen derzeit für die ausländischen Gäste an den Hochschulen mindestens 21.000 Wohnheimplätze. Das Angebot des Bundes, für den Bau Kreditmittel der staatlichen Aufbaubank in Anspruch zu nehmen, werde leider von den Länder nicht ausreichend genutzt, sagte DSW-Generalsekretär Dieter Schäferbarthold der dpa.

Claudia Fudeus
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