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Gewürz im "Ökotest" Mit Kurkuma kochen ist Kult: Nur ein Produkt überzeugt, der Rest schmiert ab

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: gemahlenes Kurkuma im Test
Es ist nicht alles Gold, was glänzt: gemahlenes Kurkuma im Test
© Getty Images
Seinen Höhepunkt hat der Kurkuma-Kult wohl mit der Goldenen Milch erreicht. Doch ist nicht alles Gold, was glänzt. "Ökotest" hat 21 gemahlene Kurkumas getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Die gute Nachricht zuerst: Kurkuma ist ein Allrounder in der Küche. Mit seinem aromatischen Geruch und der leichten Schärfe im Geschmack eignet sich das Gewürz um Fisch, Geflügel und Eintöpfen eine orientalische Note zu verleihen. Zudem gilt Kurkuma als Gesundheitsbooster. Doch, wenn man nach dem "Ökotest" geht, fallen viele Produkte durch. Vor allem gemahlenes Kurkuma kann man eigentlich vergessen. Nur das Produkt von Dennree (1,99 Euro pro 50 g), das das Naturland-Biosiegel trägt, erreicht die Bestnote "sehr gut". Eins von 21 Produkten. Zwei sind immerhin noch "befriedigend", der Rest aber fällt gnadenlos durch.

Zum einen liegt das an der zu hohen Belastung mit Mineralölbestandteilen, zum anderen wegen Pestiziden in den Produkten und dem Fund vom krebserregenden Benzoapyren. Das findet sich ausgerechnet im Bio-Produkt Sonnentor (2,99 Euro). Das gemahlene Kurkuma von Alnatura, Aldi Nord und TRS (das man häufig im Asialaden findet) erhalten die schlechteste Note "Ungenügend".

Norma nimmt geprüfte Charge direkt aus dem Verkauf

Den Anbietern ist die Problematik durchaus bewusst, wie "Ökotest" schreibt. Sie sprechen von einer "ubiquitären Grundbelastung des eingesetzten Rohstoffs", auch gelängen Mineralölrückstände über Migration aus Jutesäcken, die in den Ursprungsländern eingesetzt werden, in die Gewürze. Die Händler arbeiten bereits an "Minimierungsstrategie". Einen Schritt weiter geht Norma: Das Ergebnis von "Ökotest" entspricht nicht den hohen Ansprüchen des Discounters, deshalb sei die geprüfte Charge dieses Produkts aus dem Verkauf genommen worden.

Laut Statista wurden im Jahr 2020 rund 5700 Tonnen Kurkuma nach Deutschland importiert. Noch vor einem Jahrzehnt waren es nur rund 2000 Tonnen. Mit Abstand wichtigstes Lieferland ist Indien. Aber auch der Anbau von heimischen Kurkuma kann gelingen: Im Gartenbauzentrum des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen wurden erste Anbauversuche unternommen. Mittlerweile habe sich eine "anbauwürdige Erntemenge an qualitativ hochwertigen Rhizomen gebildet." Wer weiß, ob wir bald deutschen Kurkuma konsumieren können.

Den ganzen Test können Sie hier gegen Gebühr lesen!


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