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TV-Kritik

"Kitchen Impossible": Das "kulinarische Orakel" ist zurück – doch diesmal endet Tim Mälzers Koch-Duell im Krankenhaus

Damit Fans nicht zu lange warten müssen, beendet Tim Mälzer das Jahr mit ein paar Extra-Folgen seiner Koch-Show – diesmal mit dem Schweizer Kochtalent Nenad Mlinarevic. Wieso der eine Aufgabe nicht antreten kann – und warum Mälzer fast seinen Sieg vermasselt.

Tim Mälzer Kitchen Impossible

Tim Mälzer nimmt auch in der 31. Folge den Mund wieder voll. Er bezeichnet sich selbst als "kulinarisches Orakel von 'Kitchen Impossible'".

Es ist mittlerweile die 31. Folge der preisgekrönten Koch-Show "Kitchen Impossible". Im nächsten Jahr läuft sie bereits in der fünften Staffel. Traditionell gibt es eine Weihnachtsedition, damit eingefleischte Fans aber nicht zu lange ausharren müssen, gibt es jetzt schon ein paar Extra-Folgen in klassischer "Kitchen Impossible"-Manier. Sein Kontrahent: das Schweizer Kochtalent Nenad Mlinarevic, der an den jungen Tim Mälzer erinnert.

Die Aufgaben sind altbekannt: Zwei Köche bekommen an einem bestimmten Ort ein Gericht eines lokalen Koch-Profis serviert. Das müssen sie ohne Rezept nachkochen. Die Jury besteht aus denjenigen, die das Gericht besonders gut kennen.

Diese Suppe hat den Weltmeistertitel geholt

In Schottland soll Mälzer in Cullen Bay eine klassische Fischsuppe zaubern - die "Cullen Skink Soup". Und zwar nicht irgendeine, sondern ausgerechnet die Suppe, die den Weltmeistertitel geholt hat. Dem Originalgericht kommt er relativ nahe und wird von den Testessern mit 6,5 Punkten bewertet.

Mlinarevic bekommt eine vermeintlich einfache Aufgabe: Der Spitzenkoch soll in Neapel Pizza machen. Das Nationalgericht schlechthin. Aber auch die soll er nicht in einer einfachen Pizzeria zubereiten, sondern am Geburtsort der Pizza, in der Pizzeria Brandi. Der Schweizer nimmt den Mund zu voll, als er behauptet, diese Aufgabe würde er locker schaukeln. Doch scheitert das Jungtalent bereits beim Teigansetzen: Er verwendet zu viel Hefe, zu heißes Wasser und lässt den Teig am Stück gehen. Am Tag der Entscheidung begutachten die Neapolitaner vor allem die Qualität des Teigs. Die kann nicht mit der traditionellen Pizza mithalten. Die Jury straft ihn mit 3,9 Punkten ab.

Mälzer darf sein zweites Duell in Budapest, Ungarn bestreiten. Er soll ein Traditionsgericht aus Graupenrisotto und gestopftem Gänsehals zubereiten. Das kippt ihm bei der Zubereitung beinahe aus dem Ofen, was ihn vermutlich den Sieg gekostet hätte. Aber er kriegt noch die Kurve - und die Ungarn geben ihm 6,1 Punkte.

Kitchen Impossible Tim Mälzer Christian Bau

Der "Mimimi-Moment" des Nenad Mlinarevic

Eigentlich hat Tim Mälzer den Schweizer Koch nach Singapur schicken wollen, doch dort konnte Mlinarevic seine Aufgabe leider nicht erfüllen, obwohl er sich kulinarisch "riesig darauf gefreut" hatte. Schlimmer noch: Dieses Duell endete sogar mit Magen-Darm-Grippe im Krankenhaus. Dem Spitzenkoch schlug die Reise wortwörtlich auf den Magen – einige Wochen später erst konnte der Schweizer seine Aufgabe nachholen. Diesmal geht es aber nicht noch einmal nach Singapur, sondern nach Slowenien. Und zwar zu einer der besten Köchinnen der Welt: Anna Rosch, die auf Platz 38 der "World's 50 Best Restaurants"-Liste steht. Mlinarevic selbst kommt zwar aus der Sterneküche, dennoch ist die ihm gestellte Aufgabe an Komplexität nicht zu unterschätzen. Er schlägt sich dennoch gut und wird von der Jury mit 6,5 Punkten belohnt. Zum Sieg reicht das jedoch nicht. Tim Mälzer liegt ihm weit voraus, der TV-Koch verteidigt seine Koch-Ehre.

Alle 31 Folgen, die es von "Kitchen Impossible" bereits gab, haben eins gemein: das kulinarische Storytelling, das können die Macher einfach. Warum diese Show nie langweilig wird? Weil man doch immer wieder etwas dabei lernt. Ob's das Originalrezept der neapolitanischen Pizza ist oder das kulturelle Verständnis von Ländern, die man so nicht auf dem Schirm hat - beispielsweise Ungarn oder Slowenien.