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Fisch nachhaltig konsumieren Diese Fische und Meeresfrüchte sollten Sie nicht kaufen

Fisch
Durch massenhaften Fischfang sind die Bestände etlicher Arten zusammengebrochen. Wer verantwortungsvoll kaufen möchte, sollte daher auf Gütesiegel achten oder sich bei WWF und Greenpeace informieren.
© iStockphoto
Wir Menschen sind auf Nachschub aus Meer und Flüssen angewiesen. Umso wichtiger, dass die gesunde Nahrungsquelle Fisch nicht versiegt. Mit dem richtigen Konsum können Verbraucher dazu beitragen.

Fisch und Meeresfrüchte sind die einzigen Nahrungsmittel, die wir noch in großer Menge der Wildnis entnehmen. Jedes Jahr werden mehr als 91 Millionen Tonnen aus Meeren, Seen und Flüssen gezogen. Das hat dazu geführt, dass fast 30 Prozent der Bestände überfischt sind und dauerhaft mehr Meerestiere gefangen werden als nachwachsen. Einige Arten wie der Südliche Blauflossenthunfisch sind sogar vom Aussterben bedroht.

Neben Wildfisch verspeisen wir auch Tiere aus Aquakulturen: Rund 47 Millionen Tonnen werden jährlich in Teichen, Becken oder gigantischen Meereskäfigen gezüchtet. Zwar schonen solche Kulturen die Wildbestände, doch auch sie haben Kehrseiten: Häufig handelt es sich um Massentierhaltung auf engem Raum. Bei manchen Anlagen führen Futtermittelreste und Ausscheidungen zur Überdüngung der umliegenden Meeresgebiete.

Und einige begehrte Speisefische wie Aal oder Thunfisch vermehren sich in den Zuchtanlagen nicht, sodass Jungtiere aus dem Meer gefischt und letztlich nur gemästet werden.

Wer Fisch genießen, aber die Umwelt schonen will, muss sich daher beim Einkauf informieren.
Am einfachsten gelingt das mithilfe mehrerer Gütesiegel.

Mehr zum Thema Konservierung und anderen Ernährungsthemen finden Sie in der aktuellen Geo Wissen Ernährung oder auf www.geo.de
Mehr zum Thema Konservierung und anderen Ernährungsthemen finden Sie in der aktuellen Geo Wissen Ernährung oder auf www.geo.de
  • Tiere aus Wildfang werden vom "Marine Stewardship Council" (MSC), einer internationalen Non-Profit-Organisation, mit einem Siegel versehen.
  • Für Zuchtfisch gibt es den "Aquaculture Stewardship Council". ASC-Betriebe müssen nachweisen, dass sie die Wasserqualität einhalten und die Sterblichkeitsrate in ihrer Zucht gering ist. Obendrein verfüttern sie zur Mast der Zuchtfische kein Fischmehl, das aus überfischten Beständen stammt.
  • Höhere Anforderungen an die Fischzucht garantiert in Deutschland das sechseckige staatliche Bio-Siegel. Die Betriebe müssen etwa die Besatzdichte mit Fischen reduzieren und Futtermittel aus ökologischer Produktion verwenden.
  • Am strengsten ist der Bioverband "Naturland“, der unter anderem keine Fischerei eigens zu Futterzwecken erlaubt, besonders auf tiergerechte Haltung achtet und auch bestimmte soziale Standards für Arbeiter in der Fischzucht vorschreibt.

Doch nicht jeder Fisch ohne Gütesiegel ist automatisch bedenklich. Auch wenn es den meisten Verbrauchern schwerfallen wird, eine bewusste Entscheidung zu treffen: Die meisten Arten kommen in vielen räumlich getrennten Beständen vor – manche dieser Bestände sind in gutem, andere in bedenklichem Zustand. Detaillierte Informationen bietet das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (Thünen-Institut). Die Wissenschaftler beschreiben online den Zustand von mehr als 170 Fischbeständen, die für den deutschen Markt wichtig sind.

Für einen unkomplizierten Überblick an der Fischtheke eignen sich auch die beiden Einkaufsratgeber des WWF (World Wide Fund For Nature) und der Umweltorganisation Greenpeace. Sie informieren über die Bestandssituation zahlreicher Arten und ermöglichen es, mithilfe eines ein- fachen Ampelsystems rasch zu erkennen, welcher Fisch aus welchem Fanggebiet bedenkenlos gekauft werden kann. Beide Ratgeber lassen sich auch als App aufs Smartphone laden.

Dela Kienle

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