HOME

UNIVERSITÄT: Nach Belieben kassieren?

Einem internen Papier der Hochschulrektorenkonferenz zufolge sollen künftig Hochschulen selbst entscheiden, ob sie Studiengebühren erheben wollen.

Einem internen Papier der Hochschulrektorenkonferenz zufolge sollen künftig Hochschulen selbst entscheiden, ob sie Studiengebühren erheben wollen.

Am 6. November soll im Plenum der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) beraten werden, ob die Hochschulen in Deutschland in Zukunft selbst entscheiden können, ob sie Studiengebühren erheben wollen.

In einem Rundschreiben soll HRK-Präsident Klaus Landfried erklärt haben, dass Studiengebühren von Anfang an ein adäquates Mittel im Wettbewerb um bessere Hochschulen seien. In einem Telefoninterview mit der Hörfunksendung »Campus & Karriere« des Deutschlandfunks widersprach Landfried am Mittwoch jedoch dieser Darstellung.

Auch gegenüber der dpa versicherte Landfried, er werde »persönlich auch jedweden Studiengebühren-Beschluss nicht mittragen, solange es kein funktionierendes Stipendien-Modell gibt«.

Der HRK-Präsident reagierte damit auf Medienberichte, wonach die Hochschulrektoren ein neues, zusammen mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh entwickeltes Studiengebühren-Modell auf den Weg bringen wollen. Danach soll die einzelne Hochschule künftig selbst entscheiden können, ob sie Studiengebühren erhebt. Finanziert werden sollen die Gebühren über Bankdarlehen, die die Studenten nebst Zinsen nach Abschluss der Ausbildung zurückzahlen müssen. Landfried sagte, die Gespräche mit den Banken hätten bisher keine praktikable Lösung erbracht.

Über die Einführung von Studiengebühren in Deutschland können ohnehin nicht die Hochschulen, sondern nur die Landes-Parlamente entscheiden. In mehreren neuen Länder-Hochschulgesetzen, unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, ist die Erhebung von Studiengebühren bis zu einem ersten Abschluss ausdrücklich verboten. SPD und Grüne hatten dazu auch eine bundesgesetzliche Regelung versprochen, die jetzt seit drei Jahren aussteht.

Die neue Gebührendebatte in der HRK sei auf Wunsch von etwa 20 Rektoren aufgenommen worden, sagte Landfried weiter. Er sei über den jetzigen Zeitpunkt »nicht glücklich«. Die Hochschulrektoren hatten sich 1996 gegen Studiengebühren entschieden und zunächst eine staatliche Garantie verlangt, dass zusätzliche Einnahmen aus Gebühren auch bei den Hochschulen verbleiben. Landfried sagte, der jüngste Sparbeschluss der Länder-Finanzminister zur Bildungspolitik habe den Argwohn der Rektoren genährt, dass es hierbei nur um das Stopfen von Haushaltslöchern und nicht eine Qualitätsverbesserung der Hochschulausbildung gehe.

Wissenscommunity