Kanzlerin Merkel auf Diät Keine Mettbrötchen mehr für Angela

Angela Merkel ist auf Diät: Schon seit Dezember purzeln bei ihr die Kilos. Sie isst keine Mettbrötchen mehr - dafür Möhren und Obst. Ist die Kanzlerin etwa Opfer des Schlankheitswahns geworden?

In der ersten Sitzung der Unionsfraktion nach der Osterpause stehen nur ein paar kleine Flaschen Wasser vor Angela Merkel auf dem Tisch, mit oder ohne Sprudel. Keine Kekse, kein anderes Knabberzeug, keine Kalorien. Ob die karge Kost etwas mit den Bemühungen der Kanzlerin um ihr Gewicht zu tun hat, ist nicht überliefert. Doch schon seit Monaten ist sichtbar: Merkel hat abgenommen.

"Plötzlich so schlank", titelt die "Bild"-Zeitung am Dienstag und enthüllt Hintergründe und Essensregeln der Kanzlerin. Seit ihrem Skiunfall Ende Dezember - damals hatte sie sich den Beckenring angebrochen - hält Merkel demnach auf Anraten ihrer Ärzte Diät. Schon rund zehn Kilo habe sie abgenommen.

Kanzerlin Merkel isst mehr Obst

Im Kanzleramt und in Merkels Umgebung wollen sie zu solchen konkreten Zahlen natürlich nicht Stellung nehmen. Klar habe sie abgenommen, heißt es da - das könne schließlich jeder sehen. Doch alles andere: Privatangelegenheit. Und die wird grundsätzlich nicht kommentiert.

Vor allem die im Politiker-Alltag allgegenwärtigen Kekse, die es auf fast jeder Sitzung gibt, seien aus Merkels Umgebung verbannt worden, schreibt "Bild". Und zitiert Vertraute mit den Worten: "Sie ist sehr diszipliniert, isst mehr Obst."

Schiffchen mit geschnittenen Möhren

Besonders streng sei die CDU-Chefin bei Sitzungen des Parteipräsidiums, des engsten Führungszirkels der Christdemokraten, mit den kleinen Leckereien. Statt wie früher Mett- und Käsebrötchen stünden nun kleine Schiffchen mit geschnittenen Möhren, roten, gelben und grünen Paprika und kleinen Porree-Lauchstangen vor der Kanzlerin.

Ob es stimmt, dass die 59-Jährige persönlich CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler angewiesen habe, die Brötchenteller für die Mitglieder des Parteipräsidiums außerhalb ihrer Reichweite zu platzieren, blieb allerdings offen. Dass zum Abnehmen eine gute Portion Disziplin gehört, ist Gemeingut. Und dass es besonders schwer fallen dürfte, wenn man wie Merkel nach ihrem Unfall von den Ärzten zu langem Liegen verdonnert worden worden war, ist ebenfalls keine Frage.

Merkel schwärmt von Obamas Gartenbuch

Im kleinen Kreis schwärmt Merkel von Michelle Obamas im Mai 2012 erschienenen Gartenbuch "American Grown" (in etwa: "In Amerika gewachsen"), in dem die First Lady die Geschichte des von ihr im April 2009 angelegten Küchengartens beim Weißen Haus beschreibt. Obama schreibt über die Freude, die so ein Garten macht, aber auch über die Rückschläge, die sie als Junggärtnerin hinnehmen musste. Merkel dürfte die Erfahrungen gut nachvollziehen können - sie liebt die Entspannung in ihrer Datsche in der Uckermark.

Einen wesentlichen Unterschied gibt es allerdings doch: Merkel zieht dort auch selbst Kartoffeln. Das, so hatte sie im Garten des Weißen Hauses gleich bemerkt, machen die Obamas nicht.

Dass Merkel frischem Gemüse besonders zugetan ist, war erst am Freitag beim Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Washington zu besichtigen. Da ließ sie sich den beim Weißen Haus angelegten Gemüsegarten zeigen. Da First Lady Michelle verhindert war, führte Barack Obama Merkel persönlich durch die Gemüsepracht. Die Kanzlerin zeigte sich als Kennerin, beschrieb später Erbsen und Tomatenpflanzen als Bestandteil des präsidiellen Bestandes. Zum Dinner gab es in Washington vom Präsidentenpaar selbstgepflanzten Salat.

dsw/dpa DPA

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