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Kinder und Essen: "Ein Löffelchen für Mami" – das sollten Sie niemals zu Ihrem Kind sagen

Kinder sind manchmal pingelige Esser. Soll man das Kind mit Süßigkeiten bestechen, nur damit es das Stückchen Tomate isst? Eine Psychotherapeutin rät von solch einer List ab – und gibt Tipps, wie man richtig handelt.

Kinder und Essen: "Ein Löffelchen für Mami" – das sollten Sie niemals zu Ihrem Kind sagen

Warum Sie niemals sagen sollten: "Ein Löffelchen für Mami!"

Eltern können aufatmen: Wissenschaftler haben bereits herausgefunden, dass das Essverhalten in den Genen liegt und kaum etwas mit der Erziehung zu tun hat. Falls das Kind sehr pingelig beim Essen ist und auf keinen Fall etwas Neues probieren möchte, ist es zumindest nicht in Gänze Ihre Schuld. Trotzdem: Natürlich können auch Eltern etwas dazu beitragen, dass das Kind weniger wählerisch isst. Beispielsweise Zeiten fürs gemeinsame Essen einräumen, gemeinsam kochen oder überdenken, wie man dem Kind das Essen präsentiert.

Wenn das Kind aber partout nicht essen möchte, sollte man bestimmte Sätze wie "nur noch ein Löffelchen" vermeiden. Noch schlimmer: Das Kind mit Süßigkeiten bestechen. Die renommierte Psychotherapeutin Susie Orbach hat für die BBC aufgeschrieben, welche fünf Sätze man niemals zu seinem Kind in Bezug auf Essen sagen sollte - und was stattdessen angebracht wäre.

1. Wenn du dein Spielzeug aufräumst, kriegst du ein Eis

Susie Orbach rät von solch einem Satz ab, da das Kind denken könnte, Eis wäre eine Art Belohnung und das Spielzeug müsste nicht unbedingt weggeräumt werden. Die Psychotherapeutin empfiehlt daher, dem Kind eher die Wahl zu geben, ob es das Spielzeug jetzt oder in zehn Minuten aufräumen möchte.

2. Mach dir keine Sorgen wegen des bösen Mädchens, komm, wir kaufen dir ein Eis

Verletzungen und Schwierigkeiten, die ein Kind hat, sollten niemals mit Eis gelöst werden. Das Kind sollte Emotionen ausdrücken können, rät Orbach, und damit versuchen, Zurückweisungen und Verletzungen zu lindern. Nicht mit Eis. Die Therapeutin empfiehlt, das Kind zu fragen, was passiert ist und dann mit vollem Mitgefühl zuzuhören. Das Kind muss das Selbstwertgefühl haben, emotionale und physische Verletzungen selbst zu verarbeiten.

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3. Wenn du das isst, bekommst du Nachtisch

Das Kind darf nie das Gefühl haben, für etwas belohnt zu werden, was es eigentlich nicht mag. So wird gesundes Essen beispielsweise schnell als "Medizin" stigmatisiert, um schnell an Nachtisch zu kommen. Susie Orbach empfiehlt, mit dem Kind gemeinsam zu kochen und herauszufinden, wie beispielsweise das verhasste Gemüse besser schmecken könnte.

4. Ein Löffelchen für Mami/Oma/Tante

Wenn das Kind keinen Appetit hat, sollte man es niemals zwingen zu essen, rät die Psychotherapeutin. Das Kind könnte aus einem Gefallen heraus essen, nicht aber ein eigenes Hungergefühl entwickeln. Wer diesen Satz aus Verzweiflung benutzt, weil das Kind gar nichts isst, sollte es laut der Expertin mit dieser Version probieren: "Ich weiß, du glaubst, du hast keinen Hunger. Aber du bist die ganze Zeit rum getobt. Ich glaube, du wirst in einer Minute ausgepowert sein. Versuch einen oder zwei Bissen. Guck, ob es dir Energie gibt. Du kannst Käse oder Pasta haben, was möchtest du?"

5. Iss nicht zu viel, sonst wirst du pummelig

Dieser Satz schürt Ängste vor Lebensmitteln. Manchmal hat man einfach mehr Appetit, manchmal weniger. Vor allem, wenn man ein Kind ist. Susie Orbach fände es besser, wenn Eltern zugeben, dass sie auch manchmal einen großen Appetit haben.

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