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Kampf gegen Corona: Gastronomie in der Krise: So kreativ gehen Restaurant-Betriebe mit der Corona-Situation um

Viele Restaurants sind schon geschlossen, andere haben beschränkte Öffnungszeiten oder nur noch limitierte Plätze. Um sich über Wasser zu halten, versuchen Gastronomen neue Ansätze.

Corona Gastronomie

Viele Gastronomen werde in der Krise kreativ

Getty Images

In vielen Städten Deutschlands sieht man momentan das gleiche Bild. Restaurants sind bereits geschlossen - oder habe Kreidetafeln aufgestellt: Nur noch Essen zur Abholung - und zudem noch beschränkte Öffnungszeiten. Die Gastronomie steckt wegen des Coronavirus in der Krise und befürchtet massive Umsatzeinbußen. Restaurant-Betreiber wünschen sich finanzielle Hilfe von der Bundesregierung. Bislang wurde dazu nichts entschieden.

Unter dem Hashtag #supportyourlocal wird in den sozialen Netzwerken damit geworben, weiterhin in den Lieblingsrestaurants zu speisen - oder aber sie zumindest zu unterstützen. Das könnte wie folgt aussehen: Jetzt Gutscheine kaufen - und sobald es wieder möglich ist, im Restaurant essen gehen. Oder man unterstützt die vielen kreativen Angebote der Gastronomen. 

Take-away als Plan B

Nora Horvath vom "Bistro Spajz" in Hamburg beispielsweise bietet nur noch Take-Away-Essen an. Die Gerichte wechseln täglich. Dafür kriegt man am heutigen Dienstag für zehn Euro Semmelknödel mit Rüben-Gemüse, Salat und ein Getränk. Die Speisen werden an der Tür überreicht. Das jeweilige Essen wird am Morgen in den sozialen Netzwerken gepostet. Da das Bistro mit kleinen Produzenten zusammenarbeitet, kann es Schwierigkeiten bei der Besorgung einzelner Zutaten geben. Auch Horvath, wie so viele andere Gastronomen, ist besorgt, und bittet Gäste Gutscheine zu erwerben, die bis ins nächste Jahr einlösbar sind. So könne man finanziell über Wasser gehalten werden.

Auch das Restaurant Bröding in München bietet außer Haus essen an. Wer vorbestellt, erhält ab 18 Uhr Abendessen "to go". Online-Shops für Weine und Spirituosen bieten spezielle "Stay-Home"-Pakete an, die sie versandkostenfrei liefern. Und manche gehen sogar noch einen Schritt weiter. Die Gin-Brennerei "Gin Sul" bietet in Kooperation mit Schweppes einen Gin-Tonic-Lieferdienst an. Das Paket wird kontaktlos vor die Haustür geliefert. Bislang nur im Hamburger Stadtgebiet. Die restlichen Gastronomen setzen auf Take-away, selbstverständlich nur solange keine behördliche Anordnung kommt, dass alle Restaurants komplett schließen müssen.

Das Coronavirus kennt keine Öffnungszeiten

Viele Gastronomen jedoch verstehen die eingeschränkten Öffnungszeiten für Restaurants nicht. In Berlin beispielsweise dürfen Lokale von 6 bis 18 Uhr geöffnet haben, in Bayern von 12 bis 15 Uhr, in Hamburg von 12 bis 18 Uhr. "Es erschließt uns nicht, warum weiterhin tagsüber geöffnet werden darf. Das Ansteckungsrisiko ist an keine Uhrzeit gebunden", schreibt Drei-Sterne-Koch Kevin Fehling auf Instagram. Fehling betreibt das "The Table" in der Hafencity und hat wie so viele seiner Kollegen sich dazu entschlossen, das Restaurant gleich ganz zu schließen. Ohne Ausnahme. "Selbstverständlich steht die Sicherheit für unsere Mitarbeiter und Gäste an erster Stelle", so Fehling. 

Für Unmut sorgte am gestrigen Montag die Aussage der Landwirtschaftsministerin Lydia Klöckner. Sie schlug vor, dass Mitarbeiter der Gastronomie ja in der Landwirtschaft einspringen könnten. Da dort die Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland fernbleiben würden. Geschmacklos und unbedacht, finden viele diese Aussage.

Wenn Restaurants komplett schließen müssen, bleibt noch das Problem mit den Fixkosten. Die müssen nämlich weiterhin geleistet werden: Miete, Strom, Wasser - und auch Mitarbeiter müssen bezahlt werden, wenn sie nicht in Zwangsurlaub geschickt oder im schlimmsten Falle entlassen werden. Wie es mit den Restaurantbetrieben weitergeht, bleibt fraglich. Deshalb gilt für die Gäste, die Lokale so lange zu unterstützen, wie es nur geht.