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Schockierende Hygienezustände Für diese Ekel-Pizza gab's Bewährungsstrafe

Schlechte Pizza? Dafür gibt's Bewährungsstrafe
Ein Betreiber eines Pizzaservices musste vors Gericht. Der Grund: die ekelerregenden Zustände in seinem Laden (Symbolbild)
© Getty Images
Damit hatte der Betreiber eines Pizzaservices wohl nicht gerechnet: Wegen schockierenden Hygienezuständen und mehrmaligen Kontrollen, musste er vor Gericht. Das Urteil: Eine Bewährungsstrafe als letzte Warnung. Beim nächsten Mal droht Gefängnis.

Dass die Qualität bei vielen Pizzalieferdiensten zu wünschen übrig lässt, ist nicht ungewöhnlich. Die Unternehmen sind vor allem auf Masse und Profit aus, weniger auf die Wahrung italienischen Kulturguts. Einem Betreiber eines Pizzaservices wurde dieser fehlende Anspruch nun zum Verhängnis. Das Amtsgericht Schorndorf bei Stuttgart verurteilte den Besitzer zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe. Was war passiert?

Die "Stuttgarter Zeitung" berichtete über den ungewöhnlichen Vorfall. Die hygienischen Zustände im Pizzaservice sollen katastrophal gewesen sein. Der Staatsanwalt bringt es ungewohnt salopp auf den Punkt: "Es muss alles ausgesehen haben wie die Sau!", berichtete die "Stuttgarter Zeitung". Verdorbene Lebensmittel, Schimmel, der Fußboden schwarz vor Schmutz und klebrig. Ein Schneidebrett soll bereits gelblich-schwarz vor Dreck gewesen sein. Lebensmittelkontrolleure beschieden bereits 2016, dass die Zustände so katastrophal waren, dass der Pizzaservice schließen musste. 

Verdorbene Lebensmittel landen auf Pizza

Was die Kontrolleure vorfanden, verdirbt vermutlich auf alle Zeiten den Appetit auf Pizza vom Lieferservice: Lebensmittel, die bereits schimmelten und verdorben waren, fanden sich wieder in der Kühltruhe. Der Angeklagte, der laut Staatsanwalt ein renitentes Verhalten zeigt, hätte die Mängel nach der ersten Verwarnung zwar behoben. Nur wenige Woche später sah es aber wieder genauso aus. Das wiederholte sich noch zwei weitere Male, wie die "Stuttgarter Zeitung" schreibt. Verurteilt wurde der Angeklagte wegen vier Vergehen des Inverkehrbringes von Lebensmitteln, die nicht für den Verzehr geeignet sind.

Amtsrichterin Petra Freier machte deshalb auch eine ganz klare Ansage an den Angeklagten: "Wenn Sie das nächste Mal wegen solch eines Vorfalls hier vor Gericht stehen, bekommen Sie keine Bewährung mehr. Dann müssen Sie diese Strafe hier absitzen und jene, die dann noch dazu kommt."

Der Angeklagte rechtfertigt die haarsträubenden Zustände in seinem Pizzaservice mit Überforderung. Der Verteidiger empfiehlt ihm, den Laden zu verkaufen und den Beruf zu wechseln.

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