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Gut zu wissen: Aufgespritzte Garnelen und eingefärbter Thunfisch – wie die Fischindustrie uns austrickst

Fisch und Meeresfrüchte sind beliebt und teurer als Fleischprodukte. Doch sind sie immer ihren Preis wert? Die NDR-Sendung "Markt" deckt auf, wie die Fischindustrie Verbraucher täuscht.

Fisch und Meeresfrüchte

Für die schöne rote Farbe, wird oft auch nachgeholfen (Symbolbild)

Wer schon mal TK-Fisch und gefrostete Meeresfrüchte im Supermarkt oder Discounter gekauft hat, dem ist beim Auftauen bestimmt aufgefallen, dass die Fischprodukte wässern, die Filets deutlich kleiner geworden sind und labbrig wirken. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass dem Fisch künstlich Wasser zugefügt wurde. 

Der Grund dafür ist ganz einfach, wie die NDR-Verbrauchersendung "Markt" berichtet. Durch das sogenannte Fremdwasser lässt sich das Gewicht des Fisches künstlich erhöhen - und dementsprechend auch ein höherer Preis erzielen. Dass tiefgekühlter Fisch beim Auftauen einen Teil seines natürlichen Wassergehalts verliert, ist bekannt. Aus diesem Grund ist es auch erlaubt, den Fisch oder die Meeresfrüchte mit Phosphaten zu behandeln. Die sollen das natürlicherweise im Fisch enthaltene Wasser binden. Das Problem: Wenn jetzt noch zusätzlich Wasser hinzugegeben wird, verwässert der Fisch. Und das ist Verbrauchertäuschung, findet Lebensmittelchemiker Prof. Jörg Oehlenschläger, der sich dazu im Beitrag äußert. 

Fisch in Pfanne

Minderwertiger Thunfisch wird mit Farbe hochwertig gemacht

Vorsicht ist nicht nur vor verwässerten Fischprodukten geboten, sondern auch beim Thunfischkauf. Es scheint eine neue Mode zu herrschen, minderwertigen Thunfisch, der eigentlich zur Weiterverarbeitung zu Dosenfisch gedacht ist, rot einzufärben und als hochwertige Waren zu verkaufen. Das haben EU-Ermittler herausgefunden. "Der Thunfisch, der industriell gefischt wird und als Konserve vorgesehen ist, hat einen Wert von fünf bis sieben Euro pro Kilo. Er wird aber verkauft als frischer Thunfisch, der traditionell gefischt wird. Für diese Ware liegt der Preis bei zehn bis zwölf Euro pro Kilo", erklärt Enrico Brivio von der EU-Kommission. Das ist EU-weit verboten. Dennoch kursieren nach Schätzungen der Industrie derzeit auf dem Markt etwa 20.000 Tonnen auf diese Weise behandelter Thunfisch.

Was aber nicht verboten ist, dass Thunfisch mit Antioxidantien behandelt werden darf. Die sorgen dafür, dass die Farbe länger hält. Der Verbraucher kann nicht auf Anhieb erkennen, ob es sich wirklich um frischen Fisch handelt oder nicht. Im NDR-Test sah der behandelte Fisch nach zehn Tage Lagerung viel frischer aus als der unbehandelte. Zum Verzehr waren aber beide nicht mehr geeignet.

Und nicht nur die Industrie trickst, sondern auch die Restaurants. Anstelle von hochwertigem Edelfisch, servieren die Gastronomen weniger hochwertigen Fisch: Garnelen statt die viel teureren Scampi, Pangasius statt Seezunge.

Die ganze Sendung können Sie hier sehen!


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.